Große Peitzer Teichtour oder vom Wandel einer Landschaft
Markt 1
Im Fokus der Tour stehen natürlich die Teichgebiete. Am Beispiel dieser Teichgebiete lässt sich der Wandel einer Landschaft, der natürlich in der vom Kohleabbau gekennzeichneten Lausitz besonders rasant und umfänglich vonstatten geht, eindrücklich zeigen.
Der Legende nach sollen Cottbuser Franziskanermönche zwischen Cottbus und Peitz Teiche angelegt haben. Tatsächlich entstanden die Peitzer Teiche aber etwas später zur Regierungszeit des neumärkischen Markgrafen Johann von Küstrin (Markgraf Hans) Mitte des 16. Jahrhunderts und dienten seit jeher der Karpfenzucht, hatten aber daneben auch eine strategische Bedeutung für die Peitzer Festungsanlage. Die Bärenbrücker Teiche entstanden ebenso im 16. Jahrhundert, hatten aber keine militärische, sondern eine rein wirtschaftliche Bedeutung. Später, im 18. Jahrhundert, wurden die Teiche bei Lakoma angelegt, die jedoch heute nicht mehr existieren. Der Hammergraben, auch im 16. Jahrhundert angelegt, versorgte bzw. versorgt alle drei Teichgruppen mit Wasser aus der Spree.
Der berühmte Geograph und Kupferstecher Matthäus Merian hat Anfang des 17. Jahrhunderts die historische Kulturlandschaft in einem Ortslexikon vergleichsweise umfangreich beschrieben.
Das Peitzer Teichgebiet besteht heute aus 35 Teichen unterschiedlichster Größe. Der Neuendorfer Oberteich hat eine Fläche von 222 Hektar und ist damit sogar der größte Teich in der Bundesrepublik. Das gesamte Teichgebiet hat eine Größe von etwa 1000 Hektar und ist somit auch das größe zusammenhängende Teichgebiet Deutschlands. Die Gesamtfläche des Teichgebietes ist über die Jahrhunderte etwa gleich geblieben. Die Anzahl der Teiche hat sich aber Mitte des 19. Jahrhunderts vergrößert. Bis ins 19. Jahrhundert hinnein wurden die Teiche mit Karpfen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Größe durcheinander besetzt. Ab Mitte des Jahrhunderts wurde die Karpfenzucht ……
Die Teiche sind Heimat des Peitzer Karpfens, der als europäische Marke Schutzstatus genießt. Weitere Bewohner des Gebietes, viele Arten von Wassenvögeln und Amphibien, genießen gleichermaßen Schutz: Das Gebiet zählt zu den seltenen „Ramsar“-Feuchtgebieten. Der größte Teil der Peitzer Teiche liegt übrigens in der Gemarkung des Dorfes Maust in der Gemeinde Teichland.