Rohkunstbau 2018Dahme-Spreewald

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Rohkunstbau

Es mag zunächst seltsam erscheinen: eine internationale Ausstellung, die den Titel einer Bahnsteigdurchsage trägt. Der eindringliche Ausruf dient den Passagieren gemeinhin als Warnung, um auf die Lücke beim Ein- und Ausstieg hinzuweisen. Das Englische „to mind“ fordert zur Vorsicht, zum Sich-in-Acht-Nehmen auf; gleichzeitig deutet „the gap“ auf einen Raum hin, der ein gefährlicher Riss, ein potenzieller Bruch oder eine Verletzungsursache ist, ein ungelöster Zustand des Dazwischen.

Das Thema des XXIV. ROHKUNSTBAU: „Achtung – Mind the Gap“ knüpft an den letzten „XXIII. ROHKUNSTBAU: Die Schönheit im Anderen – The Beauty of Difference“ an, eine Ausstellung, die Differenz und Andersheit durch kreative und menschliche Diversität zelebrierte. Die diesjährige 24. Ausgabe des ROHKUNSTBAU befasst sich mit verstärkt zu beobachtenden Phänomenen im heutigen Europa: schwelende Auseinandersetzungen, größer werdende Klüfte innerhalb von Gesellschaften, Entfremdung. Konflikte zwischen Regionen und Nationalstaaten (Katalonien oder das Baskenland in Spanien), Bestrebungen bestehende nationale Einheiten aufzulösen (Schottland und Großbritannien), Formen von inneren ethnischen Verwerfungen oder sprachlichen Spaltungen: All diese Aspekte schürten in jüngster Vergangenheit das Gefühl der Zerrissenheit. Die zunehmende Sensibilisierung dafür ermöglicht und fordert eine intellektuelle und emotionale Auseinandersetzung mit dem Beschriebenen.

XXIV. ROHKUNSTBAU 2018: Achtung – Mind the Gap

XXIV. ROHKUNSTBAU 2018: Achtung – Mind the Gap

Die Künstlerinnen und Künstler der XXIV. ROHKUNSTBAU-Ausstellung widmen sich eben jenen „gaps“ , den Lücken zwischen Individuum und Kollektiv. Sie beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Spannungen, wahrgenommenen Identitäten und Assoziationen und beziehen mit ihren Werken Stellung zur derzeitigen Situation in Europa und über dessen Grenzen hinaus.

Neun internationale Künstlerinnen und Künstler sowie ein Künstlerduo nehmen sich dieser Aufgabe an. Die Arbeiten berühren die Thematik dabei jeweils auf eine ganz eigene Art und Weise – stets mit dem Vorhaben, die Problematik fernab simpler Polemik aufzudecken. So kommen die soziokulturellen Gräben im Kontext des vorherrschenden Gefühls der europäischen Zerrissenheit in all ihrer Vielschichtigkeit zum Ausdruck.

KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER:

Laura Bruce, USA

Martin Dammann, Deutschland

GODsDOGs (Britta & Ron Helbig), Deutschland

Nilbar Güreş, Türkei

Holly Hendry, Großbritannien

Magdalena Jetelová, Tschechien

Roman Korovin, Lettland

Zofia Kulik, Polen

Kate McMillan, Australien/Großbritannien

Christopher Winter, Großbritannien/ Deutschland

30. Juni bis 9. September, 12.00-18.00 Uhr Schloss Lieberose

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg e. V. Tel.: +49 (0) 331 2005780 www.rohkunstbau.de