Brandenburg-Preußen Museum Wustrau
Eichenallee 7a
In der 2026 eröffneten Hauptausstellung Kopfgeburt | Preußen wird die brandenburgisch-preußische Geschichte auf einer Fläche von 350 m² dargestellt. Ein zentrales Anliegen ist die kritische Auseinandersetzung mit Urteilen und Vorurteilen – entlang der Frage: „Was machte Preußen aus?“
Statt einer chronologischen Nacherzählung beleuchtet die Ausstellung in sechs Themenräumen – Expansion, Autorität, Pragmatismus, Effizienz, Innovation und Widerstand/Protest – was hinter den großen Schlagworten steckt, mit denen Preußen bis heute verbunden wird. Neben klassischen Museumsobjekten setzt die Ausstellung auch auf spielerische Vermittlung: Ein 3D-Puzzle der Marienburg (Malbork) und ein Würfelspiel zum Thema Einwanderung laden dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern zu erleben. Interaktive Stationen ergänzen die Exponate und eröffnen neue Zugänge für ein breites Publikum.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beziehung zwischen Polen und Preußen, die grundlegend für das Verständnis preußischer Geschichte, in Deutschland aber bis heute wenig präsent ist. Ausgangspunkt ist das Jahr 1525, als Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach das Herzogtum Preußen vom polnischen König Sigismund I. als Lehen empfing. Über Jahrhunderte waren beide Länder politisch, territorial und kulturell eng verwoben. Ein mittelalterlicher Gewölbeziegel aus der Marienburg (Malbork), von polnischen Partnern für die Ausstellung übergeben, steht neben vielen anderen Objekten exemplarisch für diese gemeinsame Geschichte – und für die gewachsene deutsch-polnische Zusammenarbeit.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Freistaat Preußen nach 1918. Nach dem Ende der Monarchie wurde Preußen zu einem stabilisierenden Faktor der Weimarer Republik – ein demokratisches Kapitel, das im öffentlichen Bewusstsein bis heute kaum präsent ist und in der Ausstellung als eigenständige Phase preußischer Geschichte sichtbar gemacht wird.
Am ersten Sonntag des Monats ist der Eintritt frei. Am letzten Sonntag des Monats werden Führungen angeboten, für die keine zusätzliche Gebühr erhoben wird. Weitere Führungen sowie die Nutzung des Neubaus für Tagungen können gegen ein Entgelt gerne vereinbart werden.