Kolonistenkirche Großderschau
Kleinderschauer Straße 1
Über eine neu eingebaute Treppe gelangt man in den Patronatsraum. Dieser beherbergt eine Dauerausstellung der Kirchengeschichte, sowie eine Schulausstellung aus dem 18/19 und 20 Jahrhundert. Auf dem Weg zur Orgel kann man eine Original nachgestellte Butterakademie entdecken, eine Bügeleisenausstellung und Waschen wie vor 150 Jahren. Weiter geht es mit dem Pantienenmacher und ein Raum mit der Vereinsgeschichte vom "Kolonistenhof". Unsere Museumsausstellung wird noch im Jahr 2026 erweitert und zukünftig in der gesamten ersten Empore zu finden sein.
Der kleine Ort Großderschau wurde 1938 aus 7 Kolonien, die von 1749 – 1787 durch Friedrich II. besiedelt wurden, gebildet und hieß damals Friedrichsdorf. Die Kolonistenkirche Großderschau wurde 1785 zum Abschluss der Entwässerungsarbeiten auf Befehl Friedrichs II. gebaut und ist die einzige Kirche, die der König für die Kolonisten erbauen ließ.
Der Grundriss der Kirche soll auf die ehemalige Potsdamer Garnisonkirche zurückgehen. Die Kolonistenkirche ist ein massiver Putzbau und wurde in der Übergangsphase von der Barockepoche zum Klassizismus errichtet. Bemerkenswert ist, dass die Kirche in Nordsüd-Richtung, statt wie üblich in Ostwest-Richtung steht. Der quergestellte Saalbau hat eine Länge von 22 m und ist 15 m breit. Der quadratische Turm hat eine Höhe von 28 m. Der hölzerne Altar stammt aus der Bauzeit und steht frei vor der Kanzel. Die Lütkemüller-Orgel steht an der Südwand auf der unteren Empore, die hier segmentförmig ausgebogen ist und unterbricht die obere Empore.
1994 wurde das Dach des Kirchenschiffes neu eingedeckt, 1995 wurde die Kirchendecke erneuert und 2002 der Turm restauriert. Seit 2013 erklingt die Lütgemüllerorgel nach 35 Jahren Schweigen wieder.