Torsten Fischer, Inszenierung
Herbert Schäfer, Bühne
Vasilis Triantafillopoulos, Kostüme
Nadja Hesse, Dramaturgie
Hannes Rittig, Judith Rosmair, Jakob Schleert, Paula Dieckmann, Annika Gräslund, Gabriele Völsch, Markus Voigt, Jan Bernhardt & Christiane Schoon, Spiel
Von Aischylos in einer Neufassung von Robert Icke / Deutsch von Ulrike Syha
Drei Morde, ein Fluch – und die Frage, was Gerechtigkeit heute bedeutet: Mit der Aischylos-Bearbeitung des englischen Autors und Regisseurs Robert Icke bringt das Theater Vorpommern in Koproduktion mit dem Kleist Forum einen antiken Stoff auf die Bühne, der erschreckend gegenwärtig wirkt. Im Mittelpunkt steht der Blick auf das traumatisierte Innenleben einer Familie, in der Gewalt wie ein Erbe weitergegeben wird. Die Neubearbeitung spiegelt eine Gegenwart, die von Konsum, neuen Medien und Sehgewohnheiten geprägt ist – eine Welt, in der große Existenzfragen oft auf das eigene Ich und private Beziehungen schrumpfen.
Die Struktur konzentriert sich auf die psychologische Innenansicht der Figuren, besonders auf das zerstörerische Beziehungsgeflecht zwischen Mutter und Sohn. Eingebettet in eine Gerichtsverhandlung werden die Ereignisse befragt: Was ist Rache, was ist Recht? Wo beginnt Zivilisation – und wo bricht sie?
Eine präzise Analyse von Gerechtigkeit, Vergeltung und den Folgen familiärer Gewalt. Mit der gefeierten Berliner Schauspielerin Judith Rosmair als Klytaimnestra – eine Rolle voller Macht, Verletztheit und Konsequenz.