Festival Für Freunde Dahnsdorf, Foto: Elisa Langanke
31. Juli – 2. August: Festival für Freunde – Kultur in stetiger Verwandlung
Das Festival für Freunde ist mehr als ein Kunst- und Kulturfestival in Dahnsdorf, es ist eine Möglichkeit sich immer wieder neu zu erfinden.
Eine Zeit und ein Ort der konstanten Transformation und des Nachfragens der eigenen Position und der Gesellschaft, in der gelebt wird.
Ein Ort, an dem gemeinsam neue Wege beschritten und Grenzen hinter sich gelassen werden und wo der frische Wind neuer Ideen spürbar wird.
Erlebe ein vielseitiges Programm aus Tanz, Theater, Musik, Ausstellungen, Workshops und vielem mehr.
Hier entsteht eine Plattform für Austausch und Inspiration, die kulturelle Vielfalt nicht nur zeigt, sondern lebt.
Das Festival für Freunde schafft einen Raum für Transfer, Impulse und Experimente, um die Wechselwirkungen von Kunst und Gesellschaft neu zu denken. Losgelöst von Zwängen und Schubladendenken begegnen sich Freunde, real und digital.
Gemacht von Freunden, für Freunde, mit Freunden.
Der gemeinsame Blick weitet sich und neue Perspektiven werden entdeckt.
Repair Bears ist ein dokumentarisch-fiktionaler Roadtrip durch das Ruhrgebiet, der Nachhaltigkeit und Care-Arbeit miteinander verknüpft.
Ausgangspunkt ist die bekannte Erzählung der Care Bears: Cheer, Grumpy und Bedtime kommen mit ihrer Mission, die Welt ein bisschen besser zu machen, nicht mehr weiter – ihr Leuchten ist verschwunden. Weder Selbstoptimierung noch medizinische Hilfe bringen eine Lösung. Erst eine unerwartete Idee öffnet einen neuen Weg: Vielleicht hilft ein Repaircafé.
Auf ihrer Reise durch das «Reparaturgebiet» begegnen die Figuren Menschen, die in Repaircafés, Unverpacktläden und offenen Werkstätten andere Formen des Miteinanders praktizieren. Zwischen Schraubenziehern, Nähmaschinen, Lötkolben und Kaffee entdecken sie Reparieren als soziale Praxis: als Kümmern um Dinge, Ressourcen und Menschen.
Der Film zeigt eine Kultur des Teilens und der Solidarität jenseits von Leistungsdruck und Wegwerfmentalität und versteht Reparatur nicht nur technisch, sondern als zeitgemäße Form von Care-Arbeit.
Samstag, 1. August 2026, ab 13:00 UhrSonntag, 2. August 2026, 13:00 - 18:00 Uhr
Ganzheitliche Wahrnehmung zwischen Leben und Tod, Foto: Kerstin Kaupat
Die ganze Zeit
Ausstellungen
Ganzheitliche Wahrnehmung zwischen Leben und Tod
Kerstin Kaupat, Kunstwerk
Ausstellung & die Performances «Anders Sein von Licht»
Der Tod ist eine Urerfahrung des Menschen, die uns alle betrifft. Eingebettet in die Atmosphäre des Bilder-Ausstellungsraumes wird dreimal pro Veranstaltungstag eine musikalisch-dichterische Performance zu dem Thema ‚Leben und Sterben‘ durchgeführt.
Heide Schönefeld, 54jährige Hobbymalerin aus Dahnsdorf, hat vor 3 Jahren wieder begonnen, mit Acryl zu malen, nachdem beide Kinder ausgezogen waren. Sie arbeitet als Krankenschwester und nutzt die Kunst, vom Arbeitsalltag abzuschalten. Ihre Motive findet sie in ihrem Garten und auf Reisen. Besonders Blumenmotive inspirieren sie kreativ zu werden mit Farbe, Paste und Gel.
"Mit Bleistift, Papier und der Technik der Frottage nehme ich dem Gelände des Festivals für Freunde seine Oberfläche ab. Fläche für Fläche, Spur für Spur. Ortsspezifisches Grafik-Recording, das einem Ort näherkommt, indem es ihn
berührt statt ihn abzubilden."
Kerstin Reichelt ... Geologin, 15 Jahre Regisseurin in der freien Theaterszene und heute Mediengestalterin.
Festival für Freunde e.V. und Berlin School of VR, Idee & Installation
Wir scannen Dorfgeschichte - Interaktive VR-Installation
Zum 800-jährigen Dorfjubiläum entsteht gemeinsam mit euch ein virtuelles Dorfmuseum. Dafür werden Erinnerungsstücke aus dem Dorf gesammelt und direkt vor Ort ganz einfach mit dem eigenen Smartphone digitalisiert. Ob Werkzeug, Spielzeug, Foto oder persönlicher Gegenstand – jedes Objekt erzählt eine Geschichte.
Beim Scannen werden der Herkunftsort des Objekts – zum Beispiel Straße und Hausnummer – sowie die damit verbundenen Erinnerungen erfasst. So entsteht Schritt für Schritt ein digitales Archiv, das die Geschichte des Dorfes nicht nur bewahrt, sondern gemeinsam mit seinen Bewohner weiterschreibt.
Die Berlin School of Virtual Reality entwickelt Projekte an der Schnittstelle von digitalen Medien, Raum und gemeinschaftlichen Prozessen. Im Austausch mit Menschen vor Ort erforscht sie, wie Technologien Erinnerungen und Geschichten sammeln und sichtbar machen können.
Festival Für Freunde: Eröffnungstag
Hof DahnsdorfTheaterworkshop/Kampagnenvorbereitungen: Freitag, 31. Juli 2026, 13:00 Uhr
Spiel(t)raum: Freitag, 31. Juli 2026, 15:00 UhrDistouched: Freitag, 31. Juli 2026, 17:00 UhrVertrauen und Macht: Freitag, 31. Juli 2026, 18:00 UhrSoma: Freitag, 31. Juli 2026, 20:30 UhrMein Herz ist ein dunkler Kontinent: Freitag, 31. Juli 2026, 22:00 Uhr
Ein offener, kreativer Prozess für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Im Mittelpunkt steht die Frage: «In welcher Welt wollen wir heute leben?"und «Wie wir können unser Miteinander neu denken und gestalten?». Dabei geht es nicht um klassisches Schauspiel oder festgelegte Rollen, sondern um das spielerische Erkunden von Ausdrucksmöglichkeiten, Perspektiven und Beziehungen. Die Teilnehmenden erwartet eine vielfältige Mischung aus praxisnahen Übungen, Improvisation und szenischer Arbeit.
Für das Festival wurde ein interaktives Workshop-Format entwickelt, das Einblicke in die Projektentwicklung gibt und zur situativen Mitgestaltung eines anti-dystopischen Theaters einlädt.
Jede/-r hat eine Kindheit: Vom Spielen auf der Straße, in Sandkästen und postsowjetischen Stadträumen über Stahlspielplätze in Mittelamerika, jahrhundertealte Steintreppen in der verbotenen Stadt, Wasserrutschen und Spielefabriken aus Plastik bis hin zu ersten Zigaretten und Küssen auf Dorfspielplätzen.
Ying Yue und Sascha Malina Hoffmann verarbeiten Geschichten über Spielplätze und Kindheit und erzählen dabei von Größen- und Machtverhältnissen, Migration und Transition, vom Aufwachsen an verschiedenen Orten, Verschieben von Perspektiven und vom Sich- Begegnen. Dokumentarisches und Fiktion verschmelzen zu einem von den Performer/-innen live bedienten Spielplatz der Theatermagie.
Stelzentanz «Distouched»
Danzankó, Performance Tanzgruppe «Danzankó», Foto: Stefaan Van BockstaelDrei Frauen, drei Nationalitäten, drei Geschichten, die zu einer gemeinsamen werden
Vertrauen und Macht 2 – Die Sehnsucht nach dem starken Staat
Gruppe «Jetzt jetzt! Trafo!», Performance
Eine diskursive Performance über Macht, Misstrauen und die langen Schatten der Staatssicherheit
Während die DDR-Führung ihren Bürger:innen misstraute, existierte gleichzeitig bei vielen Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Stabilität, Ordnung und staatlicher Führung. Dieses Spannungsverhältnis wirkt bis heute nach: Wie prägen Erfahrungen von Kontrolle, Überwachung und Bevormundung unser Verhältnis zum Staat? Warum entsteht gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit das Bedürfnis nach «Sicherheit durch Kontrolle»?
Warum gewinnt die Sehnsucht nach einem «starken Staat» wieder an Kraft, obwohl 1989 für Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung gekämpft wurde?
Die Veranstaltung «Vertrauen und Macht – Die Sehnsucht nach dem starken Staat» eröffnet einen performativen Diskursraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Soma
Philine Stich, Performance
Berlin in naher Zukunft
Wirtschaftskriege, autoritäre Regime und ausgehöhlte Sozialsysteme prägen den Alltag. Die 17-jährige Soma lebt nach der Flucht vor ihrem Vater, einem Techunternehmer, mit Mercedes, einem umprogrammierten KI-Sexroboter, am Rand der Gesellschaft. Zwischen Kindheit und Erwachsensein träumt sie von Revolution und einer friedlichen Utopie. SOMA, Foto: Mohammed Halbouni
Malonda ist eine der vielseitigsten und haltungsstärksten Künstlerinnen der aktuellen Musikszene. Die in Berlin lebende Sängerin und «Elektrik-Diva», die eigene Songs schreibt und auch auf Theaterbühnen brilliert, brennt für antirassistische und queer-feministische Themen. Indem sie über Geschlechterrollen, Sex und Diversität singt und spricht, machte sich Malonda als politische Künstlerin einen Namen.
Sie tourte mit Laing, Großstadtgeflüster und Moka Efti Orchestra quer durch Deutschland und bespielte große deutsche Showcase-Festivals wie c/o pop, Pop-Kultur Berlin oder das Reeperbahnfestival. Mit der Anmut einer Hildegard Knef und der Wucht einer Grace Jones zelebriert Malonda auf der Bühne - und man kann weder wegschauen noch -hören.
Festival Für Freunde: Haupttag
Hof DahnsdorfTheaterworkshop/Kampagnenvorbereitungen: Samstag, 1. August 2026, 13:00 Uhr
Parcours der Experimente: Samstag, 1. August 2026, 15:00 UhrPapiertiger: Samstag, 1. August 2026, 16:30 UhrWater’s States: Samstag, 1. August 2026, 18:00 UhrBauchtanz: Samstag, 1. August 2026, 19:30 UhrEDM Fusion: Samstag, 1. August 2026, 21:30 UhrMusik «Secret Act»: Samstag, 1. August 2026, 23:00 Uhr
Zwischen Performance und Gesellschaftsspiel, Bühnensituation und öffentlichem Raum werden Formen des Theaters erforscht, bei denen das Publikum eingreifen und mitspielen kann – aber nicht muss. Ob Gespräch oder Spiel entsteht, entscheidet das Publikum selbst.
Willkommen im Reich der fliegenden Kräfte, tanzenden Magnetfelder und widerspenstigen Naturgesetze! Hier wird nicht nur zugeschaut – hier wird gedrückt, gedreht, getestet und experimentiert. Erlebt den Parcours der physikalischen Phänomene, entdeckt verblüffende Effekte und erlebt, wie aus Wissenschaft pures Festivalstaunen wird. Für kleine Entdecker:innen, große Tüftler:innen und alle, die sich gern von der Wirklichkeit überraschen lassen.
Das Monodrama «Bauchtänzerin» des türkischen Autors Şamil Yılmaz ist ein radikales Stück über die Suche nach Identität und den Kampf gegen die Objektifizierung der Frau. Es erzählt die berührende und zugleich verstörende Lebensgeschichte von Meryem, einer Frau, die ihre eigene Existenz erst durch den Tanz entdeckt, nur um festzustellen, dass die Welt sie dennoch nicht wirklich sieht.
Der Kern des Stücks liegt in der schmerzhaften Diskrepanz zwischen Meryems innerem Erleben und der Wahrnehmung durch ihr Publikum. Während der Tanz für Meryem ein Akt der Befreiung und des tiefen Ausdrucks ihrer Seele ist, wird sie von den (meist männlichen) Zuschauern auf ein exotisches, erotisiertes Objekt reduziert. Yılmaz dekonstruiert hier den westlichen und patriarchalen Mythos der «verführerischen Bauchtänzerin». Er zeigt, dass die glitzernde Fassade oft ein Schlachtfeld ist, auf dem Meryem um ihre Würde kämpft. Der Tanz wird zur Metapher für die Frau, die versucht, in dem «Male Gaze» (dem männlichen Blick) ihre Autonomie zu bewahren.
EDM Fusion
Band «freuth»:
Emiely Grubert, Gesang
Daniel Richter, Bass & Schlagzeug
E-Musik: von treibendem Techno bis hin zu Drum and Bass
freuth ist ein EDM-Projekt, das elektronische Musik konsequent live denkt. Im Mittelpunkt stehen energiegeladene Performances mit Live-Vocals. Produzent und Sängerin vereinen ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe zu einem Sound, der Genregrenzen sprengt. Auf der Bühne entstehen Tracks immer wieder neu: geremixt, erweitert, improvisiert.
Dorothy flieht aus ihrer Heimat und findet sich im Land über dem Regenbogen wieder. Eine gute Fee schickt sie in die Smaragdstadt, zu dem mächtigen Zauberer von Oz. Auf ihrer Reise findet sie die seltsamsten Freunde: Eine Vogelscheuche, die sich mehr Verstand wünscht, einen Blechmann, der sein Herz verloren hat und einen Löwen, der sich vor allem fürchtet. Gemeinsam erleben sie viele Abenteuer, doch als sie schließlich ihr Ziel erreichen, muss Dorothy feststellen, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint ...
Workshop «Kampagnenvorbereitungen»
Polaritäten Kabinett
Abenteuer mit offenem Ausgang, klarem Ziel
Der aktuelle Stand des Projekts wird vorgestellt und zur Diskussion gestellt: Wie lässt sich das utopische Potenzial des Spielens nutzen, um neue Handlungsmöglichkeiten in Zeiten der Polykrise zu entdecken? Wie kann eine Theaterpraxis aussehen, die den Weg wichtiger nimmt als das Ergebnis?
Wie klingt eine Wiese? Wie klingt ein Dorf? Wie klingt die Weite rund um Dahnsdorf? Klänge begleiten den Alltag meist unbemerkt. Dieser Soundwalk lädt dazu ein, die Umgebung rund um den alten Hof und das ehemalige LPG-Gelände bewusst hörend zu erkunden.
Nach einer kurzen Fokusübung führt ein etwa 45-minütiger Spaziergang in stillem Gehen über Wiesen, durch die offene Landschaft und ins Dorf. Im Mittelpunkt stehen die Geräusche der Umgebung: leise und laute, natürliche und menschengemachte, vertraute und überraschende Klänge. So wird der Weg durch Dahnsdorf zur begehbaren Komposition.
Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Austausch über das Erlebte und Gehörte.
Empfohlen werden bequeme Kleidung und festes Schuhwerk. Die Teilnahme mit Rollstuhl oder Gehhilfe ist auf Anfrage möglich. Johannes Wasikowski, Foto: Marco Couto
Taumorgen
Johannes Wasikowski, Klavier
Piano Solo
Johannes Wasikowski ist eine aufstrebende Figur der zeitgenössischen Klaviermusik, auch bekannt als Neo-Klassik, die irgendwo zwischen Klassik, Jazz und Ambient-Pop liegt. Inspiriert von Musikern wie Nils Frahm, Hania Rani und Tigran Hamasyan sind seine Kompositionen voller Klarheit, introvertierte Schätze und Landschaften zum Hören. Wasikowski bringt mit seiner herausragenden Technik, Spielfreude und Kompositionstiefe eine neue Dimension in das Soloklavier-Genre und zeigt, dass durchaus noch Einiges hinzuzufügen ist.
Auf «Taumorgen», seinem Albumdebut, spielt Wasikowski nicht nur atemberaubend schöne Klavierstücke, er schafft es Geschichten zu erzählen, Bilder zu malen. Das gefühlvolle und perfekt austarierte Spiel bildet die Basis für Stücke, die zwar in Melancholie schweben, aber immer dem Licht folgen. Stücke voller Klarheit, introvertierte Schätze, Landschaften zum Hören.
Eine Szene von «Auf dem Kopf gehen», Foto: Richard A. Schmidt
Johanna Franke & Pit Prager, Spiel
Ada Meret Helene Brack, Musik & Dramaturgie
Teresa Heiß, Bühne & Kostüme
Jakob Spiegler, Ko-Regie & Produktion
Jan Moritz Müller, Regie
Ein Therapieversuch nach Georg Büchner
«Den 20. ging Lenz durchs Gebirg.» So beginnt Georg Büchners berühmte Novelle «Lenz». Büchner greift dabei den realen Fall des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz auf, der sich in der Abgeschiedenheit eines Bergdorfes beim Pfarrer Oberlin in eine Art «Therapie» begeben hat, um seine Wahnvorstellungen, seine manischen Schübe und Anfälle zu heilen. Doch: Die Therapie scheint nicht anzuschlagen. Lenz durchlebt eine Achterbahnfahrt an psychischen Extrem-Zuständen und driftet zunehmend in den Wahnsinn ab.
Erotik wird in der Regel mit Sexualität und Pornographie in Verbindung gebracht. Medial erfolgt eine starke Präsenz sexualisierter Bilder, Intimität wird sichtbar gemacht, verhandelt und analysiert. Die vermeintliche Offenheit kaschiert die nach wie vor bestehende große Unsicherheit und auch das Unwissen in Bezug auf Sexualität und Erotik. Eigene Phantasien finden kaum Raum, sich zu entwickeln.
Doch was ist Erotik eigentlich und welche Rolle spielt sie? Marie Golüke versucht dieser Frage in ihrer installativen Performance THE EROTISM nachzugehen und erstellt eine erotische Momentaufnahme aus intellektueller, medialer und vor allem persönlicher und individueller Sichtweisen. Ausgehend von Erotik als ein Paradox aus Schönheit und Zerstörung wird sie in erster Linie als eine innere Erfahrung verstanden, die zuerst bei sich selbst gesucht werden muss, bevor sie mit anderen geteilt werden kann.
Marie Golüke, Performance & künstlerische Leitung
Kathe Tiemann, Regie
Jesus Fernández de Castro, künstlerische Leitung
Laura Paulina Kulks, Dramaturgie
Marc Dorendorf, Sounddesign
Julia Arbeiter, Bühnenbild & Technik
u.a.
Einvernehmliches Tabu-Verhalten
Scham wurde konstruiert, aufgezogen und zum Wachsen gebracht. Und seither werden ihre Regeln befolgt – seit Jahrhunderten. Die Gesellschaft sagt, man solle sich schämen, sie legt fest, wofür Scham gilt, und diese Vorgaben werden häufig unhinterfragt übernommen, während diejenigen verfolgt werden, die sich ihnen entziehen. Scham kann Sicherheit bedeuten. Aber ist sie auch Freiheit? Schamlosigkeit ist Provokation. Aber ist sie auch Freiheit? Scham kann das Leben bestimmen und das alltägliche Handeln prägen. In SHAME wird Scham als wesentliches Kriterium moralischer Vorstellungen hinterfragt und die Auswirkungen von Fremd- und Selbstzwängen untersucht. Das Stück wirft Fragen auf, ohne den Anspruch zu erheben, Antworten zu liefern.
Nach EROTISM versucht Marie Golüke mit SHAME, sich einer neuen «Basisemotion» zu nähern. Die Frage nach dem Ursprung von Scham und Schamlosigkeit führt dabei zu peinlichen Situationen und schamlosen Gedanken.
Eines der größten Probleme der postmodernen Gesellschaft
Auch im dritten und letzten Teil der Trilogie «Basismotivationen» lotet die Body-Art Performance Künstlerin Marie Golüke Grenzen aus, vor denen viele zurückschrecken und begibt sich auf die Suche nach der ursprünglichsten aller Motivationen, dem Instinkt.
Der Annahme, der Mensch sei ein reines Vernunftwesen, stellt die Künstlerin ein sinnliches Medienspektakel entgegen. In einer multimedialen Arena entsteht ein Zusammenspiel aus Performance, Sound und Video, in dessen Zentrum der Körper als Ausdruck innerer Instinkte steht.
Moral und Instinkt treten dabei in ein Spannungsfeld zwischen bewusstem und unbewusstem, erlerntem und angeborenem Verhalten. Das Publikum ist eingeladen, das Geschehen aus nächster Nähe zu verfolgen und die Wirkung von Instinkt und Kontrolle zu reflektieren.
Teil der Recherche sind Interviews mit Personen zwischen 18 und 60 Jahren, die zeigen, dass «Instinkt» im Tierreich klar beschrieben werden kann, beim Menschen jedoch weiterhin Klärungsbedarf besteht. In künstlerischen Interventionen entsteht ein Rahmen, der Austausch und Diskussion anregt und über das Stück hinaus weiterwirkt.
Bahn: RE7 (Dessau) bis Bad Belzig, weiter mit Bus 582 (Treuenbrietzen) bis Dahnsdorf und zu ca. 5 min. zu Fuß Auto: A9 bis Ausfahrt Niemegk, Richtung Bad Belzig, erste Kreuzung links Richtung Dahnsdorf Fahrrad:7,5 Kilometer ab Bad Belzig
Bitte informieren Sie sich vorab bei den Veranstaltern über mögliche Programmänderungen. Dort erhalten Sie auch Informationen über die Barrierefreiheit der Veranstaltungsorte.