Unidram

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Olivier de Sagazan "Hybridation", Photo: Solve Sundsbo

31. August bis 5. September 2021

Labyrinthe, Schattenräume, mechanische Apparaturen und Klangmaschinen – das urspünglich für November 2020 geplante Theaterfestival UNIDRAM präsentiert nun im Spätsommer 2021 an sechs Tagen einen spannenden Mix unterschiedlichster Theaterformen. Visuelle Experimente und das Spiel mit den Möglichkeiten des Theaters um Illusion und Wirklichkeit stehen im spannenden Kontrast zu politischen Positionierungen. Mehr als 60 Künstler aus 9 Ländern präsentieren ihre Inszenierungen in Potsdams einzigartigem Kulturareal Schiffbauergasse.

Eines der Festivalhighlights ist die Inszenierung «WORK» der belgischen Gruppe Cie Claudio Stellato, die auf unterhaltsame Weise ihre Kombination aus Performance und Neuem Zirkus zu einer Quelle absurder Komik werden lässt. In der Deutschland-Premiere von «Las Hermanas Verán» zeigt die spanische "Andrea Cruz Company", wie die Bilder der Vergangenheit die Gegenwart überfluten und all die Utopien und Träume zu neuem Leben erwachen lassen. Ein weiterer Höhepunkt des Festivals ist die interaktive Produktion «This work about the orange» der französisch-italienischen Gruppe "Cie Les 3 Plumes", die im Rahmen von UNIDRAM Deutschland-Premiere feiern wird.

Programm 2019

DON'T WE DESERVE GRAND HUMAN PROJECTS THAT GIVE US MEANING?

T-WerkDienstag, 29. Oktober 2019 20 Uhr
Mittwoch, 30. Oktober 2019 20:30 Uhr
Foto: Tom Calleminvergrößern
Foto: Tom Callemin

Eine weiße, quadratische Plattform, die über dem Boden zu schweben scheint; ein weicher Belag, eine Art abstraktes Gras. Kleine Türen lassen Objekte und Figuren erscheinen. Ein Voice-over, irgendwo zwischen Sportkommentator und Animator für Zaubertricks. Und zwei Akteure, die in diesen Bilderwelten als visuelles Double auftauchen, mit sich selbst interagieren und selbst Teil des Settings werden. Ein streng komponiertes Bildvokabular führt die ZuschauerInnen Schritt für Schritt in ein Universum aus Farbcodes, skurrilen Transformationen und komisch-verzerrten Bildern und somit durch die verschiedenen Ein- und Ausgänge der Realität.

GRITOS (SCHREIE)

FabrikMittwoch, 30. Oktober 2019 19 Uhr
Donnerstag, 31. Oktober 2019 20:15 Uhr
Gritos (Foto: Renato Mangolin)vergrößern
Gritos (Foto: Renato Mangolin)

Geboren in einem fremden Körper, verloren in einer Gesellschaft voller Vorurteile, Verachtung und Intoleranz. „Gritos“, ein szenisches Gedicht der Wandlungen und Kollisionen an der Grenze zwischen plastischer Kunst, animierten Objekten und Figuren, Theater und Tanz. Es zeigt den nichtbeachteten, den „unsichtbaren Menschen“ und rekonstruiert anhand dreier lyrisch-traumhafter, motivisch miteinander verwobener Geschichten das menschliche Dasein in seiner Absurdität, emotionalen Verletzlichkeit und Einsamkeit sowie seinem unbedingten Streben nach Liebe und Anerkennung gegen alle äußeren Widerstände.

BILDRAUM

Waschhaus ArenaMittwoch, 30. Oktober 2019 20:30 Uhr
Bildraum (Foto: Salih Kilic)vergrößern
Bildraum (Foto: Salih Kilic)

Eine Fotokamera durchquert ein Miniaturmodell aus intimen und öffentlichen Orten. Die dabei eingefangenen Momente sind fortlaufend in Szene gesetzte Bilder, die lediglich Spuren vergangener menschlicher Aktivitäten zeigen; eine unerklärlich stille, verlassene Welt schlichter Interieurs. Ein rätselhaft visuelles Universum, das zwischen Realität und Science-Fiction oszilliert, in dem Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig existieren und wo persönliche Erinnerungen mit zeitgenössischer Bildkultur kollidieren. Als lebendige Szenografie ist „Bildraum“ ein begehbares Fotoalbum oder ein „Architektur-Spaziergang“ durch imaginäre Räume.

TWILIGHT

WaschhausDonnerstag, 31. Oktober 2019 18 Uhr
Donnerstag, 31. Oktober 2019 20:15 Uhr Freitag, 1. November 2019 18 Uhr Freitag, 1. November 2019 20:30 Uhr Samstag, 2. November 2019 19:30 Uhr
Twilight (Foto: Studio CCRZ)vergrößern
Twilight (Foto: Studio CCRZ)

Wände wie aus Rohbeton. Ein Gewitter kündigt sich an, auf nassen Fahrbahnen rasen Autos, ein Hund bellt. Grelle und schwindende Lichtimpulse, Übergänge zwischen Tag und Nacht, Dämmerträume, Interferenzen. Eine Choreografie für das sterbende Licht. Die Schönheit erodiert – alles scheint zur Vergänglichkeit zu drängen. Mit seinen visuell-akustischen Erscheinungen und Transformationen rückt der architektonische Raum von „Twilight“ die Raum-Zeit-Wahrnehmung ins Zentrum. Der einzige menschliche Faktor ist das Publikum selbst, das im Wandel und meditativen Zusammenspiel metaphorischer Bilder seine Wirklichkeit kreiert.

KLAVIERSTÜCK

Waschhaus ArenaDonnerstag, 31. Oktober 2019 19 Uhr
Klavierstück (Foto: Barbara Antal)vergrößern
Klavierstück (Foto: Barbara Antal)

Schieben, Kippen, Rollen und Drehen. Verkanten, Heben und Zerlegen – „Klavierstück“ ist ein Duett für einen Tänzer und ein Klavier, das all die Möglichkeiten dieser Beziehung, ihrer Grenzen und Abhängigkeiten erforscht. Ein tänzerischer Balanceakt aus fragmentarischen Szenen voller Anfänge und unerfüllter Erwartungen, bei dem das Klavierspiel buchstäblich zum Spiel mit dem Klavier wird. Dabei wird das wertvolle Alltags- und Statusobjekt in ein Kunstobjekt verwandelt und mittels einer entrückt wirkenden und virtuos-präzisen Nonsens-Choreografie sowie elektronischer Sounds am Ende als fragiles Bau-Kunst-Werk neu errichtet.

INVISIBLE LANDS

Museum Fluxus+Donnerstag, 31. Oktober 2019 19 Uhr
Freitag, 1. November 2019 19 Uhr Samstag, 2. November 2019 18 Uhr
Invisible lands (Fotos: Pernilla Lindgren)vergrößern
Invisible lands (Fotos: Pernilla Lindgren)

Inspiriert von Italo Calvinos Roman „Die unsichtbaren Städte“ bilden für „Invisible Lands“ die Geschichten Tausender von Vertriebenen den Hintergrund. Dafür wird der vertraute menschliche Körper zum verwundbaren, unbekannten Terrain. In seinen „Landschaften“ werden Miniaturfiguren platziert, in spezifische physische Positionen und Situationen gebracht und live gefilmt. Der Wechsel zwischen Kinderspiel und Live-Storytelling, zwischen Mikro- und Makroperspektive macht deutlich, dass Meinungen über Fluchtgeschichten immer eine Frage des Blickwinkels sind. Zugleich wird der Impuls, die eigene Haut retten zu müssen, buchstäblich in Szene gesetzt.

HLUBINY (TIEFEN)

T-WerkDonnerstag, 31. Oktober 2019 20:15 Uhr
Hlubiny (Tiefen) (Fotos: Vojtěch Brtnický)vergrößern
Hlubiny (Tiefen) (Fotos: Vojtěch Brtnický)

Drei Pilger haben schwer zu schleppen: gigantische Gobelins, Matratzen, ganze Schreibtische, Bügeleisenschuhe und glühende Pfannen. Mal sind sie Korbmacher, mal Zauberer, mal Krieger, mal Geisterseher oder gar die Inkarnation Gottes. Das Trio liebt heidnische Bräuche und das Volkstümliche ebenso wie das Alte Testament als unerschöpfliche Inspirationsquellen. Wunderheilungen, Birkenrituale, Opferdarbringungen – am Ende hallt der Ruf „Wir alle sind Kugeln!“ durchs weite Bühnenrund. Zwischen exotischer Zeremonie und dadaistischem Mysterienspiel suchen die drei ihr Heil und werden mit viel schwarzem Humor, Slapstick und einem magischen Ende tatsächlich fündig.

KONZERT

T-WerkDonnerstag, 31. Oktober 2019 21:30 Uhr
Szenenfoto

Wanubalé Wanubalé ist ein neunköpfiges Kollektiv, das eine unverwechselbare Mischung aus Stilen mit einer unvergleichlichen Energie auf die Bühne bringt. Jazz, Funk und Dub verbunden mit Einflüssen aus der modernen elektronischen Musik sorgen für eine explosive Mischung. Mit einer vierköpfigen „brass section“ und einer „rhythm section“ mit zwei Schlagzeugern überzeugen sie live mit raffinierten Beats, Improvisationen und wunderbaren Arrangements.

MEET FRED

HOT ReithalleFreitag, 1. November 2019 19 Uhr
Meet red (Fotos: Holger Rudolph, Tom Beardshaw)vergrößern
Meet red (Fotos: Holger Rudolph, Tom Beardshaw)

Es ist nicht leicht, anders zu sein! Mit Fred, der nur einen halben Meter großen, temperamentvollen Stoffpuppe, erwacht eine politisch völlig unkorrekte Figur zum Leben. Er möchte ein ganz normaler Kerl sein, der einen Job bekommt, ein Mädchen trifft. Stattdessen findet er sich in einer absurden Show wieder, in der sein Leben mehr und mehr außer Kontrolle gerät. Es droht ihm sogar der Verlust seiner PLE (Puppen-Lebens-Erlaubnis). Freds Abhängigkeit von denen, die ihn führen, wird zum Sinnbild für gesellschaftliche Zwänge, Vorurteile und Machtmissbrauch schlechthin. „Meet Fred“ ist eine scharfsinnig-subversive Gesellschaftssatire, deren Humor in tiefstem Schwarz erstrahlt.

BLACK REGENT

Waschaus ArenaFreitag, 1. November 2019 20:30 Uhr
Samstag, 2. November 2019 19:15 Uhr
Black regent (Fotos: Jouini Ihalainen, Tom van Nuffel)vergrößern
Black regent (Fotos: Jouini Ihalainen, Tom van Nuffel)

Ein einzelner Körper im physischen und emotionalen Grenzbereich. Impulsiv, instinktiv, animalisch, unnachgiebig, zerbrechlich, extrem. Ein Körper, der sich durch die evolutionären Möglichkeiten navigiert und zeigt, dass das Überleben ein Triumph und ein Wunder ohnegleichen ist. Aber auch ein Körper, der sich einer Art Exorzismus unterzieht, um den umstrittenen Sinn, den alle Körper zugewiesen bekommen, auszutreiben. „Black Regent" verschmilzt mit geradezu frenetischer Intensität und Hingabe die Widersprüche und Verwerfungen der menschlichen Kreatur zu einem schwindelerregenden Solo zwischen Tanz, Improvisation und Ritual.

RAUSCH UND ZORN. STUDIEN ZUM AUTORITÄREN CHARAKTER

SchinkelgasseFreitag, 1. November 2019 20:30 Uhr
Samstag, 2. November 2019 19 Uhr
Rausch und Zorn (Fotos: Jörg Baumann)vergrößern
Rausch und Zorn (Fotos: Jörg Baumann)

Eine quadratische Sitzanordnung. Alle ZuschauerInnen hören über Kopfhörer eine individuelle Spur, die gleichzeitig mit allen anderen synchronisiert ist. Eine lose Chronologie historischer Konstellationen erzählt von Momenten faschistischer Herrschaft, der Ästhetisierung von Politik und ihrer Subjektivierung. Aktuelle Entwicklungen vergegenwärtigend, umkreist sie die Frage, woher die Attraktivität autoritärer Fundamentalpolitik rührt. Was bewegt, steuert, manipuliert Gruppen oder Massen? Dabei wird das Publikum selbst zum zentralen Akteur eines „Radioballetts“, denn seine Reaktionen auf das Gehörte sind Teil einer kollektiven Dynamik, die in letzter Konsequenz auf die Straße führt.

LEAK

FabrikFreitag, 1. November 2019 21:45 Uhr
Samstag, 2. November 2019 21:45 Uhr
Leak (Fotos: René den Engelsman)vergrößern
Leak (Fotos: René den Engelsman)

Ein verlassenes Zimmer, sein Interieur verhüllt mit weißen Tüchern. Darunter verborgen seltsame Mechaniken und Maschinerien: ein rollstuhlfahrendes Cello mit Hilfsmotor könnte graziler und anmutiger kaum sein. Zu verschmitzt klappernden Zahnprothesen gongt schwer ein riesig-rostiges Kreissägeblatt. Ruhelos rotierende Tanzschuhe suchen nach Füßen, die passen. Dinge, Menschen und die gleichen Probleme: Beherrscht man sein Leben nicht mehr selbst, gerät man in Abhängigkeit. Vier Musiker stimmen mit einem Lobgesang des Eigensinns darauf ein, was kommen kann, und singen zugleich ein komisch-zärtliches und skurriles Memento mori.

KONZERT

T-WerkFreitag, 1. November 2019 22:45 Uhr
Szenenfoto

Holler my Dear Infizierende Grooves, funkige Riffs, federnde Tunes, ohrwurm-taugliche Melodien und über allem die zwischen Soul, Pop und Jazz changierende Stimme von Laura Winkler. Mit ihrem Disco-Folk, vielfältig beeinflusst u. a. von Steely Dan, New-Orleans-Jazz, Musette und Balkan-Sounds, tanzt das internationale Sextett Holler my Dear fröhlich aus der Reihe und klingt dabei wie ein Soundtrack zum gut gelaunten Widerstand gegen den Strom der Zeit.

THE CYCLE

VeranstaltungsplatzSamstag, 2. November 2019 20:30 Uhr
the Cycle (Fotos: Patrycja Lachor)vergrößern
the Cycle (Fotos: Patrycja Lachor)

Was, wenn die Zeit kreisförmig vergeht und die Abläufe der Welt sich pedantisch und endlos wiederholen? Eine sechseckige Konstruktion, aus riesigen Wänden zu einem „Prisma der Träume“ arrangiert, überflutet geradezu mit expressiven Projektionen und Bilderserien den sie umgebenden Raum. „The Cycle“ ist gleichermaßen multimediale Performance und Rauminstallation, die Schauspiel mit Video- und Computeranimationen kombiniert und deren Thema das menschliche Unterbewusstsein ist. Albträume, Träume, Ängste und unterdrückte Wünsche. Jede Wand ein anderer Traum, eine andere Obsession, eine andere Angst, eine andere Lust.

ANYWHERE

T-WerkSamstag, 2. November 2019 21:45 Uhr
Anywhere (Fotos: Vincent Beaume)vergrößern
Anywhere (Fotos: Vincent Beaume)

Metamorphosen des Wassers: Fest, flüssig, gasförmig. Ein Solo für's Eis! Die Geschichte ist inspiriert durch den Roman „Oedipus on the road" des belgischen Schriftstellers Henry Bauchau. Der blinde Ödipus befindet sich auf Irrfahrt, begleitet von Antigone, seiner Tochter, seinem Licht. Sie führt den zerbrechlichen, alten Mann in Form einer Eispuppe, die allmählich schmilzt und verschwindet. Tropfen für Tropfen wird der verfluchte König zur Flüchtigkeits- und Vergänglichkeitsfigur; die Kraft physikalischer Umwandlungen wird zu einem Wechselspiel zwischen An- und Abwesenheit und erschafft mit grausamer Schönheit einen mythischen Charakter.

KONZERT

T-WerkSamstag, 2. November 2019 23 Uhr
Szenenfoto

Tanga Elektra Mit ihrem unverwechselbaren Mix aus Neo-Soul, Elektro und Funk-Elementen bewegt sich Tanga Elektra gekonnt zwischen sehr gegensätzlichen Polen: Im Ergebnis entsteht ein äußerst tanzbarer Mix jenseits aller Genregrenzen. Dabei grenzt es fast schon an ein Wunder, dass dieser vielschichtige Sound von nur zwei Musikern erschaffen wird. Dank einer Loopstation entsteht so mit Schlagzeug, Violine, Gesang und Elektronik auf der Bühne die Illusion einer vielköpfigen Band.

ABSCHLUSSKONZERT

T-WerkSamstag, 2. November 2019 23:59 Uhr
Szenenfoto

DJ Katjuscha

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

Veranstalter, Informationen und Kartenservice

T-Werk
Schiffbauergasse 4E, 14467 Potsdam
Tel: 0331-719139, Fax: 0331-710792
E-mail: ticket@t-werk.de
www.t-werk.de, www.unidram.de

Anreise und Touristinformation

Ab Potsdam Hbf. mit der Tram 93 und 99 bzw. Bus N16 bis Schiffbauergasse

Tourist-Info am Alten Markt, und im Hauptbahnhof

Tel: 0331-27558899
www.potsdamtourismus.de