Uckermärkischer Orgelfrühling

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Uckermärkischer Orgelfrühling

23. Mai bis 9. Juni

Wenn das Frühjahr mit warmen Tagen aufwartet, öffnen die uckermärkischen Kirchen wieder ihre Portale für einen Kunstgenuss der besonderen Art. Zum 14. Male findet in diesem Jahr der «Uckermärkische Orgelfrühling» statt. Das besondere Event, welches durch die Uckermärkische Orgelstiftung der Sparkasse Uckermark gefördert und durch die Uckermärkische Kulturagentur organisiert wird, befasst sich mit dem Erhalt der zahlreichen Instrumente in der Region. So locken wieder hochkarätige Künstler an der «Königin der Instrumente» in die Gotteshäuser. Die Konzerte finden als Benefizkonzerte statt. Es werden am Ende des Konzertes Spenden eingeworben, welche direkt in den Erhalt der wertvollen Instrumente fließen.

Das Festival trägt zur nachhaltigen Nutzung der rund 200 einzigartigen Orgeln der Region bei und gehört zu den kulturellen Höhepunkten der uckermärkischen Kultur- und Orgellandschaft.

Auswahl 2025

Eröffnungskonzert «Barocke Klangpracht»

Kirche St. Marien Angermünde Freitag, 23. Mai 2025, 19:00 Uhr
Cornelia Heil lächeltvergrößern
Cornelia Heil, © Künstler

Maria Schella an der Joachim-Wagner-Orgel
Cornelia Heil, Sopran
Joachim Karl Schäfer, 1. Piccolo-Trompete
Trompeten-Ensemble der Dresdner Bach-Solisten
Preußisches Kammerorchester
Jürgen Bischof, Dirigent

Musik u.a. von J. S. Bach, G. F. Händel, G. P. Telemann & A. Vivaldi

Das Eröffnungskonzert wartet entsprechend mit einer der wertvollsten Orgeln in Norddeutschland auf. In der Marienkirche können die Besucher die Klangfülle der dortigen Joachim-Wagner-Orgel aus dem Jahre 1745 genießen. Die Angermünder Kantorin Maria Schella wird «Barocke Klangpracht» auf dieser wunderbaren Orgel, gemeinsam mit dem Preußischen Kammerorchester virtuos präsentieren. Für ein extra fulminantes Musikerlebnis sorgen ferner die Sopranistin Cornelia Heil aus München, der Dresdner Joachim Karl Schäfer (1. Piccolo-Trompete) sowie das Trompeten-Ensemble der Dresdner Bach-Solisten.

Lassen Sie sich mit diesem Konzert in die Blüte der royalen Barockzeit entführen. Dirigent dieses besonders empfehlenswerten Konzertes wird Jürgen Bischof sein. Die Spenden dienen dazu, dringende Reparaturen an der historischen Substanz der Wagner-Orgel zu finanzieren.

Musikalische Reise von Klassik bis Filmmusik

Kirche St. Stephan Gartz an der Oder Samstag, 24. Mai 2025, 15:00 Uhr
Bogdan Narloch spielt Orgelvergrößern
Bogdan Narloch, Photo: I. Rogowska

Bogdan Narloch an der Ulrich-Fahlberg-Orgel
Roman Gryń, Trompeten

Komposition für Orgel und Trompeten

Der Orgelfrühling lädt insbesondere Filmfans nach Gartz/Oder ein. In der dortigen Kirche St. Stephan erklingen Stücke «Von Klassik bis Filmmusik». Bogdan Narloch an der Ulrich-Fahlberg-Orgel sowie Roman Gryń, Trompete(n) werden ihr Publikum dort unterhalten. Freuen Sie sich auf ein Konzert zweier polnischer absoluter Meister ihres Faches.

Die Kirche St. Stephan Gartz an der Oder erhielt im Jahr 1991 eine neue Orgel von Ulrich Fahlberg mit 16 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Ulrich Fahlberg baute bis 2003 einige meist kleine Orgeln. Seine hauptsächliche Tätigkeit war die Restaurierung und Pflege vieler historischer Orgeln, vor allem im nordbrandenburgischen Raum. Seine Nachfolger setzen diese Tradition fort.

Ein Rätsel-Konzert «To Bach or not to Bach»

Dorfkirche Dreesch Samstag, 24. Mai 2025, 16:00 Uhr
Hannes Ludwig mit Orgel.vergrößern
Hannes Ludwig, © Künstler

Hannes Ludwig an der Ulrich-Fahlberg-Orgel

Klang der Ulrich-Fahlberg-Orgel

In Dreesch findet ein etwas anderes Konzert statt. Kreiskantor und Orgelsachverständiger Hannes Ludwig bittet zu einem Rätselkonzert mit dem Titel «To Bach or not to Bach». Zum Jubiläum der dortigen Ulrich-Fahlberg-Orgel werden sicherlich spannende Details der Musikgeschichte dem geneigten Publikum offeriert.

Die verputzte Saalkirche wurde 1956 erbaut. Aus ihrem Satteldach erhebt sich im Westen ein quadratischer, schiefergedeckter Dachreiter, der mit einem Pyramidendach bedeckt ist. Er beherbergt hinter seinen Klangarkaden den Glockenstuhl. Der Innenraum der Dorfkirche Dreesch ist mit einem hölzernen, spitzzulaufenden Tonnengewölbe überspannt, das auf holzverschalten Wandvorlagen ruht. Die Innenarchitektur ist expressionistisch gestaltet. Die Orgel mit fünf Registern auf einem Manual und angehängtem Pedal wurde 1965 als Opus 1 (Meisterstück) von Ulrich Fahlberg gebaut.

Königin der Instrumente und Instrument der Könige

Dorfkirche Sternhagen Samstag, 31. Mai 2025, 16:00 Uhr
Orgel von der Dorfkirche Sternhagenvergrößern
Orgel von der Dorfkirche Sternhagen

Anna Firlus an der Joachim-Wagner-Orgel
Krzysztof Firlus, Viola da Gamba

Repertoire der Alten Musik

1736 wurde die Orgel in der Dorfkirche Sternhagen von Joachim Wagner in Berlin erbaut. Sie wurde über die Jahrhunderte hinweg immer wieder restauriert und umgesetzt – von Michael Lockstädt (1786) bis zur vollständigen Restaurierung 2009 durch Alexander Schuke Orgelbau. Besonders wertvoll wurde sie 1984 durch Wolf Bergelt wiederentdeckt und als Wagner-Orgel identifiziert. Dank der langjährigen Unterstützung des Architekten Jörg Wappler erstrahlt dieses Kulturerbe heute in neuem Glanz. Ein Meisterwerk der Orgelbaukunst – von der Vergangenheit in die Zukunft!

Von Wagner zu Wagner

Joachim-Wagner-Orgel in Dorfkirche Felchowvergrößern
Joachim-Wagner-Orgel in Dorfkirche Felchow, Photo: R. Golchert

Andreas Kessler an der Joachim-Wagner-Orgel Felchow
Maria Schella an der Joachim-Wagner-Orgel Angermünde

Wandelkonzert

Zwei uckermärkische Orgelschwestern im Porträt:

  • 15.00 Uhr: Kaffeetafel im Gutshaus Felchow
    - 15.30 Uhr: Orgelführung an der Wagner-Orgel (um 1745)
    (Rekonstruktion 2024 in den Originalzustand durch die Orgelbauwerkstatt Wegscheider)
    - 16.00 Uhr: Orgelkonzert in der Dorfkirche Felchow
  • 17.30 Uhr: Imbiss auf dem Kirchplatz Angermünde
    - 18.15 Uhr: Orgelführung an der Wagner-Orgel (von 1742/44)
    - 19.00 Uhr: Orgelkonzert in der Kirche St. Marien Angermünde

Exkursion von Uckermärkischer Orgelfrühling

Shalom – Kirche trifft Synagoge

Kirche St. Johannes Lychen Sonntag, 1. Juni 2025, 17:00 Uhr
Barnim-Grüneberg-Orgel von der Kirche St. Johannes Lychenvergrößern
Barnim-Grüneberg-Orgel von der Kirche St. Johannes Lychen

Konja Voll an der Barnim-Grüneberg-Orgel
Semjon Kalinowsky, Viola

Musik von L. Lewandowski, J. G. Rheinberger, M. Bruch, E. Bloch, M. Ravel,
J. Stutschewsky und J. Alain

Auf der Empore der Kirche St. Johannes Lychen steht eine Orgel aus dem Jahr 1907, hergestellt in der Werkstatt des Orgelbaumeisters Felix Grüneberg aus Stettin. Die Orgel hat 24 Register auf zwei Manualen und Pedal und 1684 Orgelpfeifen. Der Orgelprospekt ist barock gefasst, ebenso wie die Balustrade der Empore. Die Firma Fahlberg aus Eberswalde hat das Instrument im Jahr 1988 restauriert. Orgelprospekt unterstreicht mit den Farbanstrichen in blau, weiß und gold den barocken Charakter der Ausstattung, die durchweg aus dem Ende des 17. Jahrhunderts stammt.

Orgelführungen für Kinder und Jugendliche

Kirche St. Marien Angermünde Mittwoch, 4. Juni 2025, 09:30 Uhr
Mittwoch, 4. Juni 2025, 11:00 Uhr Mittwoch, 4. Juni 2025, 12:00 Uhr Freitag, 6. Juni 2025, 09:30 Uhr Freitag, 6. Juni 2025, 11:00 Uhr Freitag, 6. Juni 2025, 12:00 Uhr
Dorothea Janowski spielt Orgelvergrößern
Dorothea Janowski, © Künstler

Dorothea Janowski, Orgel

Historische Barockorgel (1742-44) von Joachim Wagner

Bereits zur Tradition geworden, führt Dorothea Janowski Schüler:innen der umliegenden Schulen und Bildungseinrichtungen durch die Kinderorgelführung in der St. Marienkirche Angermünde. Ihr Mann und sie organisieren gemeinsam Konzerte für die landesweite Reihe Musikschulen öffnen Kirchen.

Eine Besonderheit der Wagners Orgel in der Kirche St. Marien Angermünde ist die zwei erhaltenen, spiel- und stimmbaren Kesselpauken, die von Engeln traktiert werden. Zwei Posaunenengel können je nach Laune des Organisten ihr (hölzernes) Blech bewegen. Wenn dann noch der silberhelle Klang der Zimbelsterne «in den bunten Reigen sich ergießt», kennt die Freude des Publikums keine Grenze.

Nach Veränderungen an der Orgel im 19. und 20. Jahrhundert erfolgte 1967-1976 die Rekonstruktion durch die Firma Schuke, Potsdam. Dank des meisterlichen und engagierten Hausorganisten Dieter Glös, der seit über 25 Jahren in Angermünde wirkt, ist die Wagner-Orgel heutzutage einem internationalen Publikum ein Begriff.

Voranmeldung (03984 / 83 39 74 oder kontakt@umkulturagenturpreussen.de) erforderlich!

Der Uckermärkische Orgelfrühling zu Gast in Polen

St. Marien Stargard Donnerstag, 5. Juni 2025, 19:00 Uhr
ZYCH-Orgel in der Marienkirche Stargard, ©Musicam Sacramvergrößern
ZYCH-Orgel in der Marienkirche Stargard, ©Musicam Sacram

Julita Nohanowicz an der ZYCH-Orgel
Chor der Staatlichen Musikschule Stargard
Chor der Allgemeinen Musikschule Witold Lutosławski Stargard
Ensemble für Alte Musik der Musikschule Stargard
Paweł Osuchowski, Dirigent

Familienkonzert

Die Orgel in der Marienkirche Stargard, Polen, besaß feste Kombinationen: Piano, Mezzo-Forte, Forte und Tutti sowie Piano-Pedal, Mezzo-Forte-Pedal und Forte-Pedal. Ein Tremulant war für die Vox humana vorhanden. Vor dem Zweiten Weltkrieg befanden sich im Kirchenraum Orgeln von Barnim Grüneberg, die 1910 (Opus 625) erbaut wurden. Die Orgel war hinter einem neogotischen Prospekt angebracht, das von Karl Friedrich Schinkel im Jahr 1804 entworfen wurde. Die Orgel hatte 55 Register und insgesamt 3126 Pfeifen. Die aktuellen Orgeln wurden 2023 von der Firma Zych im Rahmen der sogenannten «Jahrhundert-Renovierung» in der St. Marienkollegiatkirche in Stargard gebaut.

Europäische Orgelmusik

Dorfkirche Schmiedeberg Samstag, 7. Juni 2025, 16:00 Uhr
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Lang & Dinse-Orgel in der Dorfkirche Schmiedeberg

Michael F. Runowski an der Lang & Dinse-Orgel

Musik von J. S. Bach, F. Nowowiejski und L.-J. Lefébure-Wély

Die Orgel der Dorfkirche Schmiedeberg aus dem Jahr 1855 wurde von Lang & Dinse aus Berlin gebaut und ersetzte ein kleines Instrument von Christian Friedrich Voigt aus Wartin aus dem Jahr 1773. Sie gilt als besonders wertvolles Werk der beiden Buchholz-Schüler. Reparaturen wurden 1886 von Hermann Teschner aus Fürstenwalde und 1921 von Albert Kienscherf aus Eberswalde durchgeführt. Die Prospektpfeifen, die 1917 für Rüstungszwecke eingeschmolzen wurden, wurden erst im Zuge der grundlegenden Restaurierung 2007/08 durch die Eberswalder Orgelbauwerkstatt Andreas Mähnert und Harry Sander ergänzt. Es handelt sich um eine Schleifladenorgel mit mechanischer Traktur und einem klassizistischen Prospekt mit flankierenden Rundtürmen. Sie steht gesondert unter Denkmalschutz. Acht Register sind auf einem Manual und Pedal verteilt, dazu gibt es drei Pedaltransmissionen.

Abendgruß und Morgensonne

Dorfkirche Groß Dölln (bei Templin) Samstag, 7. Juni 2025, 19:00 Uhr
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Albert-Hollenbach-Orgel von der Dorfkirche Groß Dölln

Insa Bernds an der Albert-Hollenbach-Orgel
Sarah Papadopoulou, Sopran
Jakub Rabizo, Violine

Werke für Geige, Orgel und Stimme

Eine Orgel erhielt die Dorfkirche Groß Dölln im Jahr 1883. Das Kreuz aus Eichenholz im Inneren ist 2,6 Meter hoch. Ein wertvoller Kronleuchter aus dem gesprengten Landsitz Carinhall schmückt die Kirche seit 1950. Dank der wohltätigen Spende eines Döllners von über 40.000 DM konnte die ganze Glockenanlage modernisiert werden. Jedes Jahr Ende Juni findet in dem Gotteshaus ein Kirchenfest statt, bei dem verschiedene Chöre auftreten und dessen Spendenerlös der Kirche zugute kommt.

Abschlusskonzert «Meisterwerke der Romantik für Chor & Orgel»

Maria-Magdalenen-Kirche Templin Montag, 9. Juni 2025, 17:00 Uhr
Alexander-Schuke-Orgelvergrößern
Alexander-Schuke-Orgel in der Maria-Magdalenen-Kirche

Matthias Wilke an der Alexander-Schuke-Orgel
Solisten & Projektchor der Kantoreien Zehdenick und Templin
Jasmin Reball, Choreinstudierung
Helge Pfläging, Dirigent & Choreinstudierung

Werke:
- Musik von A. Dvořák: Messe D-Dur op. 86
- F. Mendelssohn Bartholdy: Hymne «Hör mein Bitten»

Im Jahr 1994 wurde mit Hilfe von Spenden auf der Empore der Maria-Magdalenen-Kirche Templin eine neue Schuke-Orgel angeschafft, die die Vorgängerorgel von Jehmlich komplett (bis auf einige wiederverwendete Holzpfeifen) ersetzte. Die drei Manuale (Hauptwerk, Oberwerk und Schwellwerk mit jeweils zehn Registern) und das Pedal mit acht Registern spielen somit 38 klingende Register auf vollmechanischen Schleifladen an. Hinzu kommen sechs Normalkoppeln, zwei Tremulanten und ein Zimbelstern mit zwei Sonnen. Die Disposition entwarfen Rudolf Nehm und Klaus-Jürgen Gundlach.