Brandenburgisches Literaturbüro

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Villa Quandt Potsdam

Die Mitarbeiter des Brandenburgischen Literaturbüros planen mit Autoren und Schauspielern über 60 Lesungen jährlich, die in Zusammenarbeit mit Bibliotheken, Theatern, Verlagen, Buchhandlungen, Galerien und Museen im Land Brandenburg stattfinden. Besonders die Veranstaltungsreihen in Cottbus und Lübbenau (Lausitzer Lesart), die Premnitzer und Luckenwalder Literaturgespräche sowie Textlandschaften Zossen-Wünsdorf finden großen Zuspruch.

Klangbild Brandenburg. Hundert Jahre Hörgeschichte
Jede Zeit hat ihren eigenen, wiedererkennbaren Klang. Das Brandenburgische Literaturbüro sammelt private Tonaufnahmen aus einem Jahrhundert Hörgeschichte in Brandenburg. Haben sich in Ihrer Familie Schallplatten, Tonbänder oder Kassetten mit Aufnahmen von Familienfeiern, von Treffen mit Freunden, von gemeinsamer Musik oder von anderen Anlässen überliefert? Zusammen mit Aufnahmen aus öffentlichen Archiven soll das Hörbild einer Region entstehen, das die Jahre von 1900 bis 2000 in Klang und Sprache nacherlebbar macht. Wenn Sie unser Vorhaben unterstützen möchten, bitten wir Sie, Kontakt mit uns aufzunehmen:

Brandenburgisches Literaturbüro | Große Weinmeisterstr. 46/47 | 14469 Potsdam Tel.: 0331-23700258 | info@zeitstimmen.de |

Programm 2022

Edgar Selge «Hast du uns endlich gefunden»

Hans Otto Theater PotsdamSamstag, 19. März 2022 20 Uhr
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Edgar Selge

Lesung & Gespräch

Moderation: Harald Asel (inforadio vom rbb)

Ein Zwölfjähriger erzählt seine Geschichte zwischen Gefängnismauer und klassischer Musik.
Eine Kindheit um 1960, in einer Stadt, nicht groß, nicht klein. Ein bürgerlicher Haushalt, in dem viel Musik gemacht wird. Der Vater ist Gefängnisdirektor. Der Krieg ist noch nicht lange her, und die Eltern versuchen, durch Hingabe an klassische Musik und Literatur nachzuholen, was sie ihre verlorenen Jahre nennen. Überall spürt der Junge Risse in dieser geordneten Welt. Gebannt verfolgt er die politischen Auseinandersetzungen, die seine älteren Brüder mit Vater und Mutter am Esstisch führen. Aber er bleibt Zuschauer. Immer häufiger flüchtet er sich in die Welt der Phantasie. Dieser Junge, den der Autor als fernen Bruder seiner selbst betrachtet, erzählt uns sein Leben und entdeckt dabei den eigenen Blick auf die Welt. Wenn sich der dreiundsiebzigjährige Edgar Selge gelegentlich selbst einschaltet, wird klar: Die Schatten der Kriegsgeneration reichen bis in die Gegenwart hinein. Edgar Selges Erzählton ist atemlos, körperlich, risikoreich. Voller Witz und Musikalität. Ob Bach oder Beethoven, Schubert oder Dvořák, Marschmusik oder Gospel: Wie eine zweite Erzählung legt sich die Musik über die Geschichte und begleitet den unbeirrbaren Drang nach Freiheit. «Hast du uns endlich gefunden» ist Edgar Selges literarisches Debüt.

Juli Zeh «Über Menschen und Literatur»

WaschhausMontag, 13. Juni 2022 19:30 Uhr
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Juli Zeh

Lesung und Gespräch
Moderation: Knut Elstermann

Juli Zehs neuer Roman «Über Menschen» erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein. Nicht nur in der Literatur, will sie einen unmittelbaren Zugriff auf die Wirklichkeit haben, stellt sich die Frage, «ob und wie man damit leben kann, dass andere Menschen etwas anderes denken als man selbst, ja, dass sie gewissermaßen in einem ganz anderen, eigenen Universum leben, in dem ihnen die Dinge anders erscheinen. Natürlich gibt es im Zusammenleben Grenzen, wie man sich verhalten darf, was man sagen darf und was nicht. Zum Teil werden diese Grenzen durch Gesetze gesichert, zum Teil auch durch ungeschriebene Regeln der Sittlichkeit, des Anstands und des Geschmacks. Das gilt überall und ist gut so. Allerdings beobachten wir derzeit eine Tendenz, dass viele Menschen es auch innerhalb dieser Grenzen schwierig finden, auf Menschen zu treffen, die eine andere Weltsicht vertreten. Das führt dann zu dem Gefühl, dass man selbst im Recht ist, während die anderen verrückt geworden sind. In letzter Konsequenz macht das einsam, und es behindert ein offenes Gespräch, wie wir es in einer Demokratie eigentlich führen wollen.» (Juli Zeh)

Im Gespräch zwischen Knut Elstermann und Juli Zeh geht es um die Kraft der Literatur, Brücken zwischen scheinbar unversöhnlichen Positionen zu bauen.

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Brandenburgisches Literaturbüro
Villa Quandt
Große Weinmeisterstraße 46/47
14469 Potsdam
T: 0331-2804103, F: 0331-240884
www.literaturlandschaft.de

Karten unter: 0331- 2804103

Anreise und Touristinformation

Anfahrt Villa Quandt: Mit Tram 92 oder Tram 96 bis Puschkinallee, von dort 900 m Fußweg

Tourist-Info am Alten Markt, und im Hauptbahnhof

T: 0331-27558899
www.potsdamtourismus.de