Hans Otto Theater

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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

13. Juni – 19. Juli: Open Air-Sommerbühne am Tiefen See

Mit Blick auf den malerisch schönen Park Babelsberg können Sie sich in diesem Jahr auf Peter Turrinis «Der tollste Tag» freuen.

Es leuchtet einem schon von weitem rot entgegen: Das blütenartige Dach des Hans Otto Theaters, das seit 2006 direkt am Tiefen See steht. Entworfen wurde es vom Kölner Architekten und Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm. Seit der Spielzeit 2018/19 leitet Bettina Jahnke das Theater der Landeshauptstadt Potsdam mit seinem 25-köpfigen festen Ensemble. Neben der regieführenden Intendantin prägen Regisseur/-innen mit vielseitigen Erfahrungen ebenso wie junge Regietalente das künstlerische Gesicht des Hauses. Sie zeichnen sich durch konzeptionell starke Handschriften mit politischer Schärfe, bildstarke Ästhetiken und Interesse an Ensemblearbeit aus.

Als Stadttheater weist der Spielplan des Hans Otto Theaters eine große Bandbreite auf: von Dramen der Antike und Klassik bis zu neuesten Theatertexten, von Weltdramatik über Romanadaptionen bis zu Komödien und musikalischen Abenden mit Livemusik. Auch für junge Gäste bietet das Hans Otto Theater eine abwechslungsreiche Stückauswahl mit fünf Neuproduktionen pro Spielzeit an. Neben Schulvorstellungen finden ein bis drei Mal pro Monat sonntags um 15 Uhr Vorstellungen für die ganze Familie in der nahegelegenen Reithalle statt.

Highlights 2026

Weitere Veranstaltungen im Hans Otto Theater 2026

Also träumen wir mit hellwacher Vernunft

Großes Haus C, Hans Otto Theater Potsdam Samstag, 3. Januar 2026, 18:00 Uhr
Samstag, 17. Januar 2026, 18:00 Uhr Mittwoch, 18. Februar 2026, 18:00 Uhr Samstag, 28. Februar 2026, 18:00 Uhr
Tickets
Eine Szene vom "Also träumen wir mit hellwacher Vernunft"vergrößern
Eine Szene vom "Also träumen wir mit hellwacher Vernunft", Foto: Thomas M. Jauk

Sascha Hawemann, Regie
Alexander Wolf, Bühne
Ines Burisch, Kostüme
Christopher Hanf, Dramaturgie
Ulrike Beerbaum, Joachim Berger, Jan Hallmann, Janine Kreß, Guido Lambrecht, Charlott Lehmann, Paul Sies & Alina Wolff, Spiel

Eine Chronik mit Texten von Christa Wolf von Sascha Hawemann

Christa Wolf, Autorin von Weltrang, war eine entschiedene DDR-Bürgerin – eng verbunden mit dem Land, in dem sie schrieb, für das sie kämpfte, an dem sie zweifelte, dem sie bewusst die Treue hielt. Alltag und große Fragen, Persönliches und Politisches, Mythos und Geschichte: Christa Wolf hat diese Dimensionen des Daseins in einen Möglichkeitsraum der Dichtung verwandelt. Da sie den gesellschaftlichen wie den eigenen Widersprüchen standhielt, wurde sie für viele zu einer moralischen Instanz. Dabei sind ihre Texte auch Erinnerungsspeicher eines untergegangenen Landes. So verbindet dieser Theaterabend ein Dichterinnenleben mit einer Chronik der DDR.

Die Inszenierung ist ein bildstarkes, kaleidoskopartig schillerndes, auch musikalisches Szenenmosaik aus Christa Wolf- Texten und Realitätssplittern der DDR-Geschichte. Es geht um Träume, Schuld, Utopien, Literatur, Liebe, Politik, Krankheit, Schmerz, Freundschaft, Depression, Stars und Shows der DDR, Tanzen, Trinken und Hoffnung.

Ein Bericht für eine Akademie

Reithalle Box F Potsdam Sonntag, 4. Januar 2026, 18:00 Uhr
Samstag, 28. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
Eine Szene vom "Ein Bericht für eine Akademie", Foto: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene vom "Ein Bericht für eine Akademie", Foto: Thomas M. Jauk

Anna Michelle Hercher, Regie
Michelle Huning, Bühne und Kostüme
Daniel Anderson, Musik
Emma Charlott Ulrich, Dramaturgie
Paul Wilms als Rotpeter

Nach der Erzählung von Franz Kafka

Ein ehemaliger Affe ist zum Menschen geworden und hat sich komfortabel in seiner neuen Existenzform als Varietékünstler eingerichtet. Nun beschreibt Rotpeter die erstaunliche Geschichte seiner Zivilisierung: Aufgewachsen an der Goldküste, wurde er dort von einer Jagdexpedition angeschossen, um sich bald in einem äußerst engen Käfig auf einem Dampfer Richtung Europa wiederzufinden. Seinen einzigen Ausweg sah Rotpeter darin, menschliches Verhalten nachzuahmen. Unter ungeheurer Anstrengung legte er seine ureigene Wildheit ab, um Zivilisationstechniken wie Tabakrauchen, Ausspucken oder Schnapstrinken zu erlernen und so die Aufnahme in die menschliche Gesellschaft zu erlangen.

Auf frappierende, subversiv komische Weise unternimmt Kafkas berühmte Erzählung eine Demontage unserer gefeierten Selbstbilder von Humanitat und rückt eine scheinbar gelungene Integration in den Zusammenhang von Schmerz, Dressur und Selbstverlust.

Bär im Universum

Reithalle Potsdam Dienstag, 6. Januar 2026, 10:00 Uhr
Mittwoch, 7. Januar 2026, 09:00 Uhr Mittwoch, 7. Januar 2026, 11:00 Uhr Donnerstag, 8. Januar 2026, 09:00 Uhr Donnerstag, 8. Januar 2026, 11:00 Uhr Sonntag, 25. Januar 2026, 15:00 Uhr Montag, 26. Januar 2026, 09:00 Uhr Montag, 26. Januar 2026, 11:00 Uhr Dienstag, 27. Januar 2026, 10:00 Uhr
Tickets
Eine Szene vom "Bär im Universum"vergrößern
Eine Szene vom "Bär im Universum", Foto: Thomas M. Jauk

Grit Lukas, Regie
Annegret Riediger, Bühne und Kostüme
Xell., musikalische Leitung und Komposition
Emma Charlott Ulrich, Dramaturgie
Besetzungen:
Gregor Knop - Benny
Jelena Kunz - Polly
Isabel Tetzner - Anni, Uta, Isabella & Rübe

Nach dem Buch von Dea Loher / Empfohlenes Alter 6+

Als seine Eisscholle unter ihm wegschmilzt, baut sich der Eisbär Benny ein Floß. Er singt sich ein Lied, denn er ist der letzte seiner Art. Etwas unsicher, doch nicht ohne Hoffnung macht er sich auf die Suche nach einer Gefährtin. Angespült an die Küste eines ihm fremden Kontinents, trifft er das Huhn Polly. Es ist genauso weiß wie Benny, doch abgesehen davon sieht es ganz anders aus! Da es hilfsbereit ist, einen frechen Schnabel hat und ein famoses Schnecken-Chili kocht, verliebt Benny sich in das Huhn, unbelehrbar angesichts der Unterschiede zwischen ihnen. Wie soll das denn gehen, wo Polly doch Federn hat und Benny ein Fell? Ist Benny vielleicht nicht der hellste Bär im Universum? Also nimmt Polly die Sache in die Hand und schaltet für Benny eine Kontaktanzeige. Tatsächlich bekommen sie kurz darauf Post – es melden sich die Giraffe Anni und der Wal Ute. Sie laden Benny in ihre Welten ein. Neugierig reist er zu ihnen...

Ein Theaterstück zeigt den Kinder auf heiter-melancholische Weise die Kraft von Freundschaften inmitten der Veränderungen der Welt.

Aschewolken

Reithalle Potsdam Freitag, 9. Januar 2026, 19:30 Uhr
Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:30 Uhr Donnerstag, 26. Februar 2026, 18:00 Uhr
Tickets
Poster "Aschewolken", © Künstlervergrößern
Poster "Aschewolken", © Künstler

Harry Fuhrmann, Regie
Monika Frenz, Bühne & Kostüme
Kim Hausner, Videoproduktion
Emma Charlott Ulrich, Dramaturgie
Michael Böhnisch, Theaterpädagogik
Luise von Stein - Laura
Ingraban von Stolzmann - Michael
Levi Wessel - Mathé (im Video)

Nach dem Buch von Lisa Wentz - Ab 13 Jahren

In einer entscheidenden Nacht treffen die beiden AußenseiterInnen Michael und Laura aufeinander. Ihr gemeinsamer Freund Mathé ist gestorben, und dieser Verlust hat sie verändert. Laura hat sich noch stärker auf sich selbst zurückgezogen und Michael plant seine Flucht: Um Mitternacht wird er sechzehn, dann will er die Stadt verlassen und die Last der Vergangenheit abwerfen. Er streift umher, sprüht Graffiti-Botschaften – ein stilles, rebellisches Andenken an Mathé. Laura erwischt ihn auf frischer Tat. Nur widerwillig lässt Michael sich von ihr begleiten. Die beiden sind sich fremd, verbunden aber durch die Erinnerung an Mathé und ihre Einsamkeit. Zwischen Spott, Ablehnung und zaghafter Nähe entdecken sie eine Freiheit, die aus dem Mut, sich selbst und sein Gegenüber anders zu sehen, entsteht.

In ihrem 2020 mit dem Sonderpreis des Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreises ausgezeichneten Stück zeigt die Autorin Lisa Wentz, wie aus Trauer Hoffnung und aus Verlust neue Stärke entstehen kann.

7 ½ Brücken

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Freitag, 9. Januar 2026, 19:30 Uhr
Sonntag, 8. Februar 2026, 15:00 Uhr
Tickets
Eine Szene vom "7 ½ Brücken", Foto: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene vom "7 ½ Brücken", Foto: Thomas M. Jauk

Jan Neumann, Regie
Dorothee Curio, Bühne
Cary Gayler, Kostüme
Johannes Winde, Musik
u.a.

Ein Potsdam-Porträt von Jan Neumann

Potsdam ist eine Insel, auf die sieben Brücken führen. Fast alles, was in die Stadt kommt oder sie verlässt, rollt über die Brücken: Rohstoffe und Waren, Briefe, Lebensmittel und Müll. Vor allem aber die Menschen: die Kurfürsten und Könige ebenso wie der Lieferant des Toilettenpapiers für die Bestückung von Kaiserin Augustas Abort am Tag ihrer Flucht; Hitler und Hindenburg wie das Zimmermädchen, das Stalin 1945 das Bett machte, oder wie der quasselnde Stummfilmstatist auf dem Weg zu seiner ersten Tonfilmaufnahme. Über die Brücken führen alle Wege, von den Orten der Macht zu den Orten der Ohnmacht, von den Kinderstuben im Schloss Babelsberg zum Militärwaisenhaus, von der Traumfabrik in die Gewehrfabrik. Mit Humor, Fantasie und Musik wagen Jan Neumann und Ensemble in einem revuehaft schillernden Bilderreigen den Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen den vertraut-bekannten und den (noch) nie erzählten Geschichten dieser Stadt

Der zerbrochne Krug

Großes Haus C, Hans Otto Theater Potsdam Samstag, 10. Januar 2026, 19:30 Uhr
Freitag, 23. Januar 2026, 19:30 Uhr Dienstag, 27. Januar 2026, 19:30 Uhr Freitag, 13. Februar 2026, 19:30 Uhr Dienstag, 17. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
Eine Szene vom "Der zerbrochne Krug", Foto: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene vom "Der zerbrochne Krug", Foto: Thomas M. Jauk

Bettina Jahnke, Regie
Dorit Lievenbrück, Bühne & Kostüme
Achim Gieseler, Musik
Sina Katharina Flubacher, Dramaturgie
Besetzung:
Arne Lenk - Richter Adam
Jörg Dathe - Schreiber Licht
Hannes Schumacher - Gerichtsrat Walther
Bettina Riebesel - Marthe Rull
Chenoa North-Harder - Eve Rull
Paul Wilms - Ruprecht Tümpel
Joanna Kitzl - Brigitte

Nach dem Lustspiel von Heinrich von Kleist

Richter Adam befindet sich in erbärmlichem Zustand. Verletzt und mit fehlender Perücke muss er den Gerichtstag beginnen. Doch damit nicht genug: Just heute nimmt auch Gerichtsrat Walter teil, um die hiesige Justiz unter die Lupe zu nehmen. Gleich der erste Fall kostet den Richter Kopf und Kragen. Denn den Scherbenhaufen, der ihm präsentiert wird, hat er selbst verursacht. In der Nacht zuvor bedrängte er die junge Eve in ihrem Zimmer. Überrascht von ihrem Verlobten Ruprecht, flüchtete Adam aus dem Fenster und zerbrach dabei einen Krug. Diesen bringt Mutter Marthe nun vor Gericht und bezichtigt Ruprecht der Tat, der sich heftig wehrt. Und Eve? Die schweigt; erpresst von Richter Adam, der über sich selbst Gericht hält und dabei mit aberwitziger Dreistigkeit versucht, die Wahrheit zu vertuschen und Ruprecht zum Täter zu machen.

Heartship

Reithalle E des Hans Otto Theaters Samstag, 10. Januar 2026, 19:30 Uhr
Samstag, 31. Januar 2026, 19:30 Uhr Samstag, 21. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
Eine Szene von "Heartship", Foto: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene von "Heartship", Foto: Thomas M. Jauk

Lilli-Hannah Hoepner, Regie
Dorien Thomsen, Bühne & Kostüme
Atheer Adel, Musik & Darstellung
Bettina Jantzen, Dramaturgie
Besetzung:
Franziska Melzer - Ann
Katja Zinsmeister - Sara

Nach dem Buch von Caren Jeß: Jenseits der Konventionen romantischer Beziehungen oder platonischer Freundschaften

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein - Ann und Sara, zwei mitten im Leben stehende Frauen, die sich beim Aerobic kennenlernen. Ann, eine hochspezialisierte Augenärztin und alleinstehende Mutter, begegnet der Welt zurückhaltend und rational. Sara ist zupackend, voller Witz und tritt in ihrer Freizeit als Performerin in der Kneipe «Heartship» auf. Was Ann brennend interessiert, beschert Sara fast Alpträume. Wogegen Sara in ihrer feministischen Show mit Worten ankämpft, das kompensiert Ann einsam und schmerzvoll am eigenen Körper. Beide verbindet der Versuch, auf gesellschaftlichen Druck und herrschende Strukturen zu reagieren. Ann findet zum ersten Mal einen Weg, sich gegen persönliche Gewalterfahrungen zu wehren. Dabei ist Saras kompromisslose Kampfansage an das Patriarchat ansteckend und inspirierend zugleich.

Die Physiker

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Sonntag, 11. Januar 2026, 17:00 Uhr
Samstag, 31. Januar 2026, 19:30 Uhr Samstag, 21. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
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Eine Szene vom "Die Physiker", Foto: Thomas M. Jauk

Andreas Merz, Regie
Galya Solodovnikova, Bühne & Kostüme
Oleg Mikhailov, Video
Jan Pfannenstiel, Dramaturgie
Besetzung:
Mascha Schneider - Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd, Irrenärztin / Monika Stettler, Krankenschwester
Kristin Muthwill - Herbert Georg Beutler, Genannt Newton, Patient
Henning Strübbe - Ernst Heinrich Ernesti, Genannt Einstein, Patient
René Schwittay - Johann Wilhelm Möbius, Patient
Philipp Mauritz - Voß, Kriminalinspektor

Nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt

Ist Wissen wichtiger als die Bewahrung der Welt? Was ist mit der Bewahrung des Wissens vor dem Zugriff der Macht? In einem Sanatorium, welches von der exzentrischen Dr. Mathilde von Zahnd geleitet wird, ereignen sich mysteriöse Morde an zwei Krankenschwestern. Die Täter sind schnell gefunden: Die Patienten Herbert G. Beutler – genannt Newton – und Ernst H. Ernesti – genannt Einstein – beides ehemalige Physiker. Aufgrund ihres Geisteszustands können sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Doch nichts ist, wie es scheint. Die beiden Insassen, genau wie ihr Mitpatient Johann W. Möbius, ebenfalls Physiker, geben nur vor, verrückt zu sein. Möbius, weil er seine bahnbrechenden Entdeckungen um jeden Preis vor dem Missbrauch durch die Mächtigen schützen möchte. Newton und Einstein sind Geheimagenten, die auf Möbius angesetzt wurden. Die Männer eint der Versuch, die zerstörerische Macht der Wissenschaft zu kontrollieren. Jedoch haben sie nicht mit der Skrupellosigkeit der Klinikleiterin gerechnet. Diese entpuppt sich als die eigentliche Drahtzieherin, der jedes Mittel Recht ist, die eigenen Machtfantasien zu verwirklichen.

Dürrenmatt erzählt unterhaltsam von den moralischen Dilemmata der Wissenschaft und von der Ohnmacht des Einzelnen gegenüber einer machtgierigen Gesellschaft – ein packender Stoff, aktueller denn je.

Bilder deiner großen Liebe

Reithalle Potsdam Sonntag, 11. Januar 2026, 18:00 Uhr
Eine Szene vom "Bilder deiner großen Liebe", Foto: Stefan Waltervergrößern
Eine Szene vom "Bilder deiner großen Liebe", Foto: Stefan Walter

Charlott Lehmann, Regie und Dramaturgie / Bühne
Hannes Grätz, Bühne
Stefan Walter, Bild und Video
Paul Sies, Musik
Charlott Lehmann als Isa

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf

Das geheimnisvolle, wundersam verrückte Mädchen Isa, das schon in „Tschick“ auftauchte, begibt sich auf eine barfüßige Reise durch Wälder, Felder, Dörfer und entlang der Autobahn, die wie ein Traum anmutet. Auf ihrem Streifzug durch deutsche Landen begegnen ihr traurige Menschen, komische Gestalten, sich merkwürdig verhaltende Tiere. Isa beschreibt diese Begegnungen unverblümt-hellsichtig aus ihrer Perspektive einer etwas unberechenbaren, zugleich verletzlichen Außenseiterin. Ensemblemitglied Charlott Lehmann begegnet dem Fragment „Bilder deiner großen Liebe“ von Wolfgang Herrndorf in diesem persönlichen Theaterprojekt und bringt es in einer eigenen Fassung auf die Bühne.

Serotonin

Reithalle E Potsdam Freitag, 16. Januar 2026, 18:00 Uhr
Sonntag, 15. Februar 2026, 15:00 Uhr
Tickets
Motivbild "Serotonin", © Veranstaltervergrößern
Motivbild "Serotonin", © Veranstalter

Sebastian Hartmann, Regie & Bühne
Lothar Baumgarte, Licht
Adriana Peretzki, Kostüme
Christopher Hanf, Dramaturgie
Guido Lambrecht, Spiel

Nach dem Roman von Michel Houellebecq, Deutsch von Stephan Kleiner

„Ich war eindeutig nur ein Weichei, ein trauriges und unbedeutendes Weichei, das obendrein noch alt wurde.“ Florent, ein mittelalter Mann in gehobener Position, hat das unabweisliche Gefühl, mit seiner ganzen Existenz in eine Falle geraten zu sein. Die Beziehung zu der Frau, mit der er noch die Wohnung teilt, ist in Kälte erstarrt. Von seiner beruflichen Tätigkeit ist er tief enttäuscht. Die westliche Zivilisation mit ihrem Individualismus-Fetisch und ihrer kapitalistischen Verwertungslogik erscheint ihm wie eine Maschine zur Zerstörung der Liebe. Florent spürt: Es ist Zeit. Zeit für einen radikalen Schnitt. So kündigt er Job und Wohnung, inszeniert sein Verschwinden und begibt sich in einem Geländewagen auf eine lange Winterreise. In einer rückhaltlosen Bestandsaufnahme durchmisst er Höhen und Tiefen seines bisherigen Daseins.

Michel Houellebecq gilt als der gegenwärtig wichtigste wie umstrittenste Schriftsteller Frankreichs. Sein Roman ist ein hohes Lied auf die Liebe und ein Abgesang auf die moderne Gesellschaft. Er zeigt einen Menschen in einer absoluten Extremsituation.

Kleiner Mann – was nun?

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Freitag, 16. Januar 2026, 19:30 Uhr
Sonntag, 18. Januar 2026, 19:30 Uhr Sonntag, 25. Januar 2026, 15:00 Uhr Freitag, 30. Januar 2026, 19:30 Uhr Sonntag, 15. Februar 2026, 17:00 Uhr Freitag, 27. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
Poster "Kleiner Mann – was nun?", © Veranstaltervergrößern
Poster "Kleiner Mann – was nun?", © Veranstalter

Annette Pullen, Regie
Iris Kraft, Bühne
Katharina Weissenborn, Kostüme
Jörg Follert, Musik
Jan Pfannenstiel, Dramaturgie
Besetzung:
Paul Wilms - Johannes Pinneberg Mascha Schneider- Emma Mörschel genannt Lämmchen
Katja Zinsmeister - Witwe Scharrenhöfer / Frau Kleinholz / Mia Pinneberg / weitere Rollen
Philipp Mauritz - Dr. Sesam / Jachmann / Jänecke
Jan Hallmann - Karl Mörschel / Lauterbach / Helbutt / weitere Rollen
u.a.

Nach dem Roman von Hans Fallada
Wie überleben wir in einem System, das uns oft im Stich lässt?

Johannes Pinneberg und seine Frau Emma, genannt Lämmchen, versuchen, sich in Zeiten der Weltwirtschaftskrise ein gemeinsames Leben aufzubauen. Nach ihrer kurzentschlossenen Heirat – Lämmchen ist ungeplant schwanger – kündigt sich eine glückliche Ehe in bescheidenen Verhältnissen an. Doch dann verliert Pinneberg seinen Posten in einer Kleinstadt, weil sein Chef ihn mit der eigenen Tochter verheiraten wollte. Rettung bringt Pinnebergs Mutter Mia, die in Berlin lebt und ihrem Sohn eine Anstellung in einem Warenhaus in Aussicht stellt. Das junge Paar zieht in die Großstadt, zunächst zur Untermiete bei Mia, dann aber in eine eigene Bleibe. Der kleine Murkel wird geboren und alles scheint sich zum Guten zu wenden. Doch nach nur einem Jahr wird Pinneberg erneut entlassen, weil er die geforderte Verkaufsquote nicht erfüllen kann. So gerät die Kleinfamilie in einen Abwärtsstrudel aus Arbeitslosigkeit, Elend und Armut. Pinneberg droht an der Situation zu zerbrechen, und jetzt ist es an Lämmchen, die Familie zusammenzuhalten.

Das herausfordernde Schicksal eines jungen Paares, das in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit und sozialer Umbrüche lebt, während der Nationalsozialismus an Einfluss gewinnt, erinnert, obwohl 1932 veröffentlicht, auf erschreckende Weise an die heutige Zeit.

Videoschnipselabende

Reithalle Potsdam Samstag, 17. Januar 2026, 19:30 UhrTickets
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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Videoschnipselvortrag

Jürgen Kuttners Videoschnipselabende erfreuen sich in der deutschsprachigen Theaterlandschaft – auch in Potsdam – immer größerer Beliebtheit. 1996 begann der Kulturwissenschaftler und Regisseur an der Berliner Volksbühne damit, ausgewählte Ausschnitte aus alten Sendungen des DDR- und BRD-Fernsehens zu wechselnden Themen im Theatersaal vorzuführen, wobei er diese „Videoschnipsel“ witzig-erhellend, mitunter ausschweifend, aber stets intelligent anmoderiert – in höchstem Sprechtempo und gnadenlos berlinernd.

Mit der Zeit hat sich der Einzugsbereich des Videomaterials ausgeweitet – Kuttner operiert inzwischen global. Am Hans Otto Theater sind seine Videoschnipselabende nunmehr die dritte Spielzeit in Folge zu erleben.

Wenzel & Band: Strandgut der Zeiten

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Donnerstag, 22. Januar 2026, 19:30 UhrTickets
Wenzel & Band: Strandgut der Zeitenvergrößern
Wenzel & Band, © Künstler

Hans-Eckardt Wenzel, Gesang, Gitarre, Akkordeon & Piano
Hannes Scheffler & Thommy Krawallo, Gitarren & Bass
Stefan Dohanetz, Drums & Perkussion
Manuel Abreu, Trompete
Jason Liebert, Posaune & Susaphon

Konzert: schwermütig, lebenstoll, subversiv, warmherzig, zynisch, feingliedrig und direkt

In den grauen Morgenstunden, zwischen Zweifeln und Müdigkeit finden die Lieder ihre letzte Form. Die Welt ist aus den Fugen. An den Schadstellen unserer Hoffnung suchen Melodien und Worte nach der richtigen Stelle. Lieder getragen von sanften und bestimmten Tönen der Gitarren, Bass, Akkordeon, Bläsern, Schlagzeug und Klavier spielen in den unwiederholbaren Stunden der Konzerte zum Tanz auf. Ein Festhalten an elementaren Wahrheiten, allen ideologischen Parzellierungen zum Trotz. Das Leben feiern als Sieg gegen das Destruktive, gegen Kriege und Demagogie. Die Musik ist dabei ein treuer Gefährte.

Wenzel stand mit Arlo Guthrie, Randy Newman, Billy Bragg, Konstantin Wecker und vielen anderen Musikern auf der Bühne. Wenzel hat Ehrungen überstanden von der GOLDENEN AMIGA, dem Heinrich-Heine-Preis über den Deutschen Kleinkunstpreis, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik, sowie den Preis der Liederbestenliste. 2023 erschien ein Dokumentarfilm über Wenzel „Wenzel – Glaubt nie, was ich singe“ im Kino.

Im Spiegelsaal

Reithalle Potsdam Freitag, 23. Januar 2026, 19:30 Uhr
Freitag, 30. Januar 2026, 19:30 Uhr Freitag, 13. Februar 2026, 19:30 Uhr Freitag, 27. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
Poster "Im Spiegelsaal", © Veranstaltervergrößern
Poster "Im Spiegelsaal", © Veranstalter

Jana Findeklee und Joki Tewes, Regie, Bühne & Kostüme
Hannah Dörr, Video
Marc Eisenschink, Musik
Bettina Jantzen, Dramaturgie
Ulrike Beerbaum, Janine Kreẞ, Franziska Melzer, Amina Merai, René Schwittay & Paul Sies, Darstellung

Nach der Graphic Novel von Liv Strömquist

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Im ganzen Land? Auf der ganzen Welt! Die Schönste? Und was ist mit dem Schönsten? Im Spiegelsaal der digitalen Welt werden Bilder der Schönsten der Schönen unendlich viele Male gespiegelt und wieder reflektiert. Und wir alle mittendrin! Aber wie sind Schönheitsvorstellungen in den letzten 2.000 Jahren überhaupt entstanden, und wie wurden Schönheitsideale gesellschaftlich konstruiert? Wieso entwickeln Spiegelbilder ein Eigenleben und setzen uns unter Druck? Wer schaut uns aus dem Spiegel an, und warum wollen wir so sein wie SIE oder ER – aber vor allem jemand anderes? Und, ach, warum nur hat die körperliche Schönheit die irritierende Eigenschaft, vergänglich zu sein …

Die beiden Künstlerinnen Jana Findeklee und Joki Tewes prägen als Bildnerinnen mit ästhetisch eigenwilligen Arbeiten seit Jahren preisgekrönte Inszenierungen. Bei ihrem Regiedebüt verbinden sie zusammen mit den sechs Ensemblemitgliedern gestalterische Visionen mit spielerischer Fantasie.

Der nackte Wahnsinn

Großes Haus C, Hans Otto Theater Potsdam Samstag, 24. Januar 2026, 19:30 Uhr
Samstag, 14. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
Die Leute schreien ineinandervergrößern
Eine Szene vom «Der nackte Wahnsinn», Foto: Thomas M. Jauk

Iris Kraft, Bühne
Tatjana Kautsch, Kostüme
Marcel Schmidt, Musik
Christopher Hanf, Dramaturgie
Darstellung:
René Schwittay - Donny (Mr. Clackett)
Arne Lenk - Garry (Roger Tramplemain)
Charlott Lehmann - Brooke (Vicky)
Jan Hallmann - Frederick (Philipp Brent / Emir)

Komödie von Michael Frayn - Deutsch von Ursula Lyn

Mit turbulentem Slapstick erzählt diese wahnwitzigste aller Backstage-Komödien von liebenswert-lächerlichen Schauspiel-Desperados, die von einer Bühnenkatastrophe in die nächste stolpern, aber immer wieder aufstehen und mit hochkomischer Restwürde ihre Kunst verteidigen.

Bondi Beach

Reithalle E Potsdam Samstag, 24. Januar 2026, 19:30 UhrTickets
Menschen mit gelben Klamotten.vergrößern
Eine Szene von «Bondi Beach», Photo: Thomas M. Jauk

Nele Rosetz, Regie
Alexander Wolf, Bühne und Kostüme
Carolina Bigge, Musik
Mirjam Klebel, Choreografie
Bettina Jantzen, Dramaturgie
Besetzungen:
Guido Lambrecht - Dennis
Philipp Mauritz - Tristan
Kristin Muthwill - Zoe
Henning Strübbe - Nico
Alina Wolff - Fiffy

Nach der Komödie von von Rebekka Kricheldorf mit Songs von Carolina Bigge

Schon lange kennen sich Zoe, Fiffy, Tristan, Nico und Dennis. Inzwischen sind sie alle älter geworden und müssen der eigenen Vergänglichkeit ins Auge schauen. Die Forderung, für den Fall des eigenen Ablebens vorzusorgen, setzt in der Gruppe ein wildes Experiment in Gang. Lustvoll und schlagfertig hinterfragen sie ihr Leben und entwickeln überraschende Alternativen: neue Beziehung, anderes Lebenskonzept, veränderter Lifestyle …

Die anarchische und pointierte Komödie der in Berlin lebenden Dramatikerin Rebekka Kricheldorf fragt nach richtigen Entscheidungen und verpassten Chancen, nach dem echten Leben und dem falschen und erzählt von der Suche nach sich selbst zwischen Zugewinn und Verlust, zwischen Liebe und Einsamkeit.

Troja! Blinde Passagiere im Trojanischen Pferd

Reithalle Potsdam Mittwoch, 28. Januar 2026, 09:00 Uhr
Mittwoch, 28. Januar 2026, 11:00 Uhr Donnerstag, 29. Januar 2026, 10:00 Uhr Mittwoch, 25. Februar 2026, 09:00 Uhr Mittwoch, 25. Februar 2026, 11:00 Uhr
Tickets
Eine Szene von «Troja! Blinde Passagiere im Trojanischen Pferd», Photo: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene von «Troja! Blinde Passagiere im Trojanischen Pferd», Photo: Thomas M. Jauk

Grit Lukas, Regie
Henriette Hübschmann, Bühne & Kostüme
Sina Katharina Flubacher & Alexandra Engelmann, Dramaturgie
Michael Böhnisch, Theaterpädagogik
Mit: Jelena Kunz, Gregor Knop & Philipp Mauritz

Stück von Henner Kallmeyer - Empfohlenes Alter 9+

Es ist der Tag, an dem die Griechen nach zehn Jahren Krieg ein hölzernes Pferd in Troja hinterlassen und die letzte große Schlacht beginnt. Das griechische Mädchen Briseis ist heimlich mitgereist, denn sie will als Heldin dabei sein, wenn Troja untergeht. Sie kennt keinen Frieden, genauso wenig wie Spourgitis, ein Junge aus Troja. Im Bauch des trojanischen Pferdes treffen beide aufeinander, doch anstatt sich zu schlagen, beginnen sie, miteinander zu reden.

Die Ereignisse des Trojanischen Krieges werden mit ihren Figuren und Helden lustvoll und spielerisch von beiden Seiten beleuchtet und die Gewaltspirale mit ihren Feindbildern in Frage gestellt. Ist ein friedlicher Neuanfang möglich?

Mein Kampf

Großes Haus C, Hans Otto Theater Potsdam Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:30 Uhr
Donnerstag, 26. Februar 2026, 19:30 Uhr
Tickets
Eine Szene vom "Mein Kampf", Foto: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene vom "Mein Kampf", Foto: Thomas M. Jauk

Bettina Jahnke, Regie
Dorit Lievenbrück, Bühne und Kostüme
Achim Gieseler, Musik
Bettina Jantzen, Dramaturgie
Michael Böhnisch, Theaterpädagogik
Besetzung:
Joachim Berger - Herzl
Kristin Muthwill - Hitler
Jörg Dathe - Lobkowitz
Franziska Melzer - Gretchen
Henning Strübbe - Frau Tod
Aaron Finn Schultz - Himmlisch

Nach dem Drehbuch von George Tabori, Deutsch von Ursula Grützmacher-Tabori

In einem Wiener Obdachlosenasyl fällt dem jüdischen Buchverkäufer Schlomo Herzl ein ungezogener junger Mann in die Arme, der aus Braunau am Inn angereist ist und Hitler heißt. Herzl kümmert sich hingebungsvoll um den Neuankömmling. Er leiht ihm seinen ein - zigen Wintermantel, verpasst ihm ei - nen markanten Bartschnitt und spart nicht mit lebenspraktischen Ratschlä - gen. Während Herzl ein Buch schrei - ben und damit das Böse aus seinem Herzen vertreiben will – es soll den Ti - tel „Mein Kampf“ tragen –, fasst Hitler nach einer gescheiterten Bewerbung an der Kunstakademie eine politische Karriere ins Auge. An Herzls Seite reift nun ein Demagoge heran, der weitere Menschen zu instrumentalisieren weiß, sich mit Frau Tod höchstpersönlich ver - bündet und der Schlomo Herzls Liebe mit einem Pogrom beantwortet.

Die Glücksforscher

Reithalle Box Potsdam Mittwoch, 11. Februar 2026, 10:00 UhrTickets
Eine Szene vom «Die Glücksforscher», Photo: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene vom «Die Glücksforscher», Photo: Thomas M. Jauk

Niklas Radtke, Regie & Sounds
Tobias Sieben, Bühne
Antje Sternberg, Kostüme
Bettina Jantzen, Dramaturgie
Michael Böhnisch, Theaterpädagogik

Nach Kinderstück von Marc Becker / Empfohlenes Alter 6+

Was ist Glück? Franzi und Didi von der Zentrale für Glücksforschung präsentieren Antworten auf diese Frage. Aber schnell merken sie: Das Thema ist wirklich knifflig! Sie testen Glückskekse, befragen eine Alltagsexpertin oder überprüfen die Wirkung von Komplimenten und Geschenken. Doch kaum glauben sie, eine Antwort gefunden zu haben, wird im nächsten Moment klar: Ganz so einfach ist es alles nicht. Stattdessen stellen sich immer neue Fragen: Woher kommt das Glück überhaupt? Kann man es festhalten? Lässt es sich kaufen oder durch eine Maschine herstellen? Was macht wen glücklich? Und falls es verloren geht, das Glück – was dann? In ihrer Forschungsarbeit werden Franzi und Didi äußerst kreativ.

Das Stück wurde im Rahmen von «Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater», einem Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V., mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Märkische Leselust "Die Poggenpuhls"

1 alter Mannvergrößern
Hans-Jochen Röhrig, © Künstler

Franziska Melzer, Bettina Riebesel & Paul Sies, Lesung
Rita Herzog, Klavier
Peter Schaefer, Einführung
Hans-Jochen Röhrig, Leitung

Lesereihe: Roman von Theodor Fontane

Theodor Fontanes im Jahr 1891 erschienener Roman schildert eine Familienepisode aus der Welt des preußischen Adels: Albertine von Poggenpuhl, die verarmte Witwe eines im Krieg 1870/71 gefallenen Majors, lebt mit ihren drei erwachsenen Töchtern in der Großgörschenstraße in Schöneberg, während die beiden Söhne als Offiziere im Regiment Dienst tun. Aufgrund ihrer prekären finanziellen Verhältnisse hat sie alle Mühe, ein ‚standesgemäßes‘ Leben zu führen und dem eigenen gesellschaftlichen Selbstbild nach außen hin Genüge zu leisten. So bedeutet die Ankündigung ihres jüngeren Sohnes Leo, dem unmittelbar bevorstehenden Geburtstag der Mutter beiwohnen zu wollen, nicht nur einen Grund zur Freude - heißt es doch, Mittel und Wege zu finden, um für dieses familiäre Ereignis eine hinreichend belastbare finanzielle Grundlage zu schaffen.

Die Schilderung einer Gesellschaft im Umbruch - am Beispiel einer aristokratischen Familie, die einst bessere Tage gesehen hat - und die präzise Charakterisierung der handelnden Figuren, mit ihren liebevoll detailliert beschriebenen Schwächen und Stärken, machen diesen vorletzten Roman Fontanes zu einem zeitlos gültigen und zugleich amüsanten Sittengemälde.

südpol.windstill

Reithalle Potsdam Freitag, 20. Februar 2026, 10:00 Uhr
Sonntag, 22. Februar 2026, 15:00 Uhr Montag, 23. Februar 2026, 10:00 Uhr
Tickets
Hans Otto Theatervergrößern
Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Michael Böhnisch, Regie
Dorit Lievenbrück, Bühne & Kostüme
Sina Katharina Flubacher, Dramaturgie
Besetzung:
Siri Wiedenbusch - Ida
Robert Falcon Scott - Jon-Kaare Koppe
Nina Niknafs - Amrei

Nach der Werk von Armela Madreiter - Ab 9 Jahre alt

Die zehnjährige Ida hat nur ein Ziel: Sie will Polarforscherin werden. Mit ihrem imaginären besten Freund, dem Polarexperten Robert Falcon Scott, führt sie akribisch Aufzeichnungen ihres Alltags und trainiert das Zurechtfinden in extremen Lebensräumen. Und mit denen kennt Ida sich aus. Wenn sie nach Hause kommt, weiß sie nicht, in welchem Zustand sie ihre Mutter vorfindet. Durch Idas Mutter geht ein Riss, der sie in eine Südpol- und eine Nordpolhälfte teilt und so die Tage strukturiert. Ida kann daher schon ziemlich viel ohne Erwachsene – die Waschmaschine bedienen oder Essen machen zum Beispiel. Und sie hat gelernt, sich und ihr Zuhause vor der Außenwelt zu schützen. Doch eines Tages will ihre Lehrerin unbedingt mit der Mutter sprechen – das muss Ida verhindern! Doch als auch noch ein neugieriges Nachbarskind im Treppenhaus sitzt und sich nicht so richtig abwimmeln lässt, gerät Idas sorgfältig gebauter Schutzwall ins Wanken.

Armela Madreiter erzählt sensibel und mit feinem Humor die Geschichte eines Mädchens, das der psychischen Erkrankung seiner Mutter mit großem Erfinder- und Forschungsgeist begegnet. Das Stück wurde 2022 mit dem Sonderpreis des Deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreises ausgezeichnet.

Madama Butterfly

Großes Haus A, Hans Otto Theater Potsdam Freitag, 20. Februar 2026, 19:30 Uhr
Sonntag, 22. Februar 2026, 18:00 Uhr
Tickets
Eine Szene vom "Madama Butterfly",vergrößern
Eine Szene vom "Madama Butterfly", Foto: Matthias Horn

Staatstheater Cottbus:
Alexander Merzyn, musikalische Leitung GMD
Mirella Weingarten, Regie & Bühne
Julia Katharina Berndt, Kostüme
Christian Möbius, Choreinstudierung
Wiebke Pöpel & Mirella Weingarten, Video
Corinna Jarosch, Dramaturgie
Besetzung:
Cornelia Zink - Cio-Cio-San, genannt Butterfly
Luzia Tietze - Suzuki, Cio-Cio-Sans Vertraute
Isabelle Osenau - Kate Pinkerton
Alexey Sayapin - Benjamin F. Pinkerton, Marinelieutenant der Vereinigten Staaten
John Ji / Nils Stäfe - Sharpless, Konsul der Vereinigten Staaten in Nagasaki
Dirk Kleinke - Goro, Nakodo
Jens Klaus Wilde - Der Fürst Yamadori
u.a.

Oper von Giacomo Puccini / Dichtung von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Meinen zwei Menschen wirklich dasselbe, wenn sie einander Liebe versprechen? Schwören sie das Gleiche, wenn sie sich auf eine gemeinsame Zukunft einlassen? Diese grundlegenden Fragen stellt die Oper „Madama Butterfly“ anhand einer Liebesgeschichte, die an unterschiedlichen Lebensentwürfen, zwischen zwei Kulturen und ihren verschiedenen Wertvorstellungen zerbricht.

In „Madama Butterfly“ hat Puccini italienische Operntradition und japanische Volksliedtradition kongenial verbunden und damit eine hochpolitische Oper über die Missachtung von Unterschieden geschrieben. Regisseurin Mirella Weingarten geht es in ihrer ersten Arbeit in Cottbus zudem um Projektionen von Vorstellungen und Erwartungen, besonders in der Liebe.

Früh-Stücke

Hans Otto Theatervergrößern
Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Emma Charlott Ulrich & Christopher Hanf, Moderation

Ein Blick in Die Zauberflöte. The opera but not the opera und Farm der Tiere

Mozarts berühmteste Oper entwirft eine märchenhafte Welt aus Magie und Musik. Dass sich darin auch heutige Fragen, Charaktere und Sehnsüchte verbergen, zeigt lustvoll spielerisch unsere «Zauberflöten»-Neuinterpretation. Im Vorausblick auf die Premiere berichten Schauspielerinnen, Schauspieler und Regieteam von ihrem erfrischenden Zugriff auf die epochalen Mozartmelodien und die mythischen Figuren.

Außerdem geht es um George Orwells „Farm der Tiere“. Regisseurin Anna-Elisabeth Frick und Team erforschen in ihrer Romanadaption diese abgründige Welt, bevölkert von Wesen, die zwischen Tier, Mensch und Ungeheuer oszillieren. Mit der Regisseurin und den Spielenden sprechen wir über Mechanismen von Macht, die Infragestellung zivilisatorischer Übereinkünfte und ein Erzählen in Kreisläufen.

Eintritt frei

An der Arche um Acht

Reithalle Potsdam Dienstag, 24. Februar 2026, 09:00 Uhr
Dienstag, 24. Februar 2026, 11:00 Uhr
Tickets
Eine Szene vom «An der Arche um Acht», Foto: Thomas M. Jaukvergrößern
Eine Szene vom «An der Arche um Acht», Foto: Thomas M. Jauk

Jennifer J. Whigham, Regie
Matthias Müller, Bühne & Kostüme
Tobias Dutschke, Musik
Darstellung:
Ulrike Beerbaum, Tina Schorcht & Aaron Finn Schultz - 1., 2. & 3. Pinguin
Jacob Keller - Weiße Taube

Ulrich Hubs preisgekröntem Kinderstück - Empfohlenes Alter 6+

Ein stinknormaler Tag in der Antarktis: Drei Pinguine - zwei freche und ein ziemlich nerviger, aber liebenswerter dritter - ste­hen in der Kälte. Überall nur Schnee und Eis und Eis und Schnee. langweilig! Weil ihnen nichts Besseres einfällt, brechen die drei einen Streit vom Zaun und beginnen eine wüste Prügelei. Doch auch diese ändert nichts an ihrem Grundgefühl der Langeweile. Als ein Schmetterling zufällig vorbeifliegt, ist dies der Auslöser für eine ganz normale Diskussion unter Pinguinen über Gott, die Welt und ob man auch dann Schuld hat, wenn man jemanden aus Versehen abmurkst. Der dritte Pinguin geht als Verlierer aus der Debatte hervor und watschelt enttäuscht davon.

Zanaida

Friedenskirche Potsdam-Sanssouci Freitag, 27. Februar 2026, 19:00 Uhr
Samstag, 28. Februar 2026, 19:00 Uhr Dienstag, 3. März 2026, 19:00 Uhr Mittwoch, 4. März 2026, 19:00 Uhr Freitag, 6. März 2026, 19:00 Uhr Samstag, 7. März 2026, 19:00 Uhr
Tickets
Zanaidavergrößern
Zanaida, © Veranstalter

Johanna Soller, musikalische Leitung
Rahel Thiel, Regie
Judith Philipp, Bühne & Kostüme
Clara Rempe, Dramaturgie / Produktionsleitung Kap
Georg Kehren, Produktionsleitung Hans Otto Theater
Rita Herzog, Cembalo
Orchester Kammerakademie Potsdam
Besetzung:
Miriam Kutrowatz - Zanaida, Tochter des Kaisers der Türken
Pia Davila - Roselane, Mutter des Tamasse
Matthias Lika - Mustafa, türkischer Gesandter in Persien
Elmar Hauser - Tamasse, Scheich von Persien
Anna-Lena Elbert - Osira, Tochter des Mustafa
Philipp Mathmann - Cisseo, persischer Prinz
u.a.

Potsdamer Winteroper: Dramma per musica von Johann Christian Bach Text von Giovanni Gualberto Bottarelli, in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

„Zanaida“ wurde 1763 im Londoner King’s Theatre uraufgeführt und gehört mit „Orione“ zu zwei Neuheiten, mit denen Johann Christian Bach sein zuvor in Italien begonnenes Opernschaffen erfolgreich fortsetzte. Avantgardist seiner Zeit, verband der jüngste Sohn Joha n Sebastian Bachs – der einzige der Familie, der Opern liebte – Stilelemente von Barock und Klassik. Als Textvorlage diente dem Librettisten Giovanni Gualberto Bottarelli das erste Opernlibretto Pietro Metastasios: „Siface, re di Numidia“.

Die türkische Prinzessin Zanaida reist mit einer Delegation nach Persien, um König Tamasse zu heiraten und den Frieden zwischen den beiden Völkern zu besiegeln. Tamasse jedoch liebt Osira und intrigiert mithilfe seiner Mutter Roselane gegen Zanaida. Ihre Hinrichtung naht. Das erst 2010 in einer amerikanischen Privatsammlung wiederentdeckte Bühnenwerk entfaltet seine Handlung entlang der Konflikte seiner Figuren, deren Freiheit und Selbstbestimmung im Gemenge von persönlichen Interessen, politischen Machtstrukturen und heroischem Idealismus zerrieben zu werden drohen. Ihre Gefühle um Liebe und Hass spannt Johann Christian Bach in eine hinreißend virtuose wie berückende Musik.

Die Zauberflöte - The opera but not the opera

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Samstag, 14. März 2026, 19:30 UhrTickets
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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Yvonne Kespohl, Regie
Fabian Kuss, musikalische Leitung
Mariam Haas & Lydia Huller, Bühne & Kostüme
Christopher Hanf, Dramaturgie
Band "Drei Knaben":
Fabian Kuss, Gitarre & Synthesizer Gesang
Stephan Pfaff, Bass
Sebastian Strahl, Klavier & Synthesizer
Nikolai Petersen, Schlagzeug
Besetzung:
Arne Lenk - Tamino Chenoa North-Harder - Pamina / Dritte Dame
Jan Hallmann - Papageno / Erzähler
Marina Frenk - Königin der Nacht / Erste Dame
Charlott Lehmann - Papagena / Monostatos / Zweite Dame
Joachim Berger - Sarastro

Von Nils Strunk und Lukas Schrenk
Nach Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder

Musik und Liebe können die Welt heilen. So die Botschaft der unsterblichen „Zauberflöte“. Eine kleine Varieté- Theatertruppe hat nun den verwegenen Plan, dieses Meisterwerk auf ihre Bühne zu bringen: mit wenig Geld und Personal, dafür aber mit viel Fantasie, Spielwitz und Musikalität. So befreit das Ensemble die etwas angestaubten Opernfiguren anarchisch-frech von falschem Pathos – und es begegnen uns Menschen mit heutigen Sehnsüchten und Nöten: der gutmütige, rührselig verpeilte Prinz Tamino und sein impulsgesteuerter Vogelfänger-Freund Papageno. Die leidenschaftlich liebende und zugleich gefühlsverwirrte Pamina. Der männlich-eitle Fürst Sarastro und die in ihrem Herzen gekränkte Königin der Nacht, die ihre Machtkämpfe auf dem Rücken der jungen Generation austragen. Diese innerlich einsamen und von Sehnsucht getriebenen Figuren sind in einer mysteriös-bedrohlichen Außenwelt auf der Suche nach Kräften des Guten. Getragen von herzbewegender Musik bewältigen sie den Balanceakt zwischen Komik und Tragik spielend.

Im Verborgene

Großes Haus C, Hans Otto Theater Potsdam Samstag, 21. März 2026, 19:30 Uhr
Sonntag, 22. März 2026, 18:00 Uhr
Tickets
Im Verborgenevergrößern
Im Verborgene, © Veranstalter

Staatstheater Cottbus:
Inma López, Choreografie & Bühne Pascale Arndtz, Bühne
Douglas Lee, Choreografie
Angelo Alberto, Kostüm
Corinna Jarosch, Dramaturgie
Adrian Berenguer, Nicolas Sávva, u. a., Musik

Zweiteiliger Ballettabend

Inspiriert von der japanischen Praxis des Kintsugi fragt Co-Ballett-Leiterin Inma López in ihrer Choreografie „Goldene Wunden“, dem ersten Teil dieses zweiteiligen Ballettabends, nach Individualität und dem Wert von Brüchen und Wunden. Kintsugi fügt Zerbrochenes in aufwendigen und langwierigen Prozessen wieder zusammen, ohne die Bruchstellen zu verbergen. Im Gegenteil: Sie stechen als goldene Adern hervor und machen das Unikat erst wertvoll. „Wir leben in einer Tyrannei der Perfektion“, meint die Choreografin, „aber es sind die Risse, die den Wert eines zerbrochenen Stückes ausmachen, die seine ureigene Geschichte erzählen. So sind es auch die Narben, die mich ausmachen und meinen widerstandsfähigsten Teil bilden, meine goldenen Wunden. Ich bin und wir sind die Kinder der goldenen Risse.“

Im zweiten Teil, der den Titel „Fade-Outs“ trägt, stellt der international tätige Choreograf Douglas Lee die Frage von Sichtbarem und Verborgenem in der Theaterpraxis. Was bleibt alles ungesehen und spielt doch eine Rolle? Was rückt ins Scheinwerferlicht, und was tut sich währenddessen dahinter im Dunkeln? Das Theater hat viele Ebenen – jede hat ihre Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.

Farm der Tiere

Reithalle Potsdam Freitag, 27. März 2026, 19:30 UhrTickets
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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Anna-Elisabeth Frick, Regie
Sophie Lichtenberg, Bühne
Mariam Haas, Kostüme
Ted Stoffer, Choreografie
Emma Charlott Ulrich, Dramaturgie
Jörg Dathe, Janine Kreẞ, Bettina Riebesel, Mascha Schneider, Hannes Schumacher, Henning Strübbe & Katja Zinsmeister, Spiel

Ein Märchen von George Orwell

Auf der Farm des Mr. Jones proben die Tiere den Aufstand: Aufgerührt und angefasst von den Worten des alten Ebers Major überwinden sie die Herrschaft des Menschen und gründen eine freie Farm, in der alle Tiere gleich sein sollen. Gemeinsam erschaffen sie eine Gesellschaft, in der ihre Arbeit ihnen selbst dient und der Ertrag dieser Arbeit gerecht unter allen aufgeteilt wird. Dann aber setzt schleichend ein Prozess ein, an dessen Ende die Unterwerfung durch eine kleine Gruppe von Tieren steht, die alle anderen unterjocht. Plötzlich werden nicht nur bis eben noch geltende Wahrheiten infrage gestellt, sondern auch die Ideen von Gleichheit und Brüderlichkeit solange pervertiert, bis die Perversion als gültige Ordnung von nahezu allen Tieren akzeptiert und gestützt wird.

George Orwells scharfsinnige Allegorie aus den 1940er Jahren, die die Mechanismen der Macht und die dunklen Seiten des menschlichen Zusammenlebens entlarvt, wird in der Inszenierung von Anna-Elisabeth Frick und Team in einer dystopischen Welt lebendig. Irgendwo zwischen Tier, Mensch und Ungeheuer angesiedelt, sind die Wesen dieser Welt zunehmend Deformierte.

Der Gott des Gemetzels

Großes Haus, Hans Otto Theater Potsdam Freitag, 17. April 2026, 19:30 UhrTickets
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Hans Otto Theater, Photo: Thomas M. Jauk

Bettina Jahnke, Regie
Claudia Rohner, Bühne
Tatjana Kautsch, Kostüme

Von Yasmina Reza; Deutsch von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Zwei elfjährige Jungen haben sich auf dem Schulhof geprügelt: Der eine schlug mit einem Stock zu, der andere verlor beinahe zwei Schneidezähne. Die Eltern treffen sich bei Kaffee und Kuchen, um als zivilisierte Menschen zu besprechen, wie nun pädagogisch richtig vorgegangen werden soll. Doch bei der Begegnung der beiden gegensätzlichen Paare brechen sich bald archaischere Impulse Bahn und provokante Fragen fliegen durch den Raum. Welcher der Jungen war wirklich der Schuldige? Deutet rabiates Verhalten eines Kindes nicht auf Eheprobleme der Eltern hin? Was ist schlimmer: vollgekotzte Kunstbände, das nächtliche Aussetzen eines Familienhamsters oder lautstarke Telefonate, um ein gesundheitsgefährdendes Medikament juristisch zu verteidigen? Sticheleien werden zu Wortgefechten, aus Handgreiflichkeiten entwickelt sich eine Wohnzimmerschlacht. Die Kunst des kultivierten Miteinanders kulminiert in einer wilden Entgleisung. Am Ende sind nicht einmal die zwei Ehen noch intakt, und nur einer behält die Oberhand: der Gott des Gemetzels. Sensationell genau beobachtet und mit brillanten Dialogen entlarvt die französische Autorin Yasmina Reza mit dieser Komödie, wie extrem dünn der Lack der Zivilisation ist.

Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne

Hans-Jochen Röhrig, © Künstlervergrößern
Hans-Jochen Röhrig, © Künstler

Janine Kreß, Lesung
Jan Böttcher & Birgit Zemlicka-Holthaus, Oboe

Lesereihe: Buch von Saša Stanišić

„Möchte die Witwe angesprochen werden …“ ist der Anfang eines sehr langen Titels eines sehr kurzweiligen Buches des Bestsellerautors Saša Stanišić, dessen Titelgeschichte gelesen wird.

Sing ich Dir

Nikolaisaal Potsdam Mittwoch, 29. April 2026, 20:00 UhrTickets
Leute singen.vergrößern
Sing ich Dir, Foto: Thomas M. Jauk

Filmorchester Babelsberg
Jan Hallmann, Janine Kreẞ, Charlott Lehmann, Arne Lenk, Philipp Mauritz, Nadine Nollau, Mascha Schneider, Hannes Schumacher & Paul Sies, Gesang & Musik

Wunschkonzert mit dem Ensemble

Mit schrägen Outfits, schrillen Show-Momenten und tollkühnen Song-Interpretationen ist „Sing ich dir“ längst Kult. Die singenden Ensemblemitglieder bringen Popmusik auf ein neues Level und folgen den Wünschen des Publikums. Sie interpretieren die Lieder, die besondere Erlebnisse und große Gefühle wecken – von Schlager bis Chanson, von Pop bis Hard Rock.

An diesem Abend werden die ausgelosten Wunschtitel ausnahmsweise mal nicht vor heimischer Theaterkulisse, sondern mit einer Extraportion Orchester-Lametta im Nikolaisaal zum Glitzern gebracht. Bühne frei für eine wahnwitzige Show, die in die Theater-Annalen eingehen wird!