Junge Künstler stellen sich vor

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Schloss Kampehl

Ein ganz besonderes Konzept, das steckt hinter dem sperrigen Namen «Junge Künstler stellen sich vor – Konzerte in Schlössern und Herrenhäusern der Mark Brandenburg (JKSSV)».

  • Die Musiker sind am Beginn ihrer Karriere, oft noch in Ausbildung, aber schon mit vielen Preisen ausgezeichnet. Sie prägen jedes Konzert mit ihrem ganz eigenen Charme, egal ob Kammermusik oder Tango, ob Klavier oder Gitarre.
  • 2020 gibt es wieder wechselnde, reizvolle Spielorte, schön renovierte Schlösser. ein Herrenhaus und eine sehr, sehr alte Burg.
  • Die Führungen vor dem Konzert informieren, was es dort mit Geschichte und Architektur auf sich hat, oft sehr erzählt persönlich mit spannenden Geschichten aus eigenem Erleben.
  • Das kulinarische Beiwerk gibt’s vor dem Konzert und in der Pause: Landkuchen vom Blech, mit und ohne Sahne, mit Kaffee oder anderen Getränken.

Alles in allem eine kulturelle Landpartie mit Kunstgenuss, die zu neuen oder schon lange beliebten Zielen führt. Nach Konzertende gegen 18 Uhr bleibt noch Zeit für ein Abendessen in der Umgebung.

Seit über 25 Jahren hat sich – auch dank immer neuer musikalischer Highlights - das Konzept des gemeinnützigen Vereins JKSSV bewährt: Er fördert begabte, junge Musiker/innen im Bereich Kammermusik, um ihnen Gelegenheit zu öffentlichen Auftritten zu geben. Meist kommen sie von der Berliner Hochschule für Musik «Hanns Eisler» und der Universität der Künste.

In diesem Jahr gibt es wieder fünf Konzerte. Die Orte: die große Orangerie von Schloss Charlottenburg in Berlin, Schloss Kartzow nördlich von Potsdam, Gut Sieversdorf im Odervorland, Schloss Wiepersdorf im Niederen Fläming, das einst der Familie von Arnim gehörte, und schließlich die Jahrhunderte alte Burg Beeskow. Auf dem Programm steht unter anderem Musik auf historischen Instrumenten wie Cello und Harfe, klassische Kammermusik, ein Klavierrezital, ein Gitarrenquartett mit Oboe und ein Klassisches Trio mit Tango-Projekten.

Programm 2021

Kulturkirche Luckau

Kulturkirche LuckauSamstag, 10. Juli 2021 16 Uhr
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Kulturkirche Luckau

Simon Haje Klavier

Ein Konzert im früheren Gefängnis? Warum nicht, wenn es so hergerichtet ist wie die Kulturkirche Luckau. Die schier unglaubliche Geschichte vom Kloster über Knast zu Kunst und Kultur begann im 13. Jahrhundert. Da ließen Dominikaner am Rand des Stadtkerns Kirche, Kreuzgang, Klostersäle, Refektorium, Wirtschaftsgebäude, Brauerei und Garten entstehen. Nach der Reformation verfielen die leerstehenden Gebäude. Bis vor rund 250 Jahren dort eine sogenannte Armenanstalt und ein Zuchthaus entstanden. Ein Areal, das immerhin bis 2005 von der Öffentlichkeit abgeschottet blieb. Dann ging es in den Besitz der Stadt über. Mit dem Restaurieren wurde das typische Kirchendach wiederhergestellt, die Fenstergestaltung im östlichen Teil verändert. Ein heller Anstrich macht das Gebäude freundlicher. Das ehemalige Kutscherhaus ist heute Eingangsbereich, dort kommt man in ein licht-durchflutetes Foyer. Ein Glasbetonbau schafft die Verbindung zur Kulturkirche.
Neben wechselnden Sonderausstellungen erzählen zwei Dauerausstellungen von der kulturellen Entwicklung der Niederlausitz sowie von der 250-jährigen Geschichte des Strafvollzugs. Man kann auch noch heute Zellen besichtigen, auch die, in der einst Karl Liebknecht einsaß. Das frühere Hafthaus wird als Kreisarchiv genutzt. Einige Gebäude auf dem ehemaligen Kloster- und späteren Gefängnisareal wurden umgebaut, aus Zellen und Büros wurden Wohnungen. Ein Spaziergang zeigt weitere Sehenswürdigkeiten. So die großenteils erhaltene Stadtmauer aus dem 13. Und 14. Jahrhundert, die barocken Giebelhäuser aus dem 17. Jahrhundert am Marktplatz, das Rathaus aus derselben Zeit und nicht zuletzt im Stadtpark das Mahnmal für die Opfer des Faschismus von 1949.

Stadtkirche St. Marien, Altlandsberg

Stadtkirche St. Marien, AltlandsbergSamstag, 18. September 2021 16 Uhr
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Stadtpfarrkirche Altlandsberg

Antonia Mütze Viola
Kei Kashiwabara Violine
Clara Schmidek Violoncello

Werke von L. van Beethoven, E. von Dohnányi und Z. Koldáy

Meistens steht eine Stadtkirche in der Mitte des Ortes. In Altlandsberg nicht. Die protestantische Pfarrkirche St. Marien findet sich am Nordrand des Städtchens in ziemlich direkter Nachbarschaft zur Schlosskirche. Vermutlich hatten sich hier die ersten christianisierten Slawen mit einer Holzkirche niedergelassen. Die ersetzte in der Mitte des 13. Jahrhunderts der imposante Feldsteinbau mit gotischem Sterngewölbe. Zu der Zeit etwa wurde das damals ziemlich ferne Berlin zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Um 1500 wurde die Kirche spätgotisch umgebaut und im 19. Jahrhundert weiter verändert. Das Städtchen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Hussiten fielen hier ein, es gab Pestepidemien, im Dreißigjährigen Krieg brannte es nieder. Graf Otto von Schwerin erwarb 1654 die abgebrannte Stadt, ließ sie neu aufbauen und das Barockschloss und die zugehörige Saalkirche errichten. Bei Otto von Schwerin verbrachte der preußische König Friedrich I. einen Teil seiner Jugend, später baute er Altlandsberg zur Nebenresidenz aus. 1670 kamen die ersten Hugenotten Brandenburgs, zogen jedoch schon bald nach Berlin in die privilegierte Französische Kolonie. 1684 vernichtete ein neuerlicher Stadtbrand 90 Prozent der Stadt. Es sollte nicht der letzte sein, der war erst 1854.
Kürzlich ist St. Marien komplett restauriert worden, war aber schon seit einiger Zeit fester Bestandteil der Altlandsberger Sommerkonzerte – bis Corona einen Strich durch die Rechnung machte. Einen Ausflug ist Altlandsberg aber allemal wert mit seinem Schloss und den Kirchen, den liebevoll sanierten historischen Häusern und Gassen und einer gut erhaltenen Stadtmauer umgeben von Wiesen, Weiden und Feldern.

Schloss Reckahn, Gästehaus

Schloss Reckahn, GästehausSamstag, 16. Oktober 2021 16 Uhr
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Schloss Reckahn

Pacific-Quintett
Flöte, Oboe, Horn, Fagott und Klarinette

Auch Schloss Reckahn ist eher ein großes Herrenhaus, aber was für eines!
Erbaut wurde es im Schlüterschen Barockstil zu Beginn des 18. Jahrhunderts für die Familie von Reckahn. Inzwischen ist es restauriert, rundherum lädt einer der ältesten Landschaftsparks von Brandenburg ein. Zum historischen Ensemble gehören eine Barockkirche (1739) und das ehemalige Schulhaus (1773), heute ein Schulmuseum, das über die pädagogischen Reformen des Gutsbesitzers Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805) informiert. Seine Dorfschule, die den Bildungsstandard verbessern sollte, wurde bald zu einer Musterschule für ähnliche Initiativen. Über die Grenzen hinaus bekannt war sein »Kinderfreund. Ein Lehrbuch zum Gebrauch in Landschulen«.
Mit seiner Frau Christiane Louise machte er Schloss Reckahn zu einem Treffpunkt für aufgeklärte Zeitgenossen, vor allem Pädagogen. Zahlreiche Personen auch aus dem europäischen Netzwerk der Aufklärung besuchten die Rochows und die Reckahner Schule. Darüber, insbesondere die Agrarreformen, berichtet die Ausstellung im Schloss. Dort wird es auch eine Führung geben.
Das Gästehaus im jüngst restaurierten Renaissancebau lädt ein zu Übernachtungen und Tagungen, und uns zu einem Konzert. Das Schlossensemble ist für diese Konzertreihe nicht ganz neu, wir waren bereits 2 Mal zu einem Konzert im Schloss. Reckahn ist heute Teil der Gemeinde Kloster Lehnin.
Ein Blick in die jüngste Geschichte: 1945 nutzte die Rote Armee das Schloss, später war dort die Schule von Reckahn. Nach 1996 wurde das Haus restauriert, einige Räume dem ursprünglichen Zustand nachempfunden, insbesondere das Treppenhaus.

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Veranstalter, Informationen,Kartenservice

Junge Künstler stellen sich vor – Konzerte in Schlössern und Herrenhäusern der Mark Brandenburg. e.V.
www.jungekuenstlerstellensichvor.com
Freya Kaulbars T: 030-3213356,
E-mail: jkssv@gmx.de

Führungen

14.30 Uhr - bei allen Veranstaltungen außer Schloss Kartzow