Klassik ohne Grenzen

3 Frauen spielen unter freiem Himmel auf Geigenvergrößern
Klassik ohne Grenzen, Photo: Artur Kozlowski

4. bis 31. August

«Klassik ohne Grenzen» ist ein internationales Open-Air-Sommerfestival für klassische Musik in der deutsch-polnischen Grenzregion. An fünf aufeinanderfolgenden Wochenenden im August finden zahlreiche Konzerte in Frankfurt (Oder) und Słubice statt. Das Publikum erwartet ein Crossover-Programm aus Kammermusik, zeitgenössischen Interpretationen und originellen Arrangements, dargeboten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie renommierten Ensembles.

Hier trifft Wiener Klassik auf Romantik und Moderne. Hier wird zu Tango, Balkanfolk und Klezmer getanzt. Höhepunkt des Festivals ist das große sinfonische Abschlusskonzert am 31. August auf dem Frankfurter Anger, gespielt vom Festivalorchester, welches sich aus Musikerinnen und Musikern des Brandenburgisches Staatsorchesters Frankfurt und der Philharmonie Gorzów zusammensetzt.

Alle Konzerte bestechen durch ihre zwanglose Atmosphäre in den schönsten Parkanlagen der Doppelstadt. Und das bei freiem Eintritt!

Sommerfestival in der deutsch-polnischen Grenzregion 2024

Zauber der Harfenklänge

Am Anger, Frankfurt (Oder) Sonntag, 4. August 2024, 11:00 Uhr
1 Mann steht neben einer Harfevergrößern
Joel von Lerber, Photo: Zuzanna Specjalweb

Rafał Kłoczko, Dirigent
Joel von Lerber, Harfe
Streichorchester der Tadeusz Baird Philharmonie Zielona Gora

Werke von François-Adrien Boieldieu, Claude Debussy,
Edvard Grieg und Wojciech Kilar

Harfe gilt als eines der ältesten Musikinstrumente der Welt und doch ist sie selten als Solostimme zu hören – die Harfe. Hier erklingt sie gleich zweimal, sogar als führendes Instrument mit Orchesterbegleitung, und zeigt ihre sehr unterschiedlichen Facetten in der Musik von François-Adrien Boieldieu und Claude Debussy. Das Programm wird ergänzt durch zwei «Schlagerstücke» für das Streichorchester: das von der Hohen Tatra inspirierte «Orawa» und die Suite «Aus Holbergs Zeit».

Rafał Kłoczko studierte in Danzig, Krakau und Wien. Er arbeitete unter anderem im Rahmen des Salzburger Festivals 2016 und absolvierte 2017 ein Dirigentenpraktikum an der Wiener Oper. Im Jahr 2023 erhielt er den «International Opera Award» für die Premiere der Oper «Jawnuta» von S. Moniuszko.

Joel von Lerber begann im Alter von sechs Jahren Harfe zu spielen. Er studierte an der Hochschule für Musik in Basel, an der Hochschule der Künste in Zürich sowie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Aktuell ist Joel von Lerber Artist in Residence der Philharmonie Zielona Gora.

Classic meets jazz

Lennépark, Frankfurt (Oder) Samstag, 10. August 2024, 19:00 Uhr
4 Männer mit Streichmusikinstrumentenvergrößern
Atom String Quartet, Photo: Joanna Wizmur

Atom String Quartet:
Dawid Lubowicz & Mateusz Smoczyński, Violine
Michał Zaborski, Viola
Krzysztof Lenczowski, Cello

Werke von Fryderyk Chopin, Henryk Wieniawski, Mieczysław Karłowicz,
Witold Lutosławski und Krzysztof Penderecki

Das Atom String Quartet ist eines der faszinierendsten Streichquartette der Welt und gleichzeitig eine der besten polnischen Jazzbands. Die Band kombiniert die Möglichkeiten eines klassischen Streichquartetts mit weit gefasster Improvisation und lässt sich dabei von polnischer Volksmusik, Anleihen aus vielerlei Kulturen sowie Strukturen zeitgenössischer Musik inspirieren.

Auf dem Programm stehen Werke polnischer Komponisten aus verschiedenen Epochen, die von den Musikern des Atom String Quartet für ein improvisierendes Streichquartett arrangiert wurden. Lassen Sie sich überraschen von der eigenen Herangehensweise der vier Vollblutmusiker und erleben Sie, wie Musik Brücken zwischen Genres bauen kann.

Confluences

Lennépark, Frankfurt (Oder) Sonntag, 11. August 2024, 11:00 Uhr
3 Musiker mit Musikinstrumentenvergrößern
Georgiy Lomakov, Atsuko Koga & Radosław Kurek, ©Künstler

Atsuko Koga (Japan), Flöte
Georgiy Lomakov (Ukraine/Deutschland), Cello
Radosław Kurek (Polen), Klavier

Werke von Ludwig van Beethoven, Gabriel Fauré und Charles Martin Loeffler

Das Trio Koga/Lomakov/Kurek wurde 2014 mit der Aufnahme «A Musical Reverie» für das deutsche Label Genuin Classic ins Leben gerufen. Obwohl alle Mitglieder aus unterschiedlichen Ecken und Kulturen der Welt stammen, sind sie bestrebt, ein Repertoire zu erforschen, das ursprünglich für andere Ensembles bestimmt war, um in einer Formation gemeinsam zu musizieren, in die das Schicksal sie eher zufällig zusammengeführt hat.

Kommen Sie mit auf eine musikalische Reise vom bekannten Kammermusikklassiker über französische Nuancen bis hin zu einer amerikanischen Entdeckung. Der luftig-lockere Klang mit seiner ungewöhnlichen Instrumentenkombination aus Flöte, Cello und Klavier passt perfekt zu den drei Stücken: Spielerisch-witzig Beethovens sogenanntes «Gassenhauer-Trio», Faurés Spätwerk als unbefangene und intime Meditation und schließlich Loefflers verschwommene impressionistische Gedichte - eine absolute Entdeckung!

Tango mit Marimba

Collegium Polonicum, Słubice Samstag, 17. August 2024, 19:00 Uhr
1 Frau mit Klaviervergrößern
Monika Pończocha-Górna, Photo: Weronika Kozanecka

Kamil Karmelita, Marimba
Monika Pończocha-Górna, Klavier

Werke von Camille Saint-Saëns, Darius Milhaud, Eric Sammut

Schlagzeuger Kamil Karmelita schloss sein Studium an der Musikakademie in Poznań mit Auszeichnung ab und ist Preisträger vieler internationaler Schlagzeugwettbewerbe. Von 2015 bis 2019 war er Mitglied des Santander Orchestra unter der Leitung von Maestro Krzysztof Penderecki und Maestro John Axelrod. Heute lehrt er an den Musikschulen in Frankfurt (Oder) und Beeskow.

Pianistin und Musiktherapeutin Monika Pończocha-Górna ist Absolventin der Musikhochschule in Bydgoszcz und studierte Musiktherapie an der Musikakademie in Wrocław. Neben ihrer Tätigkeit als an der Staatlichen Musikgrundschule in Słubice und an der Musikschule in Beeskow leitet sie Musiktherapie-Workshops und gestaltet unkonventionelle Musikprojekte.

Lassen Sie sich mitnehmen auf einen Ausflug durch verschiedene musikalische Stile, bei der sich entschlossene Rhythmik mit malerischen Melodien vermischt und eine Welt bunter Illustrationen entsteht. Das Konzert ist eine einzigartige Kombination aus Klavier- und Marimba-Klängen, die den außergewöhnlich virtuosen Interpreten ungewohnte Formen der Zusammenarbeit im Hinblick auf Klang- und Artikulationsexperimente ermöglicht.

The best of Kroke

Lienaupark, Frankfurt (Oder) Sonntag, 18. August 2024, 11:00 Uhr
3 Männer mit Musikinstrumentenvergrößern
Band «Kroke», ©Künstler

Kroke (jiddisch: Kraków):
Tomasz Kukurba, Bratsche
Jerzy Bawoł, Akkordeon
Tomasz Lato, Kontrabass

Eigene Arrangements und Bearbeitungen von Themen der jüdischen Volksmusik

Kroke wurde 1992 von drei Freunden gegründet. Als Absolventen der Krakauer Musikakademie scheuten sie sich nicht, mit Jazz und zeitgenössischer Musik zu experimentieren. Die Band, die bisher nur mit Klezmer-Musik in Verbindung gebracht wurde, greift in ihrer aktuellen Arbeit auf Inspirationen aus der ethnischen Musik und auf Autorenimprovisationen zurück. So entsteht ein eigener Stil, der über Grenzen, Formen und Zeiten hinweg schwebt und der nicht nur vom Publikum, sondern auch von Künstlern in aller Welt geschätzt wird.

Hier verbinden sich die alte und neue Klezmerwelt, Tradition und Moderne, zu einem erstklassigen musikalischen Erlebnis. Das weltbekannte polnische Klezmer-Trio nimmt Sie mit auf eine Reise durch die jüdischen Viertel des alten Krakau, den Balkan und den Orient. Die Melodien, die auf diesen Reisen gehört werden, erscheinen in einem neuen Glanz. Neben den traditionellen Musikmotiven werden im Programm auch neue Kompositionen des Trios im modernen Klezmerstil zu hören sein.

Mit der Zaubergeige durch den Dschungel

Gertraudenpark, Frankfurt (Oder) Samstag, 24. August 2024, 16:00 Uhr
Ein Mann mit Geigevergrößern
Tassilo Probst, Photo: Davidausserhofer

Tassilo Probst, Violine
Die Klassikentdecker:
Malte Arkona, Sprecher
Mezzo, animierte Figur

Nicht nur für Kinder! Rund um Beethoven, Mozart & Co. auf die Spur.

Eine Geige ist eine echte Abenteurerin. Sie ist schließlich selbst aus den tollsten Hölzern gebaut und kennt den dichtesten Dschungel aus dem Effeff(-Loch). Während Reiseleiter Malte schnell die Orientierung verliert und sich auf der Route völlig verirrt, kann Tassilo mit der magischen Kraft der Violine gefährliche Tiere verzaubern und sogar in verschiedenen Tiersprachen spielen. Mit einem abenteuerlustigen Publikum und der Kraft der vier Saiten kommt selbst der verwirrteste Reiseleiter wieder auf die richtige Spur.

1 Mann mit einer animierten Figurvergrößern
Die Klassikentdecker: Malte & Mezzo, ©Künstler
Die Klassikentdecker: Das sind Malte Arkona und sein liebenswert-vorlauter Freund Mezzo. Wie die beiden zueinander fanden, weiß das ungleiche Duo gar nicht mehr so genau – doch nun sind sie unzertrennlich. Gemeinsam entdecken sie die Welt der Klassik in unserem modernen Leben – und gehen spielerisch und mit viel Humor. Zwischen Küchenchaos und Komponisten, Museumsmuffeln und Mitsingliedern: Malte zeigt Mezzo auf vielfältigen Alltagsabenteuern, wie cool klassische Musik ist!

Der Virtuose und Margarete

Collegium Polonicum, Słubice Samstag, 24. August 2024, 19:00 Uhr
Schwarz-Weiß-Bild: 1 Frau mit einem Geigevergrößern
Małgorzata Krzyżanowicz, Photo: Margot

Waldemar Malicki, Klavier und Erzählung
Małgorzata Krzyżanowicz, Cello

Werke von Giacomo Puccini, Carl Orff, Edvard Grieg, Emanuele Silvestri u.a.

Waldemar Malicki ist einer der vielseitigsten polnischen Pianisten: bekannt als Solist, Kammermusiker und Improvisator. Er schloss sein Instrumentalstudium an der Musikakademie in Gdańsk mit Auszeichnung ab und vervollkommnete anschließend seine Fähigkeiten in Wien. In dem Programm «Der Virtuose und Margarete», das die schönsten klassischen Themen für Cello und Klavier in meisterhaftem Klang präsentiert, wird er von der vielseitig begabten Cellistin Małgorzata Krzyżanowicz begleitet. Virtuosität - eine Kombination aus Technik, Phantasie, Verzweiflung und Risikobereitschaft! Kraftvolle Klavierklänge und romantische Cello-Phrasierung oder vielleicht auch umgekehrt? Um das herauszufinden, müssen Sie es hören!

Apollo & Dionysus

Gertraudenpark, Frankfurt (Oder) Sonntag, 25. August 2024, 11:00 Uhr
2 Frauen mit schönen schwarzen Haaren in Schwarzvergrößern
Die Schwestern Danae und Kiveli Dörken, Photo: Nikolaj Lundweb

Die deutsch-griechische Schwestern Danae und Kiveli Dörken, Klavierduo

Werke von Franz Schubert, Johannes Brahms, Maurice Ravel und Manuel de Falla

Vier Hände, 88 Tasten und eine sehr persönliche Auswahl von Musik, die intime Klavier-Psychogramme aus dem Olymp ergeben. Mit «Apollo & Dionysus» präsentieren Danae und Kiveli Dörken ihr erstes gemeinsames Klavierduo-Album: ein Studiodebüt von konzeptioneller Raffinesse und atemberaubender Virtuosität.

Zwei Schwestern, ein Instrument. Jede für sich eine außergewöhnliche Pianistin von eigenem Temperament, zusammen eine untrennbare Einheit mit identischer Musik-DNA. Kiveli und Danae Dörken setzen seit Jahren als Klavierduo Maßstäbe, und das sowohl mit ihrer pianistischen Leistung als auch durch ihre außergewöhnlichen Programme. Dass die beiden in jeglicher Hinsicht ein geborenes Duo sind, zeigen sie regelmäßig auch in ihrem launig-informativen Podcast «The Sister Trill» sowie bei dem 2015 von ihnen ins Leben gerufenen «Molyvos International Music Festival» auf der Insel Lesbos.

Abschlusskonzert: Musik des Kosmos, der Leidenschaft und Liebe

Am Anger, Frankfurt (Oder) Samstag, 31. August 2024, 19:00 Uhr
Die Leute schauen Konzertvergrößern
Abschlusskonzert «Klassik ohne Grenzen», ©Veranstalter

Kateryna Titova, Klavier
Mark Rohde, Dirigent
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Orchester der Philharmonie Gorzow

Werke von u.a. Peter Tschaikowsky, Sergeij Rachmaninow, Richard Strauss, Richard Wagner und Johannes Brahms

In den Weiten der Vergangenheit entstanden, scheinen die Meisterwerke klassischer Komponisten wie für die Leinwand geschaffen zu sein, obwohl ihre Entstehungszeiten noch vor der Ära des Films lagen. Diese zeitlose Verbindung zwischen Musik und bewegten Bildern ist kein Zufall. Vielmehr ist sie das Ergebnis einer tiefen Verwandtschaft zwischen Musik und Theater, die es der Musik ermöglicht, Emotionen und Geschichten auf eine Weise zu vermitteln, die über das Visuelle hinausgeht.

Seit den frühesten Tagen des Films haben Regisseure und Produzenten die kraftvolle Wirkung der Musik der klassischen Komponisten als essentiellen Bestandteil ihrer Werke erkannt. Die musikalischen Meisterstücke verleihen den Bildern eine zusätzliche Dimension, die sie bereichert und vertieft.

In diesem Sinne präsentiert das Abschlusskonzert des diesjährigen Festivals «Klassik ohne Grenzen» ein facettenreiches Potpourri aus Themen der klassischen Musikszene, die in der Welt des Films ein zweites Leben gefunden haben. Tauchen Sie ein in die zauberhafte Symbiose von Musik und Film und entdecken Sie, wie die zeitlosen Klänge der Vergangenheit die Geschichten der Gegenwart auf faszinierende Weise bereichern.