Finsterwalder Kammermusikfestival

Stadthalle Finsterwalde "Kulturweberei"vergrößern
Stadthalle Finsterwalde «Kulturweberei», © Kulturweberei Finsterwalde

6. – 22. März: Sehnsucht

Die sechs Konzerte stehen unter dem Titel «Sehnsucht»: ein Gefühl, das im Publikum geweckt werden soll.

In der heutigen Welt wird das Sehnen oder Verlangen nach Schönem, Neuem, nach Abenteuer und Ferne, Perfektion und Unterhaltung, den neusten Errungenschaften in Technik und Spielerei stets befeuert. Der Mensch ist täglich diesen Einflüssen ausgesetzt und kommuniziert darüber mit der Umwelt meist in digitaler Form.

Aber was ist Sehnsucht eigentlich? Ist es die Suche nach dem Sehnen oder eine sich sehnende Sucht? Einerseits sehnen Menschen sich nach unerfüllten Wünschen, fernen Menschen oder nicht in ihrem Besitz befindlichen Dingen. Andererseits kann das Sehnen auch eine Antriebskraft sein, eben jene unerfüllten Wünsche zu erfüllen. Ob es dann ein gutes oder schlechtes, freudiges oder trauriges Sehnen ist, kann nur jede und jeder für sich selbst entscheiden.

Die sechs Konzerte des Kammermusikfestivals Finsterwalde möchten das Bewusstsein der Zuhörerinnen und Zuhörer schärfen und sie sensibilisieren für eigene Sehnsüchte und deren Erfüllung. Zugleich öffnen sie den Blick auf die Sehnsüchte vergangener Epochen und ihrer Komponistinnen und Komponisten. Ziel ist es, das Publikum zu berühren und auf eine musikalische und ästhetische Reise mitzunehmen.

Die Musikerinnen und Musiker der Ensembles unserer diesjährigen Konzerte bringen ihre eigenen Ideen zum Thema Sehnsucht mit ein und vermitteln sie dem hiesigen Publikum musikalisch und in ihrer persönlichen Moderation während der Konzerte.

Programm 2026

Sinopoli Quartett

Kulturweberei Finsterwalde Freitag, 6. März 2026, 19:30 UhrTickets
Foto-collage: Die Musikervergrößern
v.l.n.r: oben: Teresa Beldi, Foto: Guido Werner; Robert Lis, Foto: Jörg Simanowski / unten: Michael Horwarth, Foto: Ludwig Olah; Michael Schmid, Foto: Shirley Suare

Sinopoli Quartett:
Robert Lis & Michael Schmid, Violine
Michael Horwarth, Viola
Teresa Beldi, Violoncello

Werke von A. Dvorák, F. Mendelssohn-Bartholdy & M. Ravel

Das Sinopoli Quartett besteht aus Musikern der Sächsischen Staatskapelle Dresden und wurde in der Spielzeit 2025/26 gegründet.

Robert Lis zählt zu den herausragenden polnischen Geigern seiner Generation und ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Nach Positionen bei der Radio Kamer Filharmonie und im Nederlands Philharmonisch Orkest ist er seit 2018 2. Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Er spielt eine Pietro-Floriani-Violine von 1835.

Michael Schmid ist mehrfacher Preisträger, u. a. beim Bundeswettbewerb «Jugend musiziert» und beim Internationalen Johannes Brahms-Wettbewerb. Nach seinem mit Auszeichnung abgeschlossenen Studium in Wien wurde er 2017 Mitglied der Staatskapelle Dresden. Seit 2024 unterrichtet er an der Musikhochschule Regensburg.

Michael Horwath ist Mitglied des Dresdner Streichquintetts und des ensemble frauenkirche. Als Kammermusiker gastiert er regelmäßig in renommierten Häusern wie der Semperoper Dresden, dem Gewandhaus Leipzig und bei internationalen Festivals, etwa in Kanada.

Teresa Beldi studierte in Tel Aviv, Berlin und an der Barenboim-Said Akademie. Konzertreisen führten sie durch Europa und Israel. Sie ist Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra und seit 2022 festes Mitglied der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Musikalischer Stadtspaziergang in Finsterwalde – Tradition trifft Moderne: Stadterneuerung durch Bürgersinn

Kulturweberei Finsterwalde Sonntag, 8. März 2026, 11–19 UhrTickets
Saniertes Fabrikgebäude in rotem Backstein, im Hintergrund ein hoher Fabrikschornstein, im Vordergrund Grafik von 2 Touristenvergrößern
Kulturweberei Finsterwalde, Foto: Jennifer Endom, Grafik: Kulturfeste e.V.

Erkunden Sie einen Tag lang zu Fuß Geschichte und Wandel von Finsterwalde. Einst als Siedlung im «finsteren, dunklen Wald» gegründet, gilt die Stadt heute als Musterbeispiel gelungener Stadtsanierung. Wir starten mit einer Führung durch das Sänger- und Kaufmannsmuseum (Treffpunkt bei Tourbeginn): Erkunden Sie einen original erhaltenen Kolonialwarenladen und erfahren Sie, warum Finsterwalde sich Sängerstadt nennt. Nach einem Mittagessen in einem Restaurant am Marktplatz führt Sie Torsten Drescher durch die Altstadt. Er schließt für uns Turm und Ratssaal des Renaissance-Schlosses auf und spannt den Bogen unterhaltsam von der Stadtgründung über bemerkenswerte Frauen der Stadtgeschichte bis zur Transformation der Stadt nach dem Mauerfall.

Ziel der Tour ist die nahegelegene «Kulturweberei». Die stillgelegte historische Weberei ist heute eine hochmoderne Konzert- und Stadthalle. Ihre Restaurierung wurde mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis ausgezeichnet. Besichtigen Sie einen der historischen Webstühle und erhalten einen exklusiven Blick hinter die Kulissen und auf die Veranstaltungstechnik. Nach Kaffee und Kuchen in der Kulturweberei genießen Sie ein Konzert des Finsterwalder Kammermusikfestivals im Saal: Das herausragende Duo Jost Costa spielt von 17–19 Uhr Werke am Piano zu vier Händen von Schubert, Debussy und Liszt.

Veranstalter: Kulturfeste im Land Brandenburg e.V. 0331-9793304
Kosten: 30,- € (inklusive Konzertticket, Museums-, Stadtführung und Führung durch Kulturweberei - ohne Verpflegung, Barzahlung bei Tourbeginn)
Anmeldung bis So. 22. Februar: per E-Mail an tourismus@kulturfeste.de
Anreise: ab Berlin Hbf mit RE7 (Senftenberg) bis Calau, weiter mit RB43 (Falkenberg) bis Finsterwalde Bhf., mit Auto über A13 und B96, kostenfreie Parkplätze am Schloss Finsterwalde. VBB-Fahrtenplaner

Traumwandler

Kulturweberei Finsterwalde Sonntag, 8. März 2026, 17:00 UhrTickets
Duo Jost Costa: 1 Mann mit Brille und 1 Frau mit orangem Kleidvergrößern
Duo Jost Costa, Foto: Jessy Stapf

Duo Jost Costa:
Yseult Jost & Domingos Costa, Klavier

Werke am Klavier zu vier Händen von Franz Schubert, Claude Debussy & Franz Liszt

Zu Tag, des Nachts - sanfte Vision oder bewegende Utopie, Träume durchziehen den Geist des Menschen. Die Komponisten dieses Konzertprogramms wandeln zwischen den Spähren: dem Realen und dem Reich der Fantasie. Im Mai 1828 enstand Schuberts f-Moll-Fantasie, inspiriert von Caroline Esterházy. Debussys «La Mer»-Skizzen (1905) malen poetisch das Meer, faszinierend in Licht und Bewegung, auch als Klavierfassung. Liszts «Les Préludes» (1854) fragt nach Liebe, Leid und Tod – eine sinfonische Meditation über das menschliche Dasein. Raffinierte Virtuosität, Klangsinnlichkeit und eine Vorliebe für außergewöhnliche Programme zeichnen das 2006 gegründete Duo aus. Nach Studien in Paris, Stuttgart und Basel gewann es den Grieg-Wettbewerb. Yseult Jost und Domingos Costa gastierten international bei Festivals, Theatern und Konzerthäusern, spielten in sozialen Einrichtungen und Gefängnissen. Komponisten widmeten ihnen neue Werke. Duo Jost Costa kooperiert mit Orchestern, lehrt weltweit, realisiert Kinderkonzerte, verbindet Musik mit Tanz, Dichtung und Malerei und kuratiert die Reihe «Salon Europa». Mehr Infos zum Konzert

Einen musikalischen Stadtspaziergang durch Finsterwalde zum Konzert können Sie hier separat buchen.

Images de la Nature

Kulturweberei Finsterwalde Freitag, 13. März 2026, 19:30 UhrTickets
3 Musiker mit ihren Instrumentenvergrößern
accio piano trio, © Künstler

accio piano trio:
Clemens Böck, Violine
Anne Sophie Keckeis, Cello
Christina Scheicher, Klavier

Werke von W. A. Mozart, C. Chaminade, L. Boulanger, M. Bonis & K.-M. Murphy

In diesem Programm geht es um Impressionen der Natur und wie sie die Menschen bzw. die Komponistinnen zu Musik inspiriert. Licht und Farbe, wechselnde Stimmungen vom Frühlingsmorgen bis zum Kaminabend und magische Figuren spielen dabei auch eine Rolle. Das Programm beginnt mit Mozarts D-Dur-Fragment, vervollständigt dank Constanze Mozart. Cécile Chaminades a-Moll-Trio und Lili Boulangers «D’un matin de printemps» wecken Frühlings- und Naturstimmung. Mel Bonis kontrastiert Romantik und Impressionismus, während Kelly-Marie Murphys Werk als dramatisches Finale den Lebenszyklus eines Phoenix, eine inspirierende Botschaft von Erneuerung und Hoffnung in Krisenzeiten, symbolisiert.

Das accio piano trio gründete sich im Jahr 2013 an der Universität Mozarteum Salzburg. Seither kann das Ensemble auf eine rege und kontinuierliche Konzerttätigkeit im In- und Ausland verweisen und erspielte sich mehrere Preise bei bundesweiten und internationalen Wettbewerben. Das Trio studierte zunächst am Salzburger Mozarteum. Nach einem Intermezzo mit wechselnden Cellisten vereinigten sich Clemens Böck, Anne Sophie Keckeis & Christina Scheicher 2018 wieder und absolvierten ab 2020 das gemeinsame Masterstudium Kammermusik an der HMDK Stuttgart. Bereichert durch viele wertvolle Impulse, schlossen sie den Master of Music 2023 mit Auszeichnung ab.

Quatuor Blanc

Kulturweberei Finsterwalde Sonntag, 15. März 2026, 17:00 UhrTickets
Quatuor Blanc: 4 Musiker mit Instrumentenvergrößern
Quatuor Blanc, Foto: Cyrille Guignard

Quatuor Blanc:
Hans-Christian Jaenicke, Violine
Goran Lazarevic, Akkordeon
Salome Jijeishvili, Klavier
Julian Eingang, Kontrabass

Werke von Antonín Dvořák & Hans-Christian Jaenicke

Hans-Christian Jaenicke konzertierte mit dem Oh-Ton-Ensemble Oldenburg, Dirigent David Coleman (London), Rachel Evans (Meridian-String Quartet, New York) und Cellist/Komponist Graham Waterhouse (Philharmonia Orchestra London). Er komponierte Bühnenmusik für das Theaterfestival Erlangen und war regelmäßig mit experimentellen Programmen beim Hamburger blurred edges-Festival sowie als Solist in der Elbphilharmonie zu Gast.

Der Serbe Goran Lazarevic gilt als außergewöhnlicher Akkordeonist und konzertierte weltweit mit Musikern aus Syrien, Palästina, England, Deutschland, Vietnam, Kanada, China sowie mit dem NDR Elbphilharmonie-Orchester unter Alan Gilbert.

Salome Jijeishvili aus Georgien spielte bereits mit 7 Jahren ein Mozart-Klavierkonzert als Solistin. Sie ist international als Konzertpianistin aktiv und gastierte in Sotschi, Moskau, Zürich sowie in Italien und Deutschland. Besonderes Interesse hat sie an Projekten, die klassische Musik mit anderen Kunstformen verbinden.

Der Österreicher Julian Eingang studierte Kontrabass und Komposition in Wien. Er arbeitet in Jazz, freier Improvisation, Tango und Neuer Musik. Seit 2022 setzt er sein Aufbaustudium in Deutschland fort und erhielt internationale Aufmerksamkeit durch CD-Veröffentlichungen mit dem «Maraal Trio» und seinem «EingangQuintett».

2 Kinderkonzerte werden mit eben jenem Quatuor Blanc stattfinden.

Kinderkonzerte mit QUATUOR BLANC

Kulturweberei Finsterwalde Montag, 16. März 2026, 10:00 Uhr
Montag, 16. März 2026, 11:30 Uhr
Tickets
1 Kind spielt Harfe.vergrößern
Kinderkonzerte, © Veranstalter

QUATUOR BLANC
Hans-Christian Jaenicke, Violine
Goran Lazarevic, Akkordeon
Salome Jijeishvili, Klavier
Julian Eingang, Kontrabass

Konzerte für Kinder und Jugendliche

Das Ensemble Quatuor Blanc stellt den Kindern seine Instrumente vor: Das Akkordeon und der Kontrabass sollen den instrumentalen Horizont der Kinder erweitern. Auch musikalisch verspricht es durch die abwechslungsreiche Musik aus dem Abendprogramm eine unterhaltsame Stunde für die jungen Musikfreunde zu werden. Der rege Zuspruch für die Kinderkonzerte alljährlich belohnt die Bemühungen der Veranstalter und Veranstalrerinnen des Kammermusikfestivals Finsterwalde, Kinder und Jugendliche für klassische akustische Musik zu sensibilisieren und zu begeistern.

Schulklassen können sich unter kultur@finsterwalde.de oder 03531 783502 voranmelden.

Liederabend

Kulturweberei Finsterwalde Freitag, 20. März 2026, 19:30 UhrTickets
Fotocollage: 3 Musikervergrößern
Mirella Hage, Frank Immo Zichner & Shells Ezra, © arcis visuals

Mirella Hage, Sopran
Frank Immo Zichner, Klavier
Shelly Ezra, Klarinette

Programm:

  • … und was da schallt sind Lieder: Lieder von R. Schumann & F. Mendelssohn Bartholdy
  • Es liebt sich so lieblich …: Lieder von J. Brahms, F. Mendelssohn Bartholdy, R. Schumann & J. Strauss
  • Der Hirt auf dem Felsen (D 965): Lied von F. Schubert
  • Frühlingsnächte: Lieder von F. Mendelssohn Bartholdy, R. Schumann & J. Strauss
  • Du bist’s.: Lieder von R. Schumann, F. Mendelssohn Bartholdy & H. Wolf

Mirella Hagen begann ihre Laufbahn im Opernstudio der Staatsoper und hatte feste Engagements in mehreren deutschen Städten. Als freischaffende Sängerin gastierte sie international u. a. an Theater an der Wien, Semperoper, Bayerischer Staatsoper, Grand Théâtre Genève, Komischer Oper Berlin und Oper Graz und arbeitete mit Orchestern wie BR-Symphonieorchester, Freiburger Barockorchester und Concentus Musicus Wien.

Shelly Ezra ist eine vielseitige Solistin, Kammermusikerin und Interpretin Neuer wie Alter Musik. Sie gewann nationale und internationale Wettbewerbe und trat mit Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Münchener Kammerorchester, Staatsphilharmonie Nürnberg und Israelischem Kammerorchester auf.

Frank-Immo Zichner ist Pianist mit Fokus auf selten gespielte Werke. Er konzertierte weltweit, spielte u. a. mit DSO Berlin und RSB unter Dirigenten wie Marek Janowski und Michael Sanderling und unterrichtet an der Universität der Künste Berlin, wo er das Kammermusikzentrum gründete. 2022 nahm er mit dem Trio Libermé Beethovens Klaviertrios auf.

Weimarer Klavierquartett

Kulturweberei Finsterwalde Sonntag, 22. März 2026, 17:00 UhrTickets
Weimarer Klavierquartett: Fotocollage von 4 Musikernvergrößern
Weimarer Klavierquartett, Foto: Jürgen Vetter

Weimarer Klavierquartett:
Johanna Zmeck, Klavier
Barbara Seifert, Violine
Jakob Tuchscheerer, Viola
Nassib Ahmadieh, Cello

Werke von Fanny Hensel, Dora Pejačević & Robert Schumann

Zwei Musiker und zwei Musikerinnen, deren Wege sich an der Hochschule für Musik «Franz Liszt» Weimar kreuzten, gründeten gemeinsam 2010 das Weimarer Klavierquartett. Seither konzertiert das Ensemble in unveränderter Besetzung und erarbeitete sich ein breit gefächertes Repertoire der Klavierquartett-Literatur. Über die Jahre entwickelte sich ein eigener, charakteristischer Ensembleklang, der auf künstlerischer Übereinstimmung und persönlicher Verbundenheit beruht.

Besondere Meilensteine waren zwei vom Quartett in Auftrag gegebene Neukompositionen: So fand 2016 die Uraufführung des Klavierquartetts des libanesischen Komponisten Houtaf Khoury sowie 2025 die Uraufführung der Komponistin Maria Parton-Luft statt. Beide Werke wurden vom Publikum und der Fachpresse mit großer Begeisterung aufgenommen.

Die gemeinsame Leidenschaft für die Kammermusik und eine langjährige Freundschaft prägen das künstlerische Selbstverständnis des Quartetts. Im Januar 2024 erschien die erste CD des Ensembles mit Werken von Antonín Dvořák.