Hans Otto Theater

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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Das Markenzeichen des Hans Otto Theaters, das seit 2006 am Tiefen See steht, ist das blütenartige rote Dach des Kölner Architekten Gottfried Böhm. Bettina Jahnke leitet das Theater in Potsdam mit einem festen Ensemble. Neben der Intendantin prägen Regisseure mit vielseitigen Erfahrungen ebenso wie junge Regietalente das künstlerische Gesicht des Hauses. Sie zeichnen sich durch konzeptionell starke Handschriften mit politischer Schärfe, bildstarke Ästhetiken und Interesse an Ensemblearbeit aus.

Als Stadttheater weist der Spielplan des Theaters eine große Bandbreite auf: von Dramen der Antike und Klassik bis zu neuesten Theatertexten, von Weltdramatik über Romanadaptionen bis zu Komödien und musikalischen Abenden mit Livemusik. Auch für junge Gäste bietet das Hans Otto Theater eine abwechslungsreiche Stückauswahl mit fünf Neuproduktionen pro Spielzeit an. Neben Schulvorstellungen finden ein bis drei Mal pro Monat sonntags um 15 Uhr Vorstellungen für die ganze Familie in der nahegelegenen Reithalle statt.

Im Juni und Juli wird die Sommerbühne am Tiefen See unter freiem Himmel bespielt. Mit Blick auf den malerisch schönen Park Babelsberg können Sie sich in diesem Jahr auf William Shakespeares «Was ihr wollt» freuen.

Highlights 2026

Was ihr wollt

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Premiere, Samstag, 11. April 2026Tickets
1 Mann und 1 Frau: Auf jede Gesicht steht 1 halb von einem Herzvergrößern
Was ihr wollt, © Veranstalter

Komödie von William Shakespeare

Shakespeare spielt gekonnt mit Verwechslungen, Liebe, (Ent)täuschungen und den Herausforderungen von Identität und Geschlechterrollen. Die unvergleichlich zauberhafte Atmosphäre der Sommerbühne am Tiefen See wird ebenso wie die Komödie das Publikum in ihren Bann ziehen.

Die Zauberflöte – The opera but not the opera

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Premiere, Dienstag, 14. April 2026Tickets
1 Frau und 1 Papageivergrößern
Die Zauberflöte – The opera but not the opera, © Veranstalter

Von Nils Strunk und Lukas Schrenk
Frei nach W. A. Mozart und E. Schikaneder

Dem 2024 im Wiener Burgtheater entstandenen Stück gelingt das Wunder, die berühmte Mozart-Oper mit Witz, Esprit und Gegenwart aufzuladen – und gleichzeitig ihre Magie zu bewahren. Die klassischen Melodien werden neu arrangiert und treten in einen funkelnden Dialog mit Popklassikern der Gegenwart.

Der Gott des Gemetzels

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Premiere, Freitag, 17. April 2026Tickets
Der Gott des Gemetzelsvergrößern
Der Gott des Gemetzels, © Yasmina Reza

Von Yasmina Reza
Nachdem sich zwei elfjährige Jungen auf dem Schulhof geprügelt haben, treffen sich die Eltern zu Kaffee und Kuchen. Schnell werden Sticheleien zu Wortgefechten, aus Handgreiflichkeiten entwickelt sich eine Wohnzimmerschlacht. Sensationell genau beobachtet und mit brillanten Dialogen entlarvt die französische Autorin Yasmina Reza mit dieser Komödie, wie extrem dünn der Lack der Zivilisation ist.

Weitere Veranstaltungen im Hans Otto Theater 2026

Die Zauberflöte - The opera but not the opera

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Samstag, 14. März 2026, 19:30 UhrTickets
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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Yvonne Kespohl, Regie
Fabian Kuss, musikalische Leitung
Mariam Haas & Lydia Huller, Bühne & Kostüme
Christopher Hanf, Dramaturgie
Band "Drei Knaben":
Fabian Kuss, Gitarre & Synthesizer Gesang
Stephan Pfaff, Bass
Sebastian Strahl, Klavier & Synthesizer
Nikolai Petersen, Schlagzeug
Besetzung:
Arne Lenk - Tamino Chenoa North-Harder - Pamina / Dritte Dame
Jan Hallmann - Papageno / Erzähler
Marina Frenk - Königin der Nacht / Erste Dame
Charlott Lehmann - Papagena / Monostatos / Zweite Dame
Joachim Berger - Sarastro

Von Nils Strunk und Lukas Schrenk
Nach Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder

Musik und Liebe können die Welt heilen. So die Botschaft der unsterblichen „Zauberflöte“. Eine kleine Varieté- Theatertruppe hat nun den verwegenen Plan, dieses Meisterwerk auf ihre Bühne zu bringen: mit wenig Geld und Personal, dafür aber mit viel Fantasie, Spielwitz und Musikalität. So befreit das Ensemble die etwas angestaubten Opernfiguren anarchisch-frech von falschem Pathos – und es begegnen uns Menschen mit heutigen Sehnsüchten und Nöten: der gutmütige, rührselig verpeilte Prinz Tamino und sein impulsgesteuerter Vogelfänger-Freund Papageno. Die leidenschaftlich liebende und zugleich gefühlsverwirrte Pamina. Der männlich-eitle Fürst Sarastro und die in ihrem Herzen gekränkte Königin der Nacht, die ihre Machtkämpfe auf dem Rücken der jungen Generation austragen. Diese innerlich einsamen und von Sehnsucht getriebenen Figuren sind in einer mysteriös-bedrohlichen Außenwelt auf der Suche nach Kräften des Guten. Getragen von herzbewegender Musik bewältigen sie den Balanceakt zwischen Komik und Tragik spielend.

Im Verborgene

Großes Haus C, Hans Otto Theater Potsdam Samstag, 21. März 2026, 19:30 Uhr
Sonntag, 22. März 2026, 18:00 Uhr
Tickets
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Im Verborgene, © Veranstalter

Staatstheater Cottbus:
Inma López, Choreografie & Bühne Pascale Arndtz, Bühne
Douglas Lee, Choreografie
Angelo Alberto, Kostüm
Corinna Jarosch, Dramaturgie
Adrian Berenguer, Nicolas Sávva, u. a., Musik

Zweiteiliger Ballettabend

Inspiriert von der japanischen Praxis des Kintsugi fragt Co-Ballett-Leiterin Inma López in ihrer Choreografie „Goldene Wunden“, dem ersten Teil dieses zweiteiligen Ballettabends, nach Individualität und dem Wert von Brüchen und Wunden. Kintsugi fügt Zerbrochenes in aufwendigen und langwierigen Prozessen wieder zusammen, ohne die Bruchstellen zu verbergen. Im Gegenteil: Sie stechen als goldene Adern hervor und machen das Unikat erst wertvoll. „Wir leben in einer Tyrannei der Perfektion“, meint die Choreografin, „aber es sind die Risse, die den Wert eines zerbrochenen Stückes ausmachen, die seine ureigene Geschichte erzählen. So sind es auch die Narben, die mich ausmachen und meinen widerstandsfähigsten Teil bilden, meine goldenen Wunden. Ich bin und wir sind die Kinder der goldenen Risse.“

Im zweiten Teil, der den Titel „Fade-Outs“ trägt, stellt der international tätige Choreograf Douglas Lee die Frage von Sichtbarem und Verborgenem in der Theaterpraxis. Was bleibt alles ungesehen und spielt doch eine Rolle? Was rückt ins Scheinwerferlicht, und was tut sich währenddessen dahinter im Dunkeln? Das Theater hat viele Ebenen – jede hat ihre Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.

Farm der Tiere

Reithalle Potsdam Freitag, 27. März 2026, 19:30 UhrTickets
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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Anna-Elisabeth Frick, Regie
Sophie Lichtenberg, Bühne
Mariam Haas, Kostüme
Ted Stoffer, Choreografie
Emma Charlott Ulrich, Dramaturgie
Jörg Dathe, Janine Kreẞ, Bettina Riebesel, Mascha Schneider, Hannes Schumacher, Henning Strübbe & Katja Zinsmeister, Spiel

Ein Märchen von George Orwell

Auf der Farm des Mr. Jones proben die Tiere den Aufstand: Aufgerührt und angefasst von den Worten des alten Ebers Major überwinden sie die Herrschaft des Menschen und gründen eine freie Farm, in der alle Tiere gleich sein sollen. Gemeinsam erschaffen sie eine Gesellschaft, in der ihre Arbeit ihnen selbst dient und der Ertrag dieser Arbeit gerecht unter allen aufgeteilt wird. Dann aber setzt schleichend ein Prozess ein, an dessen Ende die Unterwerfung durch eine kleine Gruppe von Tieren steht, die alle anderen unterjocht. Plötzlich werden nicht nur bis eben noch geltende Wahrheiten infrage gestellt, sondern auch die Ideen von Gleichheit und Brüderlichkeit solange pervertiert, bis die Perversion als gültige Ordnung von nahezu allen Tieren akzeptiert und gestützt wird.

George Orwells scharfsinnige Allegorie aus den 1940er Jahren, die die Mechanismen der Macht und die dunklen Seiten des menschlichen Zusammenlebens entlarvt, wird in der Inszenierung von Anna-Elisabeth Frick und Team in einer dystopischen Welt lebendig. Irgendwo zwischen Tier, Mensch und Ungeheuer angesiedelt, sind die Wesen dieser Welt zunehmend Deformierte.

Der Gott des Gemetzels

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Freitag, 17. April 2026, 19:30 UhrTickets
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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Bettina Jahnke, Regie
Claudia Rohner, Bühne
Tatjana Kautsch, Kostüme

Von Yasmina Reza; Deutsch von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Zwei elfjährige Jungen haben sich auf dem Schulhof geprügelt: Der eine schlug mit einem Stock zu, der andere verlor beinahe zwei Schneidezähne. Die Eltern treffen sich bei Kaffee und Kuchen, um als zivilisierte Menschen zu besprechen, wie nun pädagogisch richtig vorgegangen werden soll. Doch bei der Begegnung der beiden gegensätzlichen Paare brechen sich bald archaischere Impulse Bahn und provokante Fragen fliegen durch den Raum. Welcher der Jungen war wirklich der Schuldige? Deutet rabiates Verhalten eines Kindes nicht auf Eheprobleme der Eltern hin? Was ist schlimmer: vollgekotzte Kunstbände, das nächtliche Aussetzen eines Familienhamsters oder lautstarke Telefonate, um ein gesundheitsgefährdendes Medikament juristisch zu verteidigen? Sticheleien werden zu Wortgefechten, aus Handgreiflichkeiten entwickelt sich eine Wohnzimmerschlacht. Die Kunst des kultivierten Miteinanders kulminiert in einer wilden Entgleisung. Am Ende sind nicht einmal die zwei Ehen noch intakt, und nur einer behält die Oberhand: der Gott des Gemetzels. Sensationell genau beobachtet und mit brillanten Dialogen entlarvt die französische Autorin Yasmina Reza mit dieser Komödie, wie extrem dünn der Lack der Zivilisation ist.

Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

Hans-Jochen Röhrig, © Künstlervergrößern
Hans-Jochen Röhrig, © Künstler

Janine Kreß, Lesung
Jan Böttcher & Birgit Zemlicka-Holthaus, Oboe

Lesereihe: Buch von Saša Stanišić

„Möchte die Witwe angesprochen werden …“ ist der Anfang eines sehr langen Titels eines sehr kurzweiligen Buches des Bestsellerautors Saša Stanišić, dessen Titelgeschichte gelesen wird.

Sing ich Dir

Nikolaisaal Potsdam Mittwoch, 29. April 2026, 20:00 UhrTickets
Leute singen.vergrößern
Sing ich Dir, Foto: Thomas M. Jauk

Filmorchester Babelsberg
Jan Hallmann, Janine Kreẞ, Charlott Lehmann, Arne Lenk, Philipp Mauritz, Nadine Nollau, Mascha Schneider, Hannes Schumacher & Paul Sies, Gesang & Musik

Wunschkonzert mit dem Ensemble

Mit schrägen Outfits, schrillen Show-Momenten und tollkühnen Song-Interpretationen ist „Sing ich dir“ längst Kult. Die singenden Ensemblemitglieder bringen Popmusik auf ein neues Level und folgen den Wünschen des Publikums. Sie interpretieren die Lieder, die besondere Erlebnisse und große Gefühle wecken – von Schlager bis Chanson, von Pop bis Hard Rock.

An diesem Abend werden die ausgelosten Wunschtitel ausnahmsweise mal nicht vor heimischer Theaterkulisse, sondern mit einer Extraportion Orchester-Lametta im Nikolaisaal zum Glitzern gebracht. Bühne frei für eine wahnwitzige Show, die in die Theater-Annalen eingehen wird!