Jazz in E.

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13. bis 16. Mai
Jazz in E. Nr. 31: TRADITION

Jazz in E., das besondere Jazzfestival im Osten Deutschlands, wurde 1995 gegründet. Neben der Peitzer Jazzwerkstatt ist das Eberswalder Festival die zweite wichtige «Jazzmarke» in Brandenburg und kann auf die längste durchgehende Tradition im Land verweisen. Das Festival geht in das vierte Jahrzehnt seiner Geschichte und wird in den nächsten Jahren eine neue thematische Serie aufgelegt. Für 2026 ist das Thema TRADITION gesetzt. Ein Programm unter diesem Titel ist nicht historisierend gemeint, sondern es geht um Besinnung auf Ausgangspunkte, dem Nachspüren von Wurzeln, um Gedächtnis und Weitergabe, also um einen Prozeß.

Zudem wird die Reise durch die ehemaligen Betriebskulturhäuser Eberswaldes fortgesetzt und erstmals im früheren RAW-Betriebskulturhaus gastiert (RAW steht für Reichsbahnausbesserungswerk).

Am verlängerten Wochenende über Himmelfahrt 2026 werden u. a. Uwe Kropinski, Richard Kochs «Rays Of Light», rant (Merle Bennett & Torsten Papenheim), Jan Klares KIND, Kalle Kalima & Achim Kaufmann, Philipp Groppers TAU, das Rüdiger-Krause-Quartett sowie Tobias Hoffmann & Benjamin Schaefer begrüßt.

Das komplette Programm zum diesjährigen Musikabenteuer ab Mitte Februar 2025 auf der Homepage des Festivals www.mescal.de

Die Konzerte 2026

Doppelkonzert «Uwe Kropinski Solo und Richard Koch "Rays Of Light"»

RAW Kultursaal Eberswalde Mittwoch, 13. Mai 2026, 19:00 UhrTickets
Musiker auf der Bühnevergrößern
Richard Kochs «Rays Of Light», Foto: Felix Broede

Uwe Kropinski Solo

Uwe Kropinski, Gitarre mit 39 Bünden

1 Mann spielt Gitarrevergrößern
Uwe Kropinski,
Uwe Kropinski begeistert seit fast einem halben Jahrhundert solistisch mit Perfektion und Leichtigkeit und steht für moderne, stilübergreifende akustische Gitarrenmusik. Er spielt seit 1989 spezialangefertigte Gitarren mit 39 Bünden des berühmten holländischen Gitarrenbauers Theo Scharpach. Uwe Kropinski gastierte 1995 bei Jazz in E. No. 1 in der St. Georgs-Kapelle, mit ihm gehen wir jetzt in das vierte Jahrzehnt unserer Festivalgeschichte.

«He knocked me out. I don’t think I’ve ever been so impressed with a solo-guitar performance as with his.» (Pat Metheny)

Rays Of Light

Richard Koch, Trompete & Komposition
Fabiana Striffler, Violine
Valentin Butt, Akkordeon
Igor Spalletti, Bass
Peter Kuhns , Perkussion

Alle Musik der Welt ist hier

Was die Besetzung und das Instrumentarium angeht, hätte man das vom neuen Quintett des Trompeters Richard Koch vorgetragene akustische Werk auch schon im 19. Jahrhundert aufführen können. Jedoch lassen sich die aktuellen Stücke keiner spezifischen Region oder Tradition zuordnen. Es ist Musik, die in die österreichischen Alpen ebenso passt, wie in die Provence oder nach New Orleans. Sie ist urban wie ländlich verständlich. Sie verarbeitet Balkan-Elemente wie Klezmer, wir hören im Ursprung orientalische Percussions, und mit dem Kontrabass kommt eine gute Portion Swing und Bop aus den nervösen Metropolen dazu. Kochs Kompositionen wirken dabei so leichtfüßig wie farbenfroh. Als wolle er sagen: Hört her, liebe Menschen! Alle Musik der Welt ist hier, alles ist gut!

Doppelkonzert «rant und Jan Klare KIND»

RAW Kultursaal Eberswalde Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai 2026, 19:00 UhrTickets
1 Mädchen spielt Schlagzeugvergrößern
rant, Foto: Winja Lutz

rant

rant:
Merle Bennett, Schlagzeug
Torsten Papenheim, Gitarre

Echos der amerikanischen Musikgeschichte

Seit 2003 spielen Merle Bennett und Torsten Papenheim als rant zusammen. In ihren gemeinsam entwickelten Stücken loten sie die Möglichkeiten des Duospiels aus und kreieren in der minimalistischen Besetzung von Gitarre und Schlagzeug ihre charakteristische Klangsprache. rant spielen eine Musik des Andeutens, Erweiterns, auch Verwerfens. Neben ihren Eigenkompositionen haben sie sich in eigenwillig reduzierten Interpretationen auch Klassikern der Jazzgeschichte gewidmet.

Echos der amerikanischen Musikgeschichte wehen durch diese exzentrischen Bearbeitungen, von denen Leute wie Henry Kaiser, Jack White oder Eugene Chadbourne begeistert sein dürften. (Jazzthing)

1 Band spielt Musik in einem Raumvergrößern
Jan Klare KIND, Foto: Andre Symann

Jan Klare KIND

Jan Klare KIND:
Shabnam Parvaresh, Klarinette
Shannon Barnett, Posaune
Jan Klare, Saxophon
Emily Wittbrodt, Cello
David Helm, Bass
Bruna Cabral, Schlagzeug

Jazz & Bläsermusik

KIND will spielen. KIND will Eindruck machen. KIND spielt «kontrolliert entgleiste Kammermusik». KIND ist äußerst unterhaltsam.

«Der Altsaxophonist Jan Klare stellte seine durchkomponierte KIND Kombination vor und erhielt den Preis für die schnellste Präzision und die größte Geschmeidigkeit des gesamten Festivals. Seine schwindelerregenden Bläserarrangements zwingen das Publikum zum Grinsen.» (Jazz Wise)

Doppelkonzert «Kalle Kalima & Achim Kaufmann und Tau»

RAW Kultursaal Eberswalde Freitag, 15. Mai 2026, 19:00 UhrTickets
1 Mann spielt Gitarrevergrößern
Kalle Kalima, Foto: Elmar Petzold

Kalle Kalima & Achim Kaufmann

Kalle Kalima, akustische Gitarre
Achim Kaufmann, Klavier

Jazz & Meditation

Zwei herausragende Musiker, beide fest in der internationalen Jazzszene etabliert, musizieren sehr gern gemeinsam. Und obwohl ihre musikalischen Erfahrungen und Projekte unterschiedlich sind, treffen sie sich nicht beim kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern erfinden mit ihrem Instrumentarium neue Geschichten. Die Musik ist eine Meditation über Einflüsse von Miles Davis über Morton Feldman bis Robert Johnson, alles anhand von Eigenkompositionen Kaufmanns und Kalimas für Klavier und akustische Gitarre.

1 Band mit 5 Musiker schauen ins Kameravergrößern
TAU, Foto: Lukas Diller

TAU

TAU:
Philipp Gropper, Saxophon
Philip Zoubek, Synth
Felix Henkelhausen, Bass
Moritz Baumgärtner, Schlagzeug & Perkussion
Ludwig Wandinger, Elektronik

Energie und Brisanz

TAU ist ein Kollektiv und arbeitet eher wie eine Rockband zusammen. Die Musik entsteht zum größten Teil in einem gemeinsamen Prozess des Komponierens, Arrangierens und Improvisierens, welcher die unterschiedlichen Hintergründe und Visionen der Musiker verbindet.

«Das, was wir heute als traditionell bezeichnen, war immer eine Erweiterung oder sogar ein Bruch, etwas Neues und genau daher kam auch die jeweilige Energie und Brisanz, die gleichzeitig eine zeitlose Größe sicherte. Wird etwas in einer zuvor gefundenen Stilistik heute nachgespielt, fehlt immer das Gefühl, eine Reise in die Zukunft zu unternehmen…» (Philipp Gropper)

Doppelkonzert «Tobias Hoffmann & Benjamin Schäfer und Els & The Bliss»

RAW Kultursaal Eberswalde Samstag, 16. Mai 2026, 19:00 UhrTickets
1 Mann mit ein Luftballon in Figur eines Vogelsvergrößern
Tobias Hoffmann, Foto: Jonas Löllmann

Tobias Hoffmann & Benjamin Schäfer

Tobias Hoffmann, Gitarre
Benjamin Schaefer, Keyboard

Mysteriöse Blues, Soul & Surf Sounds

Gitarrist Tobias Hoffmann und Pianist Benjamin Schaefer musizieren seit über zwanzig Jahren miteinander, begannen ursprünglich tatsächlich einmal als Duo, um dann für viele Jahre ihre gemeinsame Band «Expressway Sketches» voranzutreiben. Nun sind sie endlich wieder im Zweiergespann zu hören und dies in der ungewöhnlichen Kombination von E-Gitarre und Wurlitzer Electric Piano. Im brandneuen Programm finden sich neben Kompositionen von Tobias Hoffmann auch ausgewählte Lieblings-Standards der beiden Musiker. Mysteriöse Blues, Soul & Surf Sounds in kammermusikalischer Jazzbesetzung.

Els & The Bliss

Els & The Bliss:
Els Vandeweyer, Vibraphon
Dirk Berger, Gitarre
Beat Halberschmidt, Bass
Based Krajewski , Schlagzeug

Beats, Riffs und Licks zu einem einzigartigen, energiegeladenen Sound

Els & The Bliss erblickten 2019 in einem dunklen Keller in Berlin-Kreuzberg das Licht der Welt. Seitdem sorgt die Band für eine erfrischende Abwechslung jenseits des Gewohnten. Entstanden aus einem besonderen Konzert von Lychee Lassi – mit Based an den Drums, Beat am Bass, Berger an der Gitarre und DJ Illvibe – wurden die Turntables durch das virtuose Vibraphonspiel von Els Vandeweyer ersetzt und eröffneten damit neue Klangräume. Heute improvisieren Els & The Bliss frei und furchtlos, verweben Beats, Riffs und Licks zu einem einzigartigen, energiegeladenen Sound voller Überraschungen.

Weitere Veranstaltungen 2026

Ausstellungen «Maramures & Gesundbrunnen - Chorin»

Galerie Fenster auf der WERFT, Eberswalde Vernissage, Sonntag, 15. Februar 2026, 14:00 Uhr
Finissage, Sonntag, 3. Mai 2026 Tickets
Viseu de Sus (Maramures)vergrößern
Viseu de Sus (Maramures), Foto: Axel Heller

Bernhard Meyer, E-Bass am Eröffnungstag

38. & 39. Ausstellung: 15. Februar - 3. Mai 2026
Vernissage mit Live-Musik und in Anwesenheit von Dag und Axel Heller

Maramures

Axel Heller, Fotografien

Axel Heller ist seit 1990 als freier Fotograf tätig und lebt in Zippelow bei Neustrelitz. Er hat zahlreiche Reisen in alle Welt unternommen, um traditionelle, von der Moderne bedrohte Lebenswelten mit der Kamera festzuhalten. Die Maramures im Norden Rumäniens gehört zu den abgeschiedensten Regionen Europas. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein - die Menschen in den einsamen Bergen und Tälern leben und arbeiten wie vor Jahrhunderten. Axel Heller hat die Maramures von 2005 bis 2014 immer wieder bereist und ist den Menschen dort mit seiner Kamera so nahegekommen wie niemand zuvor.

Gesundbrunnen - Chorin

DAG, Zeichnungen

DAG lebt und arbeitet aber seit Mitte der achtziger Jahre in Berlin. In seinen neuen Zeichnungsserien spiegeln sich zwei Seelen - sein Leben in der Großstadt und die Erinnerung an die Landschaft um Eberswalde. Mit Stift und Schablone mischt er diese Einflüsse und schafft Phantasie-Landkarten. Zu einer Auswahl dieser Arbeiten gesellt sich eine Wandzeichnung, die im Kabinett der Galerie Fenster entsteht.

Schwebende Lasten

Im Paul-Wunderlich-Haus Eberswalde Samstag, 18. April 2026, 10:30 UhrTickets
1 Frau mit roten Haaren in der Natur.vergrößern
Annett Gröschner, Foto: Susanne Schleyer

Annett Gröschner, Erzählung

Guten-Morgen-Eberswalde CMLXXX

Die Schriftstellerin Annett Gröschner kommt zur 980. Ausgabe von Guten-Morgen-Eberswalde und liest aus ihrem aktuellen Roman «Schwebende Lasten».

Mit der Geschichte der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause erzählt die Autorin nicht weniger als ein ganzes Leben und dies mit einer Wucht und Poesie, wie sie nur dort entstehen können, wo die Literatur wirklichkeitssatt ist.

Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem ihr Blumenladen längst Geschichte war, von einem Kran in der Halle eines Schwermaschinenbaubetriebes in Magdeburg einen guten Überblick auf die Beziehungen der Menschen zehn Meter unter ihr und starb rechtzeitig, bevor sie die Welt nicht mehr verstand. Hanna Krause blieb bis zu ihrem Tod eine, die das Leben nimmt, wie es kommt. Ihr einziges Credo: anständig bleiben.

Annett Gröschners Roman erzählt die Geschichte eines Jahrhunderts in einem einzigen Leben und gibt, mit Hanna, denen ein Gesicht, die zu oft unsichtbar bleiben. Ein Roman über das Ende des Industriezeitalters und seiner Heldinnen im Osten Deutschlands - und über eine gewöhnliche Frau in diesem unfassbaren 20. Jahrhundert.

Annett Gröschner wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontanepreis), dem Klopstock-Preis und dem Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis.

Ein Büchertisch wird eingerichtet und die Autorin ist sicher bereit, den Roman zu signieren.

Anarchie - Jetzt oder nie!

Kleinschmidt Bar und Café Eberswalde Sonntag, 19. April 2026, 15:00 UhrTickets
Sylvie-Sophie Schindler lächeltvergrößern
Sylvie-Sophie Schindler, © privat

Sylvie-Sophie Schindler, Lesung

Sonntags reden No. 1: Lesung und Gespräch

Die Demokratie steht am Abgrund. Lüge, Korruption und Bürgerverachtung sind an der Tagesordnung, doch wer sagt, dass wir uns das gefallen lassen müssen?

Sylvie-Sophie Schindler schlägt vor, aus dem Parteiensystem auszusteigen und eigene Wege zu gehen. Ihr Buch ist ein Aufruf zur Freiheit: radikal, klug und zutiefst menschlich. Anarchie ist keine Bedrohung, sondern die konsequenteste Form der Humanität. Bereits im alten Rom wurde die Idee einer herrschaftsfreien Gesellschaft propagiert, nur hatte sie keine echte Chance.

Sylvie-Sophie Schindler ist philosophisch und pädagogisch ausgebildet und im Journalismus tätig. Sie begann bei der Süddeutschen Zeitung und arbeitete als Lokalreporterin für den Münchner Merkur. Ihre Texte wurden u.a. in der NZZ, bei der Weltwoche, in Stern oder Galore, sowie in alternativen Medien veröffentlicht. Sie ist Trägerin des Walter-Kempowski-Literaturpreises. Das Buch «Anarchie - Jetzt oder nie!» erscheint im Februar 2026 beim Westend Verlag und wird bei «Sonntags reden» erhältlich sein.

«Sonntags reden» ist ein neues Gesprächsformat in der Tradition der Gesprächskreise «Ohne Gewalt leben», die von 1990 bis 1995 in Eberswalde insgesamt 53 Ausgaben erfuhren.

Kartenvorverkauf