Musikfestspiele Potsdam Sanssouci

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Tanz: 7. bis 23. Juni

Musik und Bewegung – beides ist seit Anbeginn der Menschheit nicht voneinander zu trennen. Tanz strukturiert und begleitet alle Bereiche des menschlichen Lebens. Die wichtigste Rolle des Tanzes ist und bleibt aber das Erlebnis von Gemeinschaft und natürlich der spontane Ausdruck der Lebensfreude.

Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2024 widmen sich diesen unterschiedlichen Facetten des Tanzes, vom Hofball der Renaissance oder der Strassburger Tanzwut des Jahres 1518 bis zu Igor Strawinskis «Le Sacre du printemps», Tango und Flamenco des 20. Jahrhunderts und einer Techno-Choreografie aus Berlin.

Ihren Anfang nehmen die Festspiele bei der kurzen Blütezeit des Berliner Hofballetts von 1742-47 und Carl Heinrich Grauns Oper «Adriano in Siria» (1746) mit dem Ensemble 1700 unter Dorothee Oberlinger, eine Wiederentdeckung der Musikfestspiele in moderner Erstaufführung. Dem zur Seite steht Molières und Jean Baptiste Lullys Comédie-ballet «Le Mariage forcé», eine überschäumende Mixtur aus Schauspiel, Tanz und Oper von 1664, in der Louis XIV. einst selbst noch tanzte.

Ensembles der Alten Musik lassen sich beim Thema Tanz nicht lange bitten. Mit dabei sind unter anderem die Cappella Mediterranea unter Leonardo García Alarcón als Ensemble in Residence, die Barokksolistene und Bjarte Eike, Ensemble Zefiro und Alfredo Bernardini, Doulce Mémoire und Denis Raisin Dadre, Holland Baroque mit Judith und Tineke Steenbrink. Auf der Opernbühne strahlen Valer Sabadus, Bruno de Sá und Roberta Mameli um die Wette. Das man auch instrumental zu tanzen vermag, zeigen Andreas Staier am Cembalo, Chouchane Siranossian und Théotime Langlois de Swarte an der Violine oder Enrique Solinís an der Barockgitarre.

Programmauswahl 2024

Konzert/Oper 2024

Rokoko in Bewegung

Friedenskirche Sanssouci Potsdam Freitag, 7. Juni 2024, 20:00 Uhr
Rokoko in Bewegungvergrößern
Rokoko in Bewegung, Photo: Guillaume Perret

Ensemble Zefiro
Alfredo Bernardini, Leitung
Ballet Rococo:
Mojca Gal, Tanz & künstlerische Leitung
Antonin Pinget & Marius Lamothe, Tanz
Edmund Fairfax, Dramaturgie & Choreografie

Sanssouci tanzt en suite:
Jean-Féry Rebel: Les Caractères de la Danse Johann Gottlieb Graun: Suite a-moll
Johann Philipp Kirnberger: Les Caractères de Danses
Johann Sebastian Bach: Orchestersuite Nr. 1 BWV 1066

Die Tanzbegeisterung des Rokoko kennt keine Grenzen: Von französischen Tanzmeistern lernt ganz Europa, sich schöner zu bewegen. Vom Tanzboden und Ballsaal wandern die Tänze ins Theater als Ballett und kommen im Konzert ganz groß heraus, wenn Meisterkomponisten sie mit ihrer Kunst veredeln. Von Tanzrhythmen durchpulst ist die Musik der Zeit. Zu erleben, wie graziös, stilecht und ausdrucksvoll Mojca Gals tanzendes Dreigespann den Geist dieser Musik verkörpert, ist ein Genuss und macht den leichtfüßigen Rokokozauber dieses Abends erst komplett. Der perfekte Auftakt zu einem Festival, das die inspirierende Kraft des Tanzes feiert und ihn als sinnliche Erfahrung für Auge und Ohr, Leib und Seele auf die Bühne bringt.

The Alehouse Sessions

Open Air: Alter Markt Potsdam Samstag, 8. Juni 2024, 21:00 Uhr
The Alehouse Sessions, Photo: Theresa Pewalvergrößern
The Alehouse Sessions, Photo: Theresa Pewal

Silje Onstad Hålien, künstlerische Leitung, Tanz & Gesang Silje Risdal Liahagen, Anita Vika Langødegård & Brigitte Blomlie Tanz & Gesang
Barokksolistene alias The Alehouse Boys:
Bjarte Eike, künstlerische Leitung, Violine & Gesang
Fredrik Bock, Gitarre, Charango & Gesang
Per Buhre, Viola & Leadsänger
Tom Guthrie & Milos Valent, Gesang & Violine
Johannes Lundberg, Kontrabass & Gesang
Helge Andreas Norbakken, Perkussion & Gesang
Steven Player, Tanz, Gitarre & Gesang
Hans Knut Sveen, Harmonium, Cembalo & Gesang

Ab in den Pub! Die Folk-Barock-Party auf der Open-Air-Bühne

Als sich die norwegische Virtuosentruppe 2007 daran machte, die Musikwelt der Londoner Tavernen des 17. Jahrhunderts einzufangen, zeigte sich bald: sie mussten alles geben: Spielen, singen, alle zum Mitsingen bringen, schauspielern, tanzen, improvisieren, Slapstick produzieren … und dabei Bier trinken. Seither sorgt ihre hinreißende Bühnenshow in aller Welt für ausverkaufte Häuser.

Groove, Sound & Silence

Palmensaal, Neuer Garten Potsdam Sonntag, 9. Juni 2024, 11:00 Uhr
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Flautando Köln, Photo: Christina Feldhoff

Flautando Köln:
Susanne Hochscheid, Susanna Borsch, Ursula Thelen & Kerstin de Witt, allerlei Blockflöten
Ursula Thelen, Gesang
Torsten Müller, Perkussion, Drumset, Marimba u.a.

Flötenquartett mit integriertem Schlagwerk:
Grooven ohne Grenzen mit Erik Satie & Kurt Weill, Pete Rose & Paul Smadbeck, türkischen Traditionals, English & Irish Folk et cetera

Dass man auf Blockflöten alles spielen kann, wenn man den Groove im Blut hat, wird niemand mehr bezweifeln, der die vier Ladies aus Köln mit ihrem Flötenarsenal einmal in Aktion erlebt hat. Hemmungslos verleiben sie ihrer Besetzung alles ein, was ihre Spiellust reizt, und brillieren mit ausgefeilten Arrangements und perfektem Zusammenspiel. Diesmal sind sie mit dem Perkussionisten Torsten Müller dem «Rhythmus, wo jeder mit muss» auf der Spur und finden ihn im Pub und im Jazzkeller, an der Themse und am Bosporus, beim Tango mit Kurt Weill oder im Sound der Minimal Music. Wenn Ursula Thelen der «Seeräuberjenny» ihre Stimme leiht, brennt die Luft – und wenn es mal ganz still wird, kann man sicher sein: Die nächste rhythmische Eruption steht kurz bevor …

Tweets aus Versailles

Raffaelsaal Orangerieschloss Sanssouci, Potdam Sonntag, 9. Juni 2024, 19:00 Uhr
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Lautten Compagney Berlin, Photo: Robert Paul Kothe

Gisa Flake, Schauspielerin
Coline Dutilleul, Mezzosopran
Kai Weßler, Textauswahl & -bearbeitung
Iris Drögekamp, szenische Einrichtung
Lautten Compagney Berlin:
Mathias Kiesling, Traversflöte
Katharina Holzhey, Viola da gamba
Andreas Nachtsheim, Laute & Gitarre
Walewein Witten, Cembalo
Wolfgang Katschner, Laute & Leitung

Die Schwägerin des Sonnenkönigs packt aus:
Highlights aus den 60.000 Briefen der Liselotte von der Pfalz mit Musik von Jean-Baptiste Lully, Marin Marais, Robert de Visée, Marc-Antoine Charpentier, André Campra, Francesco Corbetta, Jaques-Martin Hotteterre & François Couperin

Mit 19 muss die Prinzessin von der Pfalz den Bruder Ludwigs XIV. heiraten. Monsieur liebt Männer und Damenmode, notgedrungen macht er ihr drei Kinder. Den König mag sie, aber das Hofgetue ist ihr ein Greuel, geradlinig und bodenständig wie sie ist. 50 Jahre lang wird sie gegen die Einsamkeit ankämpfen, indem sie Briefe schreibt, während der Hof um sie her seine Chaconnen und Gavotten tanzt.

Adriano in Siria

Schlosstheater Neues Palais Potsdam Sonntag, 9. Juni 2024, 19:00 Uhr
Montag, 10. Juni 2024, 19:00 Uhr Mittwoch, 12. Juni 2024, 19:00 Uhr Donnerstag, 13. Juni 2024, 19:00 Uhr
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Valer Sabadus, © Schneiderphotography

Studierende der Schola Cantorum Basiliensis
Ensemble 1700
Dorothee Oberlinger, musikalische Leitung
Deda Cristina Colonna, Regie & Choreografie
Domenico Franchi, Ausstattung
Stefano Mazzanti, Lichtdesign
Gerd Amelung & Olga Watts, musikalische Assistenz
Noah Hellwig, Barberina

Es spielt: Valer Sabadus - Adriano / Roberta Mameli - Emirena / Bruno de Sá - Farnaspe / David Tricou - Osroa / Keri Fuge - Sabina / Federico Fiorio - Aquilio

Wiederentdecktes Meisterwerk: Grauns Oper mit der Barberina
Carl Heinrich Graun: Adriano in Siria (Hadrian in Syrien, 1746)
Oper in 3 Akten auf ein Libretto von Metastasio mit neu komponierten Intermezzi von Massimiliano Toni

Friedrich der Große machte keine halben Sachen. Als er 1744 eine neue Ballettkompanie für sein Opernhaus engagierte, kaperte er sich die begehrteste Startänzerin des Tages: Barbara Campanini. Nach ihren Beinen war bald ganz Berlin verrückt. Ihren wohl berühmtesten Auftritt hatte «La Barberina» 1746 in Carl Heinrich Grauns Oper «Adriano in Siria», die 2024 im Schlosstheater ihre erste moderne Wiederaufführung erlebt.

Dantzak & Danzas

Raffaelsaal Orangerieschloss Potsdam Dienstag, 11. Juni 2024, 19:00 Uhr
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Enrique Solinís, Photo: Tolosa Inigo Royo

Enrique Solinís, Barockgitarren
David Mayoral, Perkussion

Baskisch, spanisch, supergitarromanisch!
Traditonelle Tänze aus dem Baskenland treffen auf Tänze spanischer Meisterkomponisten des 16. bis 18. Jahrhunderts wie Alonso de Mudarra, Gaspar Sanz, Luys de Milan, Santiago de Murzia & Antonio de Santa Cruz

Der Siegeszug der spanischen Gitarre von den Straßen bis in die Paläste brachte die Musikwelt des Barock nachhaltig in Bewegung. Mit feurigen Tanzrhythmen heizte sie halb Europa ein, bis nach Paris und London rollte die Modewelle. Geniale Instrumentalisten veredelten die Tänze gar zu raffnierter Kammermusik für Könige. Ein solcher ist auch der baskische Gitarrist Enrique Solinís, in Potsdam zuletzt 2022 mit seinem Euskal Barokkensemble auf musikalischer Weltumseglung frenetisch bejubelt. Unter seiner Virtuosenhand wetteifern traditionelle Tänze aus dem Baskenland mit der Kunst der Alten Meister, die auf dem Nähhrboden der Volksmusik zu höchster Blüte wuchs. Furios!

Tänze für Tasten

Ovidgalerie Neue Kammern Potsdam Mittwoch, 12. Juni 2024, 19:00 Uhr
Andreas Staier,vergrößern
Andreas Staier, Photo: Josep Molina

Andreas Staier, Cembalo

Das Cembalo lässt viele Stimmen tanzen.
Johann Caspar Ferdinand Fischer: Toccata / Passacaglia aus der Suite «Urania» (Musikalischer Parnassus)
Jean-Henry d'Anglebert: Prélude / Tombeau de M. de Chambonnières / Chaconne Rondeau
Louis-Nicolas Clérambault: Prélude / Allemande / Courante / Sarabande Grave / Gigue
Georg Muffat: Passacaglia (Apparatus Musico-Organisticus)
Johann Sebastian Bach: Partita Nr. 4 D-Dur BWV 828

Im Tanzschritt eroberten französische Kultur und Lebensart einstmals Europa. Fischer und Muffat waren die ersten, die mit Tanzsuiten à la française einen Hauch von Versailles in deutsche Lande brachten. Als eminente Tastenkünstler musste es sie zugleich reizen, das ungeheure musikalische Potential auszuschöpfen, das in diesen Tänzen schlummerte: Nach dem Vorbild der französischen Clavecinisten, unter deren Händen sie sich in poetische Charakterstücke und raffinierte Miniaturen verwandelten. Virtuose Prachtentfaltung, sensible Ausdruckskunst und strukturelle Klarheit vereint Meistercembalist Andreas Staier in diesem Programm, das zwei der großartigsten Passacaglien für Tasten bietet und in Bachs «französischster» Partita zum krönenden Abschluss kommt.

Klavier im Ballsaal

Palmensaal, Neuer Garten Potsdam Donnerstag, 13. Juni 2024, 19:00 Uhr
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Tobias Koch, Photo: Philip Lethen

Tobias Koch, Hammerklavier

Tastengenies der Klassik & Classical & Romantic bitten zum Tanz
keyboard geniuses invite you to dance.
Mazurken, Walzer & Polonaisen von Frédéric Chopin, Écossaisen von Ludwig van Beethoven, Deutsche Tänze & Ländler von Franz Schubert, Variationen über Schuberts «Sehnsuchtswalzer» von Robert Schumann u.a.m.

Im 19. Jahrhundert ist es mit der französischen Kulturhoheit auf dem Tanzboden vorbei. Sie war ohnehin längst unterminiert von englischen »Country Dances« oder Paartänzen mit berauschendem Drehmoment. Das Menuett hält mit dem Zeitgeist nicht mehr Schritt. Im Ballsaal tanzt man Walzer, Ländler, Galopp, Mazurka, Polonaise – Klaviervirtuosen machen daraus funkelnde Schmuckstücke fürs Ohr. Und wenn sich in Paris die polnische Unabhängigkeitsbewegung um Chopins Klavier schart, wird Tanz sogar zum Nationalsymbol. Tobias Koch, ein herausragender Interpret von Klavierwerken der Zeit auf historischen Instrumenten, weiß genau, worauf es ankommt, damit diese Musik ihren schwerelosen Zauber zu entfalten vermag: «Die beiden Hände müssen miteinander tanzen!»

Barbarische Schönheit

Raffaelsaal Orangerieschloss Potsdam Donnerstag, 13. Juni 2024, 19:00 Uhr
Les musiciens de Saint-Julienvergrößern
Les musiciens de Saint-Julien, Photo: Jean Baptiste Millot

Les musiciens de Saint-Julien:
Hélène Richaud, Gesang & Cello
Iurie Morar, Cimbalom
Josef Zak & Amaryllis Billet, Violine
Diane Chmela, Viola
Chloé Lucas, Kontrabass
Éric Bellocq, Erzlaute & Cittern
Pierre Rigopoulos, Tonbak, Davul & Perkussion
François Lazarevitch, Flöten, Frula, Dudelsack & Leitung

Telemann im Wilden Osten:
Georg Philipp Telemann kehrt zurück zu seinen Quellen, die in der Volksmusik Osteuropas sprudeln: von Polen, Mähren und der Slowakei bis Ungarn und Rumänien.

1705 verliebte sich Telemann auf einer Schlesien-Reise in die einheimische Volksmusik. Wer den Musikern dort acht Tage zuhöre, schwärmte er, könne Einfälle mitnehmen für sein ganzes Leben! Nach dieser Initialzündung sammelte er weiter, hob die Fundsachen in seinen Kompositionen auf und kleidete ihre «wahre barbarische Schönheit» in die Gewänder seiner Kunst. Wenn Les Musiciens de Saint-Julien Telemann wieder an seine Quellen anschließen und seine «folkbasierten» Stücke mit traditioneller Musik aus Osteuropa durcheinanderwirbeln, hört man den alten Meister selbst in neuer wilder Frische. Und wird wie er der entfesselten Fantasie fabelhafter Musiker verfallen, die eine Klangwelt voller Überraschungen aufschließen.

So tanzt die Renaissance

Pflanzenhalle Orangerieschloss Potsdam Freitag, 14. Juni 2024, 19:00 Uhr
So tanzt die Renaissancevergrößern
So tanzt die Renaissance, Photo: Lydia Descloux

Doulce Mémoire:
Hubert Hazebroucq, Tanz & Choreografie
Irène Feste & Antonin Pinget, Tanz
Paulin Bündgen, Altus
Capucine Keller, Sopran
Miguel Henry, Laute
Jérémie Papasergio, Elsa Frank & Adrien Reboisson, Blasinstrumente
Denis Raisin Dadre, Blasinstrumente & Leitung
Bruno Caillat, Perkussion

Tänze für Könige, Narren & Verliebte:
Basses danses, Balli, Pavanen, Gaillarden, Tourdions, Folias, Spagnolettas, Morescas & mehr, von den Höfen Burgunds, Italiens & Frankreichs nach Sanssouci verpflanzt in einem Tanzkonzert.

Ohne Tanz war kein Fest komplett an den Höfen der Renaissance und der Bedarf an Tanzmusik für Ball und Bühne war enorm. Wer sich die Tänze jener Zeit eher feierlich gemessen und hoch stilisiert vorstellt, wird überrascht sein von der Formenvielfalt, die die kleine, aber allerfeinste Truppe um Hubert Hazebroucq auf die Bühne zaubert.

Orgeltanzvisionen

Friedenskirche Sanssouci Potsdam Freitag, 14. Juni 2024, 22:00 Uhr
Jonathan Davidsson & Nathalie Nordqvistvergrößern
Jonathan Davidsson & Nathalie Nordqvist, Photo: Sven Andersson

N.N., Rezitation
Ulrika Davidsson, Lichtdesign
Davidsson Organ and Dance Collaborative:
Hans Davidsson, Orgel
Jonathan Davidsson, Gabriel Davidsson & Nathalie Nordqvist, Tanz & Choreografie

Modernes Tanztheater im Dialog mit der Königin der Instrumente:
Mit Orgelwerken von Georg Böhm, Felix Mendelssohn Bartholdy, Arvo Pärt, Klangimprovisationen & Lyrik von William Blake bis Henry Carlisle

Im spannungsvollen, atmosphärisch ausgeleuchteten Zusammenspiel zwischen Musik und Wort, Klang und Bewegung verdichten sich Geschichten zu einem Tanztheater der besonderen Art, in dem vermeintlich «abstrakte» Musik auf einmal plastische Gestalt annimmt.

Barock küsst Flamenco

Schlosstheater Neues Palais Potsdam Sonntag, 16. Juni 2024, 19:00 Uhr
Fahmi Alqhai spielt Cellovergrößern
Fahmi Alqhai, Photo: Michael Venier

Ana Morales, Tanz
Accademia del Piacere:
Fahmi Alqhai, Viola da gamba & Leitung
Johanna Rose & Rami Alqhai, Viola da gamba
Carles Blanch, Barockgitarre
Agustín Diassera, Perkussion

Spanische Tanzschuhe machen selbst Musik:
Musik des 16./17. Jahrhunderts in frischen Arrangements und neuen eigenen Variationen, virtuose Improvisationen … und Flamencotanz in Perfektion!

«Akademie des Vergnügens» nennt sich das famose Ensemble aus Sevilla und der Name ist Programm. Mit Mut zum Risiko stürzt es sich und das Publikum ins Vergnügen mit einer Musikwelt, die aus dem Geist der Improvisation lebt: Immer neue «Coverversionen» gewannen die Komponisten des spanischen «Goldenen Zeitalters» den Hits des Tages ab – und die Musiker:innen um den brillanten Gambisten Fahmi Alqhai halten mit eigenen Variationen kühn dagegen. Der ohrenfälligen Verbindung zum Flamenco sind sie schon lange auf der Spur und haben sich mit einem Superstar der Szene verbündet: Ana Morales, 2022 mit dem Spanischen Nationalpreis für Tanz geehrt, zählt zu den aufregendsten Interpret:innen des zeitgenössischen Flamenco.

Sarabandas Americanas

Säulenhof Orangerieschloss Potsdam Dienstag, 18. Juni 2024, 19:00 Uhr
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Luciana Mancini, Francisco Brito & Bach Consort Wien, Photo: Joanna Stoga

Luciana Mancini, Mezzosopran
Francisco Brito, Tenor
Bach Consort Wien:
Agnes Stradner & Bettina Pasteknik, Violine
Sebastian Sciaraffia, Barockgitarre
Martin Bruhn, Perkussion
Rubén Dubrovsky, Charango, Colascione & Leitung

Furiose Tänze aus dem Schmelztiegel der Kulturen
Sarabanda, Chacona, Zamacueca, Pasacalle, Folia und kein Ende:
In der traditionellen Musik Lateinamerikas leben die barocken Tänze weiter!

Im 16. Jahrhundert begegnen sich in Lateinamerika drei Kulturen: Indigene Bevölkerung, spanische Eroberer und afrikanische Sklaven. Von Argentinien bis Mexiko entstehen explosionsartig neue Tänze mit aufregenden Namen. Als blinde Passagiere reisen diese Tänze mit der Kolonialbeute nach Spanien und weiter durch Europa. Die Vermischung der Kulturen nimmt ihren Lauf. Während die feurigen Tänze in der Alten Welt bald in Vergessenheit geraten oder unter demselben Namen andere Gestalt annehmen, bleiben sie in Südamerika in Form raffinierter Volksmusik lebendig und lehren uns viel über die ursprüngliche Art des Musizierens und des Instrumentenbaus in der Barockzeit. Diese Wurzeln bringt das Bach Consort Wien unter der Leitung von Rubén Dubrovsky in den Konzertsaal.

Magie der leisen Töne

Ovidgalerie Neue Kammern, Potsdam Dienstag, 18. Juni 2024, 19:00 Uhr
David Bergmüllervergrößern
David Bergmüller, Photo: Theresa Pewal

David Bergmüller, Laute & Theorbe

Die Laute tanzt auf Zehenspitzen:
Französische Lautenkunst des 17. Jahrhunderts von Robert de Visée, Ennemond Gaultier, Jacques Gallot, Charles Mouton u. a.

Die Kunst der französischen Meisterlautenisten entfaltet ihren poetischen Zauber in der Stille. Wenn sie die Rhythmen zeitgenössischer Tänze aufnehmen und mit raffinierten Akkordbrechungen und filigranen Ornamenten umspielen, beginnt ihre Musik zu sprechen und man ist ganz Ohr. Mit seiner vielbeachteten Solo-CD «Rhétorique du Silence» hat David Bergmüller sich als besonders feinsinniger Interpret ihrer subtilen Schöpfungen erwiesen. Mit Robert de Visée kommt in diesem Konzert überdies ein Meister der Theorbe ausführlich zu Gehör, die mit sonoren Basstönen ganz eigene reizvolle Farben ins Spiel bringt.

Pas de deux

Museum Barberini Potsdam Mittwoch, 19. Juni 2024, 19:00 Uhr
Jorge Jimenez & Anna Stegmann, Photo: Susanne Schultevergrößern
Jorge Jimenez & Anna Stegmann, Photo: Susanne Schulte

Dorothee Oberlinger & Erik Bosgraaf, Blockflöten
Anna Stegmann, Blockflöte / Jorge Jimenez, Violine

Wandelkonzert: Starke Duos vor großen Bildern

Wandelkonzert mit Rundgang durch die Modigliani-Sonderausstellung & Impressionismus-Sammlung mit Musik in den Räumen sowie überraschenden Nahansichten der Gemälde: In nicht einmal sieben Jahren hat sich das Museum Barberini in Potsdams historischer Mitte als eine der meistbesuchten Kunstsammlungen Deutschlands etabliert. Schon seine Dauerausstellung französischer Impressionisten ist ein Publikumsmagnet, daneben macht es mit spektakulären Sonderausstellungen Furore: «Modigliani. Moderne Blicke» heißt die Schau, die 2024 rund 100 Werke dieses Vorreiters der Moderne präsentiert.

Tanzmeister & Teufelsgeiger

Ovidgalerie Neue Kammern Potsdam Mittwoch, 19. Juni 2024, 19:00 Uhr
Chouchane Siranossian, Photo: Nikolaj Lundvergrößern
Chouchane Siranossian, Photo: Nikolaj Lund

Chouchane Siranossian, Violine
Leonardo García Alarcón, Cembalo
Daniel Rosin, Violoncello

Barocke Violinkunst zwischen Frankreich & Italien:
Giuseppe Tartini: Violinsonate op. 1/IV «Teufelstriller»
Pietro Locatelli: Violinsonate op. 6/XII
Marin Marais: Sonate à la Maresienne - aus: «La Gamme et autres morceaux de Symphonie», 1723
Jean-Marie Leclair, Violinsonate op. 9/VIII

Quasi als «Paganini des 18. Jahrhunderts» verblüffte Locatelli mit stupender Virtuosität, während Leclair durch formvollendete Eleganz bestach. Die hatte der Franzose als Erster Tänzer und Ballettmeister des Turiner Theaters im Blut. Leclair spiele wie ein Engel, Locatelli wie ein Teufel, befand der Hofnarr in Kassel, wo die zwei 1728 erstmals aufeinandertrafen. Tartini will seine Sonate mit dem berüchtigten Triller gar im Traum vom Teufel selbst empfangen haben. Die fulminante Chouchane Siranossian und ihre kongenialen Partner entrücken ihr Publikum mit höllischer Virtuosität in himmlische Sphären.

Monteverdi – Piazzolla

Friedenskirche Sanssouci Potsdam Donnerstag, 20. Juni 2024, 19:00 Uhr
Monteverdi – Piazzollavergrößern
Monteverdi – Piazzolla, Photo: Gabriel Balaguera

Mariana Flores, Sopran
Diego Valentín Flores, Tenor
Leonardo García Alarcón, Klavier, Cembalo & Leitung
Cappella Mediterranea:
William Sabatier, Bandoneon
Girolamo Bottiglieri, Violine
Doron Sherwin, Zink
Ronald Martin Alonso, Viola da gamba
Quito Gato, Theorbe & Gitarre
Romain Lecuyer, Kontrabass

Eine leidenschaftliche Begegnung
Claudio Monteverdi tanzt mit Astor Piazzolla und die Zeit steht still: Musik & Gesänge von Liebe & Tod, Nacht & Traum, Engeln & Dämonen im unerhörten Dialog zwischen Oper, Madrigal & Tango Nuevo

Eine Musik zu schaffen, die den Menschen ins Herz trifft, weil sie alles auszudrücken weiß, was ihn im Innersten bewegt: Mit dieser Vision hebt Claudio Monteverdi die Musikwelt seiner Zeit aus den Angeln und reißt den Horizont zur Zukunft auf. 350 Jahre später sprengt Astor Piazzolla das Korsett der Traditionen, um dem Tango neue Dimensionen des Ausdrucks zu erschließen. Wenn sie sich in diesem Konzert begegnen, wird aus Vergangenheit und Zukunft vibrierende Gegenwart.

Altri canti d’amor

Raffaelsaal Orangerieschloss Potsdam Freitag, 21. Juni 2024, 19:00 Uhr
Orpheus Ensemble Baselvergrößern
Orpheus Ensemble Basel, Photo: Rainer Spaniel

N.N. & N.N., Tanz
Orpheus Ensemble Basel:
Lena Tschinderle, Gesang & Blockflöte
Emile Ribokaite, Gesang & Perkussion
Laura Esterina Pezzoli, Violine
Bianca Cucini, Viola da gamba
Sergio Bermudez Bullido, Theorbe & Barockgitarre

Ein Tanzkonzert mit den Siegern des Lunchkonzert-Wettbewerbs 2023
Claudio Monteverdi tanzt mit seinen Zeitgenossen:
Erlesene Madrigale & Canzonetten, umrahmt von Tänzen nach Musik von Tarquinio Merula, Giovanni Girolamo Kapsperger u. a.

Schon bei seinem Purcell-Lunchkonzert 2023 glänzte das multinationale Ensemble aus Basel mit einem geradezu durchchoreografierten Auftritt. Für ihr Preisträgerkonzert werden sie sich um ein Tanzpaar verstärken, um den tänzerischen Schwung der Musik Monteverdis und seiner Zeitgenossen nicht nur hör-, sondern auch sichtbar auf die Bühne zu bringen. Monteverdis ausdrucksstarke Gesangsstücke ver-binden sich in ihrer prägnenten Rhythmik und ihrem leidenschaftlichen Virtuosentum aufs Schönste mit der Tanzmusik seiner illustren Kollegen. Und natürlich ist es Amors Pfeil, der alle in Bewegung setzt und niemanden verschont, mag er auch noch so stolz auftrumpfen: «Altri canti d’amor» – Lass andere von Liebe singen …

Le Mariage forcé

Schlosstheater Neues Palais Potsdam Freitag, 21. Juni 2024, 19:00 Uhr
Samstag, 22. Juni 2024, 19:00 Uhr Sonntag, 23. Juni 2024, 11:00 Uhr
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Eine Szene von «Le Mariage forcé», Photo: Helene Aubert

Vincent Tavernier, Regie & künstlerische Leitung
Hervé Niquet, Musikkonzept
Marie-Geneviève Massé, Choreografie
Claire Niquet, Bühne
Erick Plaza-Cochet, Kostüm
Carlos Perez, Lichtgestaltung


Les Malins Plaisirs:
Laurent Prévôt - Sganarelle
Marie Loisel - Dorimène / 1. Wahrsagerin
Quentin-Maya Boyé - Géronimo
Nicolas Rivals - Marphurius / Alcidas
Pierre-Guy Cluzeau - Pancrace / Alcantor

Le Concert Spirituel:
mit den SolistInnen
Lucie Edel, Sopran - Dorimène, 2. Wahrsagerin & Spanierin
Yannis François, Bass - Zauberer & Spanier

La Cie de Danse L'éventail:
Anne-Sophie Ott - Dorimène, Jongleuse, Teufel & Spanierin
Clémence Lemarchand - Die Eifersucht, Seiltänzerin, Teufel & Spanier
Marius Lamothe - Die Sorge, Monsieur Loyal, Teufel & Tanzmeister
Romain Di Fazio - Galan, Der Bär & Spanier
Maya Kawatake Pinon - Der Verdacht, Clown, Teufel, Fotograf


Der Sonnenkönig amüsiert sich bei Komödie mit Ballett:
Molière
Le Mariage forcé (Die Zwangsheirat, 1664)
Comédie-ballet in 3 Akten Musik von Jean-Baptiste Lully

«Hier kommt die verrückteste, visuell attraktivste, extravaganteste Comédie-ballet! In ihrer ersten Zusammenarbeit ziehen Moliére und Lully mit Tanz, Farce, Teufelei, Traum, Zirkus und Schlägereien hemmungslos alle Register: Der ideale Einstieg in die Comédie-ballet für Jung und Alt.» - Les Malins Plaisirs

Carmina Latina

Friedenskirche Sanssouci Potsdam Freitag, 21. Juni 2024, 19:00 Uhr
Carmina Latinavergrößern
Carmina Latina, ©Ensemble

Mariana Flores, Sopran
Leandro Marziotte, Countertenor
Valerio Contaldo, Tenor
Matteo Bellotto, Bass
Chor «Chœur de Chambre de Namur»
Leonardo García Alarcón Cembalo & Leitung
Cappella Mediterranea:
Stéphanie de Failly, Violine
Ronald Martin Alonso, Viola da gamba
Rodrigo Calveyra, Zink & Blockflöte
Mélanie Flahaut, Fagott
Eric Mathot, Kontrabass
Quito Gato, Theorbo, Gitarre & Perkussion
Marina Bonetti, Harfe
Ariel Rychter, Orgel

Meister der spanischen Polyphonie entdecken die Rhythmen der Neuen Welt.
Sakrale Meisterwerke des 16.–18. Jahrhunderts zwischen Spanien, Portugal & Lateinamerika

Als Spanier und Portugiesen Amerika eroberten, brachten sie ihre kunstvolle polyphone Musik mit in die Neue Welt. Aber vor Ort stießen die Komponisten auf eine aufregend andere Musiktradition, die auch die christlichen Glaubensbotschaften frisch beflügelte mit rhythmischer Energie und tänzerischem Schwung.

Tanzlust im Neuen Garten

Capella de la Torrevergrößern
Capella de la Torre, Photo: Armin Akhtar

Musik der Renaissance und des Barock: Capella de la Torre (Katharina Bäuml, Leitung & Schalmei)
Charleston bis Paso doble, Lindy Hop bis Tango: Salonorchesters «Frollein Karla»
Gipsy-Jazz: Gismo Graf Trio feat. Cheyenne
Irish Folk: The Birkin Tree feat. Derek Hickey, Knopfakkordeon
Musik der Klassik & Romantik: Bläserensemble der Kammerakademie Potsdam

Mit Charme und Cha-Cha-Cha durch die Jahrhunderte

Neue Zeiten, neue Gärten, neue Tänze: Tausend Takte Tanzmusik von Menuett und Walzer bis Charleston, Irish Folk und Gipsy Swing laden an diesem Abend zwischen Marmorpalais und Schloss Cecilienhof zum Zuhören, Mitswingen und Selbertanzen ein. Gespielt wird draußen auf zwei Bühnen am Marmorpalais und am Schloss Cecilienhof sowie drinnen in der Pflanzenhalle der Orangerie. Dazwischen bleibt genügend Zeit zum Wechseln – und für überraschende Perspektiven auf den zunehmend festlich illuminierten Neuen Garten.

Von Böhmen nach Peru

Friedrichskirche Babelsberg Sonntag, 23. Juni 2024, 17:00 Uhr
Collegium Marianumvergrößern
Collegium Marianum, Photo: Adam Prievoznik

Collegium Marianum:
Jana Semerádová, Flöten & Gesang
Vojtêch Semerád, Barockvioline, Gesang & Perkussion
Jirí Sycha, Barockvioline, Charango & Gesang
Marcel Comendant, Cimbalom
Ján Prievoznik, Violone

Tanzfreudiger Transfer zwischen Alter und Neuer Welt:
Latinobarock trifft auf Lieder aus Böhmen & Mähren sowie Kompositionen von Georg Philipp Telemann, Jan Antonín Losy, Jan Josef Ignác Brentner u.a.

Musik ist immer noch der beste Weg zu friedlicher Kontaktaufnahme, sagten sich die jesuitischen Missionare der Barockzeit und hatten stets Noten und Instrumente im Gepäck. So landeten damals auch Werke des Böhmen Jan Josef Ignác Brentner in Südamerika. Von dieser überraschenden Connection ließ sich das Collegium Marianum aus Prag zu einem Programm inspirieren, das lateinamerikanische und europäische Barockmusik mit traditionellen Liedern und Tänzen aus Böhmen, Mähren und Peru kurzschließt. Als gemeinsamer Nenner fungiert dabei der allzeit sprudelnde Inspirationsquell Volksmusik, an dem auch Telemann & Co. sich gern erfrischten. Das passt zu Babelsbergs böhmischem Herzen: dem einstigen Weberdorf Nowawes.

Tarantella!

Holland Baroque:vergrößern
Holland Baroque, Photo: Wouter Jansen

Théotime Langlois de Swarte, Violine
Luciana Mancini, Mezzosopran
Holland Baroque:
Judith & Tineke Steenbrink, Dirigent

Finale furioso mit Barock vom Mittelmeer:
Schnelle, heiße & virtuose Musik aus dem sonnigen Süden mit traditionellen Tarantellen & Musik von Antonio Vivaldi, Luigi Boccherini, Domenico Scarlatti, Giuseppe Valentini, Francesco Geminiani, Nicola Porpora und anderen.

Die Tarantella soll einst Wunder als Tanztherapie gegen das Spinnengift gewirkt haben. Auf die Komponisten des Barock hatte der wilde Tanz jedenfalls eine wunderbar anregende Wirkung, ebenso wie der Fandango, der Folia und andere Volkstänze, bei denen der Wahnsinn Methode hat. Sie lieferten saftiges Futter für Virtuosen wie Théotime Langlois de Swarte, den absoluten Shootingstar am Barockgeigenhimmel. Das sind heimatliche Klänge, nicht nur für südländische Pflanzen auf den Orangerieterrassen von Sanssouci, sondern für das große Finale der tanzbegeisterten Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2024!

Tanzwut – Der Thementag 2024

Paris 1913

Friedenssaal Potsdam Samstag, 15. Juni 2024, 16:00 Uhr
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Alexey Pudinov & Katerina Moskaleva, Photo: Philopp Gärtner

Volker Hagedorn, Lesung
Two4Piano:
Katerina Moskaleva & Alexey Pudinov, Klavier

Tumult im Saal bei Strawinskis «Sacre du Printemps»: Ein Lesungskonzert rund um Igor Strawinskis Skandalballett mit Musik aus «Le Sacre du Printemps» & aus «Petruschka» sowie Maurice Ravels «La Valse» für Klavier zu 4 Händen.

500 Jahre Tanzwut bis zur Raserei umspannt der Thementag in Sanssouci mit Konzerten, Lesung, Workshop, Tanzperformance und Open Dance bis Mitternacht. Denn gegen Tanzwut hilft nur eins: Tanzen!

Ostinato!

Orangerieschloss Potsdam Samstag, 15. Juni 2024, 16:00 Uhr
Dorothee Oberlingervergrößern
Dorothee Oberlinger, © Künstler

Ensemble 1700:
Dorothee Oberlinger, Blockflöte & Leitung
Yves Ytier, Barockgeige & Tanz
Hille Perl, Viola da gamba
Axel Wolf, Laute
Florian Birsak, Cembalo

Barocke Zauberformeln für Bewegung ohne Ende
Ciaccona, Passacaglia, Folia & Co.: Unendliche Variationen über clevere Bassmuster in Werken von Andrea Falconieri, H.I.F. Biber, G.A. Pandolfi Mealli, Marin Marais, C.P.E. Bach, Antonio Vivaldi u. a.

Ostinato-Kompositionen haben Suchtpotential und man verliert beim Hören schnell das Zeitgefühl. Ãœber einem beständig wiederholten kurzen Bassmuster entfalten sie immer neue fantasievolle virtuose Variationen und hören nur auf, weil irgendwann Schluss sein muss. Im 17. Jahrhundert boomten die ostinaten Bässe regelrecht, die Musiker improvisierten darüber wie heutzutage die Jazzer über ihre Standards.

Straßburg 1518

Friedenskirche Sanssouci Potsdam Samstag, 15. Juni 2024, 19:00 Uhr
Silke Gwendolyn Schulze,vergrößern
Silke Gwendolyn Schulze, Photo: Ellen Schmauss

Les Haulz et les Bas:
Silke Gwendolyn Schulze, Schalmei, Pommer, Doppelflöte, Einhandflöte & Trommel
David Yacus, Zugtrompete & Renaissanceposaune
Miguel Tantos, Renaissanceposaune
Carles Mas i Garcia, Einhandflöte, Trommel & Tanz
Riccardo Delfino, Harfe & Drehleier
Emmanuela Lodato, Tamburello, Gesang & Tanz
Gesine Bänfer, Schalmei, Pommer, Dudelsack & Leitung

Eine Stadt tanzt bis zum Umfallen. Auf der Suche nach dem verlorenen Sound: Musikalische Annäherungen an ein mysteriöses Ereignis

«Viel hundert fingen zu Straßburg an, zu tanzen und zu springen, Frau und Mann, am offenen Markt, auf Gassen und Straßen, Tag und Nacht ihrer viel nicht aßen, bis ihn' das Wüten wieder gelag. St. Veits Tanz wird genannt die Plag.» Klingt wie ein Schauermärchen, ist aber ein Tatsachenbericht. Was jene Tanzepidemie auslöste, die die Stadt drei Monate in Atem hielt und sogar Todesopfer forderte, ist bis heute ein Rätsel. Die Musik dazu hat niemand aufgeschrieben. Les Haulz et les Bas sind dem verlorenen Soundtrack zur Straßburger Tanzwut auf der Spur: auf Umwegen über die überlieferte Musik der Zeit und die bis heute lebendige Spielkultur volksmusikalischer Tradition. Vorsicht, ansteckend!

Tanzwut Experience: Group Motion

Pflanzenhalle Orangerieschloss Potsdam Samstag, 15. Juni 2024, 19:00 Uhr
Heidi Weiss & Jennifer Mann, Photo: Tijngwann Hess Alexandervergrößern
Heidi Weiss & Jennifer Mann, Photo: Tijngwann Hess Alexander

Heidi Weiss & Jennifer Mann, Tanzanleitung
N.N., Gitarre, Electronics & Perkussion
Illay Chester, Cello & Loop-Station
Axel Wolf, Laute

90 Minuten Bewegung intensiv erfahren:
Workshop mit Anleitung zu freier Tanz- und Bewegungsimprovisation nach Live-Musik – jede:r kann mitmachen, vorausgesetzt werden nur Neugier & Bewegungsdrang!

Loslassen und sich der sanften Führung der erfahrenen Coaches anvertrauen, um die eigene Körpersprache zu entdecken und sich darüber mit anderen zu verbinden: Das ist der Grundgedanke des international erfolgreichen Workshop-Konzepts, das Brigitta Herrmann und Manfred Fischbeck aus ihrer langjährigen Arbeit mit der Group Motion Dance Company entwickelten.

Tanzwut Experience: Caught in Motion

Pflanzenhalle, Orangerieschloss Potsdam Samstag, 15. Juni 2024, 21:30 Uhr
Freemotion Performance Crewvergrößern
Freemotion Performance Crew, Photo: Rosalie Valentina Tröndle

Freemotion Performance Crew:
Jana Mendelski Konzept, Leitung & DJ

Erst tanzt die Crew und dann tanzt du!
30 min Techno-Tanzperformance mit 25 Bewegungstalenten … anschließend Open Dance zu elektronischer Musik bis Mitternacht.

Unter dem Label «Freemotion» versammelt Jana Mendelski bewegungsfreudige Menschen mit oder ohne Tanzerfahrung und regt sie an zur Bewegungsimprovisation zwischen Tanz, Workout und der puren Freude am Ausrasten. Wie weit das führt, zeigt die erstaunliche Performance ihrer jungen 25-köpfigen Crew. Aus der gemeinsamen Hingabe an den Rhythmus entsteht im Austausch individueller Körpersprachen eine kollektive Choreografie. Wen es nach so viel geballter Energie nicht mehr auf dem Sitz hält, der kann sich beim anschließenden Setup mit DJ im nächtlichen Orangerieschloss mitsamt der Crew in Ekstase tanzen …

Von Jung bis Alt 2024

Jumpstyle Baroque

Pflanzenhalle Orangerie Neuer Garten Samstag, 8. Juni 2024, 16:00 Uhr
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Jumpstyle Baroque, Photo: Aya Kovlev

Flautando Köln:
Susanne Hochscheid, Susanna Borsch, Ursula Thelen & Kerstin de Witt, Blockflöten
Torsten Müller, Perkussion
An Boekman, Tanzanleitung

Kick it with the Kids! Tanzworkshop für Familien mit Kindern von 6 bis 10 Jahren

Was hat denn Techno mit Barock zu tun und alte Musik mit modernen Dance Moves? Mehr, als man denkt: Schon damals ist man auf dem Tanzboden nicht bloß gesittet einhergeschritten, zumal als junger Mensch voller Bewegungsdrang. So ist es von den alten Sprungtänzen zum modernen «Jumpstyle» quasi nur ein Katzensprung. Hüpfen, Kicken und die Beine werfen geht auch viel besser ohne lange Röcke. Ein paar Grundschritte sind schnell gelernt, Flautando Köln gibt als Begleitband der Extra-Klasse den Rhythmus vor und wenn der in die Beine geht, muss die ganze Familie mit!

Régence Sonore

Kita & Schule Potsdam Montag, 10. Juni 2024, 10:00 Uhr
Dienstag, 11. Juni 2024, 13:00 Uhr Foyer Nikolaisaal Potsdam
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Régence Sonore, Photo: Karpati Zarewicz

Régence Sonore:
Weronika Zimnoch, Barockvioline
Krystyna Wiśniewska, Barockcello
Weronika Paine, Cembalo

Junge Ensembles im Wettbewerb

Ein neuer Zeitgeist stellt im 18. Jahrhundert alte Traditionen in Frage und facht die Kreativität der Komponisten an. Musikalische Revolutionen bringen die Verhältnisse zum Tanzen. Barock auf Zukunftskurs, von Couperin über J. S. Bach bis Rameau.

Régence Sonore kommt am 10. Juni in Ihre Kita, stellen ihre Instrumente vor, erzählen von der Musik und vom Musikersein und spielen kurze Stücke vor. Anmeldung unter: mentler@musikfestspiele-potsdam.de / Kapazität: bis zu 15 Kinder - ab 4 Jahren.

Schulworkshop Renaissancetanz

Kita & Schule Potsdam Mittwoch, 12. Juni 2024, 09:00 Uhr
Mittwoch, 12. Juni 2024, 11:00 Uhr
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Photo: Julie Rangde

Hubert Hazebroucq & Mareike Greb, Tanzanleitung
Elsa Frank, Oboe

Wie tanzte man zur Zeit von Michelangelo und Leonardo da Vinci?

Hubert Hazebroucq, der selbst beim Renaissancekonzert im Orangerieschloss tanzt, und Mareike Greb kennen sich damit aus, bei ihnen gehen auch Profis in die Schule. Sie zeigen euch die ersten Schritte: Das geht zusammen und allein, im Kreis und im Quadrat oder in langer Schlange. Wie man sich selber ausdrückt in Bewegung und dabei trotzdem nicht «aus der Reihe tanzt», das ist schon eine Kunst. Aber die kann man lernen. Und das macht Spaß.

Kapazität: jeweils 1 Klasse / Empfohlen für Klasse 7 und 8
Anmeldung unter: mentler@musikfestspiele-potsdam.de

Apollo’s Cabinet

Kita & Schule Potsdam Mittwoch, 12. Juni 2024, 10:00 Uhr
Donnerstag, 13. Juni 2024, 13:00 Uhr Foyer Nikolaisaal Potsdam
Apollo’s Cabinetvergrößern
Apollo’s Cabinet, Photo: Abraham Buckoke

Apollo’s Cabinet:
Ella Bodeker, Sopran
Teresa Wrann, Blockflöte
David Lopez Ibanez, Violine
Harry Buckoke, Viola da gamba
Jonatan Bougt, Theorbe & Barockgitarre
Thomas Pickering, Cembalo, Blockflöte & Traversflöte
Daniel Watt, Perkussion

Junge Ensembles im Wettbewerb

Friedrich II. feiert seinen 46. Geburtstag – wir sind dabei! Ein Fest mit Musikgeschenken der Hofkapelle und anderer Gratulanten wie W. F. Bach, mit Tanz & Spiel und Flötenmeister Quantz als Maître de plaisir.

Apollo’s Cabinet kommt am 12. Juni in Ihre Kita, stellen ihre Instrumente vor, erzählen von der Musik und vom Musikersein und spielen kurze Stücke vor. Anmeldung unter: mentler@musikfestspiele-potsdam.de / Kapazität: bis zu 15 Kinder - ab 4 Jahren.

Tanzen wie beim Sonnenkönig

Turnhalle Goethe-Grundschule, Babelsberg Sonntag, 16. Juni 2024, 14:00 Uhr
Hubert Hazebroucq,vergrößern
Hubert Hazebroucq, © Goupy

Hubert Hazebroucq, Tänzer, Tanzforscher & Tanzpädagoge
Andreas Pfaff, Violine
Rahel Bader, Violoncello

Die perfekte Einführung zum Film: Die ersten Schritte im Barocktanz für neugierige AnfängerInnen ab 12 Jahren bis ins Erwachsenenalter

Ludwig XIV. tanzte gern, aber das war keine persönliche Marotte: Im Tanz wies sich der kultivierte Mensch als solcher aus – mit vornehmer Haltung, graziöser Bewegung und jener lässigen Eleganz, für die es mindestens drei Generationen adeliger Ahnen brauchte. Oder einen perfekten Tanzmeister wie den renommierten Spezialisten Hubert Hazebroucq, der im Tanzkonzert am 14.6. selbst auf der Bühne steht. Er führt in die Körpersprache und Ästhetik der Zeit ein, hilft die Impulse der Musik aufzunehmen und lehrt die ersten Schritte für ein Menuett und einen Kontratanz. Vor allem aber vermittelt er die Freude daran, Barocktanz mit allen Sinnen am eigenen Leib zu erleben. Wer Lust hat, kann abends noch ins Kino gehen und in Gérard Corbiaus Film den König tanzen sehen.

Der König tanzt

Thalia Kino, Babelsberg Sonntag, 16. Juni 2024, 18:00 Uhr
Eine Szene vom «Der König tanzt»vergrößern
Eine Szene vom «Der König tanzt», Photo: Gerard Corbiau

Reinhard Goebel & Dorothee Oberlinger, Gespräch zum Soundtrack

Ein Kultfilm & sein Soundtrack «Ich und der Sonnenkönig: Gérard Corbiaus opulentes Filmspektakel um den (un)aufhaltsamen Aufstieg Jean-Baptiste Lullys am Hof Ludwigs XIV.»

Paris 1687: Jean-Baptiste Lully, der die französische Musik so absolut regierte wie Ludwig XIV. seinen Staat, hat sich bei einer Probe den Taktstock durch den Fuß gerammt und fiebert am Wundbrand dem Tod entgegen. Auf dem Sterbebett erinnert er sich daran, wie alles begann und wie der junge Louis tanzend zum Sonnenkönig aufstieg: im Glanz seiner Musik! Gérard Corbiaus mitreißend bildgewaltiger Film verdankt seine Wirkung nicht zuletzt dem phänomenalen Soundtrack, eingespielt von Musica Antiqua Köln unter Reinhard Goebel. Im Pre-Talk stimmt der für die Alte Musik bahnbrechende Barockgeiger, Musikwissenschaftler und Dirigent Sie mit unwiderstehlichem Enthusiasmus auf Lullys Musikwelt ein.

Ensemble Astrum

Kita & Schule Potsdam Montag, 17. Juni 2024, 10:00 Uhr
Dienstag, 18. Juni 2024, 10:00 Uhr Foyer, Nikolaisaal Potsdam
Ensemble Astrumvergrößern
Ensemble Astrum, Photo: Johanes Böhm

Ensemble Astrum:
Felix Elias Gutschi, Blockflöte
Ena Markert, Barockcello & Viola da gamba
Martin Billé, Theorbe & Lauteninstrumente

Junge Ensembles im Wettbewerb

Politisch gesehen war die Beziehung zwischen England und Frankreich meist gespannt. Umso spannender ist der intensive künstlerische Austausch über den Ärmelkanal – wie ein Streifzug durch 400 Jahre französisch-britische Musikgeschichte beweist.

Ensemble Astrum kommt am 17. Juni in Ihre Schule, stellen ihre Instrumente vor, erzählen von der Musik und vom Musikersein und spielen kurze Stücke vor. Anmeldung unter: mentler@musikfestspiele-potsdam.de / Kapazität: 1 Klasse - Empfohlen für Klasse 7 bis 12.

Alte Musik im Klassenzimmer

Kita & Schule Potsdam Montag, 17. Juni 2024, 10:00 Uhr
Fabrice Bihan, Violoncello       Vincent de Lavenèrevergrößern
Vincent de Lavenère & Fabrice Bihan, © Künstler

Fabrice Bihan, Violoncello
Vincent de Lavenère, Jonglage

Cello & Jonglage

Die exzellenten junge Musiker des Fahrradkonzerts kommen in Ihre Schule, stellen ihre Instrumente vor, erzählen von der Musik und vom Musiker-sein und spielen kurze Stücke vor.

Fabrice Bihan & Vincent de Lavenère kommen am 17. Juni in Ihre Schule, stellen ihre Instrumente vor, erzählen von der Musik und vom Musikersein und spielen kurze Stücke vor. Anmeldung unter: mentler@musikfestspiele-potsdam.de / Kapazität: 1 Klasse - Empfohlen für Klasse 3 bis 6.

Barock_Plus

Kita & Schule Potsdam Mittwoch, 19. Juni 2024, 10:00 Uhr
Donnerstag, 20. Juni 2024, 13:00 Uhr Foyer Nikolaisaal Potsdam
Barock_Plusvergrößern
Barock_Plus, Photo: Klaus Gruber

Barock_Plus:
Marie Erndl & Tabea Wink, Blockflöte
Dominik Heidl, Cembalo
Anna Maria Rudolph, Barockcello

Junge Ensembles im Wettbewerb

Im Barock und Rokoko ließ man keine Gelegenheit zum Feiern und Tanzen aus. Die größten Komponisten waren sich nicht zu schade, Musik dazu zu liefern. Eine Reise von Versailles bis nach Sanssouci mit Tanzmusik aus den Schlössern und Ballsälen Europas.

Barock_Plus kommt am 19. Juni in Ihre Schule, stellen ihre Instrumente vor, erzählen von der Musik und vom Musikersein und spielen kurze Stücke vor. Anmeldung unter: mentler@musikfestspiele-potsdam.de / Kapazität: 1 Klasse - Empfohlen für Klasse 1 bis 6.

Tango in Familie

Säulenhof Orangerieschloss Potsdam Samstag, 22. Juni 2024, 11:00 Uhr
Maja Hilkevergrößern
Maja Hilke, Photo: Robert Niemeyer

Maja Hilke, Musik- und Tanzpädagogik
Cappella Mediterranea:
Diego Valentín Flores, Gesang
William Sabatier, Bandoneon
Quito Gato, Gitarre, Laute & Perkussion

Der rote Faden von Monteverdi zu Piazzolla
60 min Tanzworkshop mit Tango-Basics zu Live-Musik + 15 min Verschnaufpause + 30 min Konzert zum Mitmachen mit Musik von C. Monteverdi, Tango Nuevo von A. Piazzolla & Improvisationen

Emotion ist Bewegung, das wusste Claudio Monteverdi schon so gut wie Astor Piazzolla und darum bewegt ihre Musik uns heute noch. Maja Hilke macht vor, wie’s geht, und lässt aus einfachen Grundschritten sogar schon eine improvisierte Choreografie entstehen. So können alle beim Abschlusskonzert nicht nur mitklatschen oder -singen, sondern zum Finale eine ganz besondere Milonga tanzen. Und bei Piazzollas «Ballade für einen Verrückten» wird es richtig wild!

Führung 2024

Festlichkeiten bei Hofe

Treffpunkt: Neues Palais, Ehrenhof Potsdam Freitag, 7. Juni 2024, 17:00 Uhr
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Schlosstheater, Photo: Hans Bach

Jörg Kirschstein, Führung

Führung im Neuen Palais

Das Neues Palais im Park Sanssouci wurde Mitte des 18. Jahrhunderts eigens für Festlichkeiten und für Sommeraufenthalte der königlichen Familie gebaut. Davon zeugen auch die reich ausgeschmückten Festsäle oder das Schlosstheater. Auch in der Zeit nach Friedrich dem Großen wurde regelmäßig bei verschiedensten Anlässen gefeiert, ganz besonders unter Kaiser Wilhelm II. Wie liefen diese Festlichkeiten ab? Welche Räume hat man dafür genutzt? Bei der Führung erfahren Sie mehr darüber.

In Preußen können sie alle nicht tanzen!

Treffpunkt: Rheinsberg, Schlosskasse im Marstall Samstag, 8. Juni 2024, 16:00 Uhr
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Spiegelsaal von «Schloss Rheinsberg», Photo: Leo Seidel

Michael Fröhlich, Führung

Führung im Schloss Rheinsberg

Dieses Zitat schreibt man der Comtesse de Sabran zu, einer Grand Dame der Pariser Salons, die nach einem Besuch in Preußen 1791 zwar die Opern und die Musik lobte, den Deutschen aber auch bescheinigte, dass der Tanz nicht gerade ihre Stärke sei. Der Comtesse begegnet man auch im Schloss Rheinsberg und Geschichten über den Tanz gibt es dort auch zu erzählen.

Entdeckungen im Marmorpalais

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Marmorpalais, © Reinhardt und Sommer

Tina Czeninga, Führung

Tänzerinnen bei einem musischen König

König Friedrich Wilhelm II. ließ sich im Neuen Garten das Marmorpalais erbauen. Wie bereits sein Onkel, Friedrich der Große, liebte auch er die Musik. Aber nicht die Flöte, sondern das Cello hatte es dem Monarchen angetan. Die Musik gehörte zum Alltag, daher lassen sich in vielen Räumen musizierende oder tanzende Figuren finden.

Versailles an der Spree

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Schloss Charlottenburg, Photo: Hans Bach

Ivette Arnholdt, Führung

Französische Einflüsse im Park Charlottenburg

Vor über dreihundert Jahren schaute ganz Europa nach Versailles. Das Schloss und die Lebensart König Ludwigs XIV. waren das Maß aller Dinge. Daher verwundert es auch nicht, dass der französische Gartenkünstler Simeon Godeau, ein Schüler des berühmten André Le Nôtre, engagiert wurde, um den Schlossgarten in Charlottenburg zu gestalten. À la française bitte!

Tamburin und Leopardenfell

Neues Palais, Ehrenhof Potsdam Montag, 10. Juni 2024, 16:00 Uhr
Samstag, 15. Juni 2024, 16:00 Uhr
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© Veranstalter

Ina Penny, Führung

Berühmte Tänzerinnen am Hof Friedrichs des Großen

Ein Porträt des preußischen Hofmalers Antoine Pesne mit der Darstellung der tanzenden Barberina hing im Arbeitszimmer Friedrichs des Großen im Berliner Schloss. Das allein zeugt schon von dem Stellenwert, den die Künste im Leben des Königs einnahmen. Neben der Barberina mit ihrer interessanten Lebensgeschichte gab es weitere Künstlerinnen, die bei dieser Führung erwähnt werden sollen. Darüber hinaus erfahren Sie viel Interessantes zum Thema Musik am preußischen Hof.

Tanz an der Fontäne

Treffpunkt: Schloss Sanssouci, Ehrenhof Dienstag, 11. Juni 2024, 17:00 Uhr
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Schloss Sanssouci, Photo: Daniel Lindner

Frederike Jefferies, Führung

Die Fêtes galantes des Antoine Watteau

Die höfische Gesellschaft des 18.Jahrhunderts liebte es, sich mit verschiedensten Vergnügungen im Freien aufzuhalten. Da gab es das Frühstück unter freiem Himmel, das Blinde-Kuh-Spiel, Belustigungen aller Art. Antoine Watteau war der erste Künstler, der diesen Zeitvertreib in Bildern festhielt und so ein eigenes Genre entwickelte – die fête galante. Ganz besonders König Friedrich der Große war von diesem Stil angetan, er ließ einige Räume des Schlosses Sanssouci mit Gemälden von Antoine Watteau, Jean-Baptiste Pater oder Nicolas Lancret ausstatten.

Chopin im Schloss Cecilienhof

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Schloss Cecilienhof

Matthias Simmich, Führung

Festlichkeiten während der Potsdamer Konferenz

Frederic Chopin war selbstverständlich nicht selbst im Schloss Cecilienhof, seine Werke wurden dort aber schon gespielt. Abseits der Beratungen der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 gab es auch Gelegenheiten für Unterhaltung mit Musik und Tanz. Neben Chopins Klassik wurden dabei auch ganz moderne Musikstücke gespielt.

Musen im Park Sanssouci

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Musenrondell in Park Sanssouci, ©privat

Ivette Arnholdt, Führung

Vom Musenrondell und Chinesischem Haus

Terpsichore ist die griechische Muse des Tanzes. Mit Musik und tänzerischen Bewegungen verführt sie ihre Liebhaber. Im Musenrondell des Parks Sanssouci ist sie mit ihren Schwestern versammelt. Welche das sind und woran man sie erkennt, erfahren Sie bei dieser Führung.

So habe ich die Stadt verschönert

Treffpunkt: Schloss Sanssouci, Ehrenhof Samstag, 15. Juni 2024, 17:30 Uhr
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Alter Markt Potsdam 1772, Grafik: Wolfgang Pfauder

Nadine Löffler, Führung

Die Verwandlung Potsdams unter Friedrich dem Großen

Potsdam ist das Lebenswerk König Friedrichs des Großen. Er wollte lieber in Potsdam residieren als in Berlin und ließ die Stadt nach seinen Plänen umgestalten. Für die Stadtverschönerung standen italienische Renaissance- und Barockbauten Pate. Der Preußenkönig erschuf sein Sehnsuchtsziel des Südens, sein Ersatz-Rom. In vielen Gemälden im Schloss Sanssouci können Sie sich von der italienischen Inspiration und den architektonischen Vorbildern überzeugen. Zahlreiche Veduten der Stadt Potsdam aus dem 18. Jahrhundert werden Sie in den Neuen Kammern begeistern und stehen für die Verwandlung der kargen Soldatenstadt in ein architektonisches Schaustück.

Fahrradkonzert – Im Takt in die Pedale treten

Check-in & Start: Yorckstraße / Ecke Wilhelm-Staab-Str. Potsdam Tour 1: Sonntag, 16. Juni 2024, 09:00 Uhr
Tour 2: Sonntag, 16. Juni 2024, 09:30 UhrTour 3: Sonntag, 16. Juni 2024, 10:00 Uhr
Big Bike Orchestravergrößern
Big Bike Orchestra, Photo: Maciej Drapinski

Big Bike Orchestra
Deutsches Filmorchester Babelsberg
Fabrice Bihan, Violoncello & Vincent de Lavenère, Jonglage
Le Pianoteur «Aimé Charmot», Walk Act
Nicola Knappe, rhythmische Erzählkunst
Dragan Ribić, Akkordeon
Silke Bode, Yoga
Vivi Vassileva, Marimba & Percussion
Jenny Alten & Cécile Wesolewski, Performance Art
Beatrix Keweloh, Zauberei
Klaus Büstrin, Lesung
uvm.

Musik – Rhythmus – Bewegung: Das ist schon immer die Seele des Fahrradkonzerts. Stadt und Landschaft geben den Takt vor für bewegende Entdeckungsfahrten in die Natur und Geschichte. Diesmal treffen die RitterInnen der Pedale unterwegs auf Virtuosen des Rhythmus und der Bewegung: auf Akrobaten und Falken, die der Schwerkraft trotzen, auf Tanz in jeder Form, Musik auf Rädern und energiegeladene Percussion für den richtigen Beat. Und können sich zwischendurch beim Spiel mit interaktiven Klangskulpturen oder beim Yoga locker machen. Drei Touren von sportlich bis gemütlich stehen zur Wahl: So finden auch die Generationen zusammen – ganz zwanglos in Bewegung.

Tour 1 – Denk mal! Zeitreise durch Natur & Geschichte
Start: Am Kanal -> Alter Markt Potsdam Museum -> Neuendorfer Anger Alte Neuendorfer Kirche, Backofen Babelsberg -> Teltowkanalbrücke -> Schleuse Kleinmachnow -> Südwestkirchhof Stahnsdorf Kirchhof, Stabkirche -> Oberlinkirche im Oberlinhaus -> Schirrhof Schiffbauergasse -> Ziel: Nikolaisaal

Tour 2 – Immer grün! Landpartie in konzertierter Aktion
Start: Am Kanal -> MINSK-Terrassen Potsdams neuer Stadtplatz am Brauhausberg -> Falkenhof -> Deutsches Institut für Ernährungsforschung Gerty-Cori-Haus -> Bergholz Dorfkirche, Mehrgenerationenhaus Nuthetal -> Langerwisch Dorfkirche, Schäferhof -> Wilhelmshorst Peter-Huchel-Haus, Am Irissee -> Alter Markt Potsdam Museum -> Ziel: Nikolaisaal

Tour 3 – Move it! Radeln mit Familiensinn
Start: Am Kanal -> Nikolaisaal -> MINSK-Terrassen Potsdams neuer Stadtplatz am Brauhausberg -> Falkenhof -> Deutsches Institut für Ernährungsforschung Gerty-Cori-Haus -> Heizkraftwerk «Siggi Location» -> Neuendorfer Anger Alte Neuendorfer Kirche, Backofen Babelsberg -> Ziel: Schirrhof Schiffbauergasse

Ein Zentrum europäischer Hofkultur

Treffpunkt: Berlin, Schloss Charlottenburg, Ehrenhof Mittwoch, 19. Juni 2024, 14:00 Uhr
Schloss Charlottenburg,vergrößern
Schloss Charlottenburg, Photo: Wolfgang Pfauder

Bianca Merz, Führung

Führung im Schloss Charlottenburg

Alle preußischen Könige und Deutschen Kaiser haben das Schloss Charlottenburg nicht nur als Wohnung, sondern auch für verschiedenste Festlichkeiten genutzt. Die Machtstellung der Hohenzollern sollte auch durch die Einrichtung der Räumlichkeiten nach außen repräsentiert werden. Gehen Sie auf eine Zeitreise durch die Wohn- und Festkultur des 18. und 19. Jahrhunderts.

Tanz in die Moderne

Treffpunkt: Park Sanssouci, Neues Palais, Ehrenhof Donnerstag, 20. Juni 2024, 16:00 Uhr
Schlosstheater Potsdamvergrößern
Schlosstheater Potsdam, Photo: Hans Bach

Alexandra Schmöger, Führung

Das Neue Palais und Isadora Duncan

Nicht nur in der Bildenden Kunst, sondern auch im Tanz begann das 20.Jahrhundert mit spektakulären neuen Wegen. Die als «Mutter des modernen Tanzes» bekannt gewordene Amerikanerin Isadora Duncan war eine Wegbereiterin des modernen sinfonischen Ausdruckstanzes. Freie Bewegungen, weite Gewänder und nackte Füße waren absolute Neuerungen. Als erste Tänzerin nutzte sie klassische Konzertmusiken für ihre Darbietungen. Aber was hat Isadora Duncan mit dem Neuen Palais zu tun? Lassen Sie sich überraschen!

Bacchus und der Zauber Ovids

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Ovidgalerie, Photo: Celia Rogge

Nadine Löffler, Führung

Die Ovidgalerien in den Neuen Kammern

Zur Lieblingslektüre der adligen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts gehörten die Liebesabenteuer der antiken Welt um Göttervater Jupiter oder den Weingott Bacchus. Da machte auch König Friedrich der Große keine Ausnahme. So nutzte er die Metamorphosen des römischen Dichters Ovid gern für die Dekoration seiner Konzertzimmer und -säle. In den Neuen Kammern von Sanssouci erzählen vierzehn vergoldete Stuckreliefs in der Ovidgalerie bekannte und weniger bekannte Verwandlungsgeschichten.

Er wäre viel lieber Architekt geworden

Orangerieschlossvergrößern
Orangerieschloss Sanssouci, Photo: Christina Siegfried

Frederike Jefferies, Führung

Friedrich Wilhelm IV. und das Orangerieschloss

Ein König als Architekt? Friedrich Wilhelm IV. hat sich bereits sehr frühzeitig mit Architektur beschäftigt. Anders als Friedrich der Große hatte er aber auch die Möglichkeit, sich die Vorbilder seiner (Traum-)Bauten auf zwei Italienreisen direkt anzuschauen. Jede Gelegenheit nutzte er für das Skizzieren, so sind heute mehr als 4000 Zeichnungen von ihm überliefert. Neben Architekturzeichnungen finden sich darunter auch Skizzen für Skulpturen, Tänzer oder Theaterdekorationen. Bei einem Rundgang wird der König vorgestellt und genauer hingeschaut, welche italienischen Vorbilder für den Bau des Orangerieschlosses Pate standen.